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Schwaben

14.05.2018

Wirtschaft in der Region hofft auf zehn weitere Boom-Jahre

Nicht nur die Bauwirtschaft bringt die heimische Wirtschaft gerade voran.
Bild: Christian Charisius/Symbol (dpa)

Viele Betriebe in Schwaben arbeiten derzeit am Anschlag. Nur das Nordamerika-Geschäft erleidet einen Dämpfer. IHK und Handwerk sind trotz der Krisen optimistisch.

Der Optimismus in der heimischen Wirtschaft ist ungebrochen. Eigentlich würde mancher Beobachter angesichts der Konflikte in der Welt mit einer Eintrübung der Konjunktur rechnen. Nur finde dies nicht statt, erklärte am Montag bei der Vorstellung der regionalen Wirtschaftszahlen der Präsident der Industrie- und Handelskammer Schwaben, Andreas Kopton. „Die Unternehmen sind seit zehn Jahren sehr zufrieden“, sagte er. Der von der Kammer erhobene Konjunktur-Index erreichte einen Rekord.

Ähnlich glänzend sieht die Lage im Handwerk aus. Bundesweit bewerten 55 Prozent der Betriebe ihre Lage als gut, berichtete der Zentralverband des Handwerks. In Schwaben ist es noch ein Tick mehr, nämlich 56 Prozent. „Im schwäbischen Handwerk läuft es rund“, sagte da Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner. Der durchschnittliche Auftragsbestand sei im Vergleich zum Vorjahr nochmals gestiegen – auf über neun Wochen. Einige Nöte plagen die Firmen trotzdem. Und an einer Stelle gibt es in der Industrie sogar leichte Bremsspuren.

IHK: Dienstleistungsbranche und der Bau in bester Verfassung

Generell sei die Auftragslage in der schwäbischen Industrie „top“, meinte Kopton. Vor allem in der Dienstleistungsbranche und im Bau sei die Stimmung hervorragend. „Die Wachstumsdynamik ist weiterhin gut, eine Eintrübung ist nicht in Sicht“, sagte er.

Die Nachfrage aus dem Inland liege auf einem hohen Niveau. Und im Ausland kaufen zwar nicht mehr derart viele Kunden Industrieprodukte „made in Schwaben“ wie im Herbst. Trotzdem entwickelten sich die Auslandsmärkte gut, sagte Kopton. Vor allem der Handel mit China wuchs. Einen Dämpfer erlitt jedoch das Nordamerika-Geschäft schwäbischer Industriebetriebe.

„Die amerikanische ,Trumpel-Politik‘ geht nicht spurlos an der schwäbischen Wirtschaft vorbei“, erklärte Kopton in Anspielung auf die von US-Präsident Donald Trump favorisierten Strafzölle. Zwar meldet noch immer ein Viertel der Industrie-Unternehmen steigende Auftragszahlen aus Nordamerika. Fast ebenso viele mussten aber einen Rückgang hinnehmen. „Diese internationalen Vorgänge werfen uns zurück“, meinte IHK-Experte Peter Lintner.

Diesel-Krise und Fachkräftemangel belasten die Wirtschaft

Sorgen macht der Industrie die Diesel-Krise: Viele Fahrzeuge stünden bei den Händlern auf dem Hof „und sind unverkäuflich“, sagte Kopton. „Wir haben eine vielfältige Kfz-Zulieferindustrie in der Region“, betonte er. „Wenn der Verbrennungsmotor weiter derart verteufelt wird, graben wir uns das Wasser ab.“ In Schwaben hängen Schätzungen zufolge 50000 Stellen an der Autoindustrie. Kopton: „Ich fahre meinen Diesel weiter.“

Ein Dauerbrenner ist der Fachkräftemangel. „Unsere Betriebe geben ihr Bestes und arbeiten am Limit ihrer Möglichkeiten“, sagte Handwerksvertreter Wagner. Doch gute Fachkräfte zu finden gelinge nicht mehr in jedem Fall. Während das Handwerk eine Stärkung der beruflichen Bildung fordert, setzt die Industrie auch auf Einwanderung: Nötig sei „eine gesetzliche Grundlage und ein System für eine gesteuerte qualifizierte Zuwanderung“, forderte Kopton – sprich: ein Einwanderungsgesetz.

All dies trübt die gute Laune aber nur wenig. Nachdem der Aufschwung bereits zehn Jahre dauert, habe er „nichts dagegen, wenn es nochmals zehn Jahre so weitergeht“, sagte Kopton.

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