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5G-Ausbau

19.03.2019

Wie in einer Mainzer Kaserne Unternehmen um 5G-Frequenzen bieten

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, eröffnete die Auktion von 5G-Mobilfunkfrequenzblöcken am Mainzer Technik-Standort der Bundesnetzagentur am Dienstag.
Bild: Arne Dedert, dpa

In einem abgeschirmten Gebäude bieten Mobilfunkanbieter auf Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G - und das unter enormen Sicherheitsvorkehrungen.

In einer ehemaligen Kaserne in Mainz, etwa zwei Kilometer Luftlinie südlich vom Rhein gelegen, geben vier Unternehmen in den kommenden Wochen vermutlich mehrere Milliarden Euro aus – für das Recht, bestimmte Frequenzen in ihren Mobilfunknetzen nutzen zu dürfen. Am Dienstag haben die Auktionen bei der Bundesnetzagentur begonnen. Die Netzbetreiber konkurrieren um 41 Frequenzblöcke, die für den neuen Mobilfunkstandard 5G geeignet sind.

Das Versteigerungsnetzwerk ist von der Außenwelt abgeschnitten

Es herrschen hohe Sicherheitsvorkehrungen. Laut Bundesnetzagentur dürfen nur autorisierte Personen den Auktionsbereich betreten. Das ehemalige Militärgebäude, heute einer der 49 zentralen Standorte der Bundesnetzagentur, biete die technischen Voraussetzungen für die Auktion, insbesondere ein autarkes, also von der Außenwelt abgeschnittenes Versteigerungsnetzwerk. Dieses wird ausschließlich von Mitarbeitern der Bundesnetzagentur verwaltet und vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik überprüft.

Vier Unternehmen möchten sich in Mainz gegenseitig überbieten: Die Telekom Deutschland, Vodafone, Telefónica Germany und als neuer Wettbewerber die Drillisch Netz (1&1). Wie viele Bevollmächtigte die Unternehmen nach Mainz geschickt haben, verrät ein Sprecher der Bundesnetzagentur auf Nachfrage nicht.

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Bei der 5G-Versteigerung achtet die Bundesnetzagentur auf höchste Sicherheit

Anders als bei klassischen Auktionen heben die Bieter in Mainz nicht etwa die Hand, um ein Gebot abzugeben, sondern übermitteln es auf elektronischem Weg. Die Vertreter der vier Konzerne befinden sich in getrennten Räumen und dürfen nicht untereinander kommunizieren. Zu Beginn eines Auktionstages müssen sie elektronische Geräte wie Handys abgeben. Von den Räumen der Bieter führt nur eine gesicherte Leitung in ihre jeweilige Konzernzentrale – mit diesen dürfen sie sich austauschen. Sollten jedoch Absprachen unter den vier teilnehmenden Unternehmen stattfinden, droht die Bundesnetzagentur mit dem Ausschluss von der Versteigerung. Ein solches Verhalten sei leicht am Bietverhalten zu erkennen – bei den Auktionen der vergangenen 20 Jahre allerdings nie vorgekommen, sagt der Sprecher der Bundesnetzagentur.

Die Auktion ist in Runden gegliedert. In jeder Runde können Gebote auf alle Blöcke abgegeben werden. Dabei sind Mindestgebote festgelegt: Je nach Block liegen sie zwischen 1,7 und 5 Millionen Euro. Die Unternehmen können nur Gebote für Blöcke abgeben, für die sie im Vorfeld der Auktion Bietrechte erworben haben. Dafür mussten sie bestimmte Sicherheiten hinterlegen.

Bisher dauerten Auktionen bei der Bundesnetzagentur mehrere Wochen

Eine Runde endet, wenn alle Wettbewerber ihre Gebote abgegeben haben – oder nach maximal einer Stunde. Die Auktion beginnt täglich um 8 Uhr, die letzte Runde startet spätestens um 17.30 Uhr – so finden laut einem Sprecher üblicherweise etwa acht bis zwölf Runden pro Tag statt. Wie viele Runden es insgesamt geben wird, ist unklar. Die Versteigerung endet, wenn keine weiteren Gebote mehr eingehen – bis dahin können aber alle Blöcke noch ersteigert werden. 2015 endete die Auktion nach drei Wochen und 181 Runden, 2010 hatte es sogar sechs Wochen und 224 Runden gedauert.

Endlos ausharren können die Bieter nicht, denn in den Auktionsregularien ist eine Mindestaktivität festgelegt, die die Teilnehmer pro Runde zeigen müssen. Außerdem müssen die Gebote in gewissen Schritten erhöht werden – umso höher das Mindestgebot eines Blocks, desto größer Schritte sind nötig, um einen anderen zu überbieten. Nur einen Cent mehr als ein Wettbewerber zu bieten, ist beispielsweise nicht möglich.

Wie viel Geld die Auktion einbringen wird, lässt sich laut Bundesnetzagentur nicht prognostizieren. Bei der Versteigerung 2015 nahm der Staat gut fünf Milliarden , 2010 knapp 4,5 Milliarden Euro ein. Deutlich höher lagen die Erlöse bei der Versteigerung im Jahr 2000: Damals betrug die Summe der Höchstgebote mehr als 50 Milliarden Euro. Am Dienstag war nach Runde acht Schluss. Insgesamt bieten die Unternehmen aktuell 332 Millionen Euro.

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