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Umfrage

11.10.2017

Wirtschafts-Boom in Schwaben und Oberbayern setzt sich fort

Unter anderem in der Pflege herrscht ein großer Fachkräftemangel.
Bild: Tobias Kleinschmidt, dpa

Nur der Fachkräftemangel verhindert ein noch stärkeres Wachstum in der Region. Vor allem zwei Branchen leiden in der Region darunter besonders.

Die meisten Unternehmen in der Region befinden sich im Herbst in noch besserer Verfassung als im Frühjahr dieses Jahres. Dabei ging es den Firmen auch schon damals gut. Umfragen der Wirtschaftskammern in Schwaben und Oberbayern zeigen: Derzeit spricht alles dafür, dass sich der Aufschwung auch im kommenden Jahr fortsetzt. Diese Prognosen der Handwerks- sowie Industrie- und Handelskammern decken sich mit Erkenntnissen der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute. Diese haben ihre Konjunkturaussichten für Deutschland in diesem Jahr auf ein Wachstum von mindestens 1,9 und für 2018 auf 2,0 Prozent nach oben gesetzt. Ähnlich optimistisch fällt die Prognose der Bundesregierung aus.

Wie exzellent die Stimmung in der heimischen Wirtschaft ist, zeigt die am Mittwoch präsentierte Konjunkturumfrage der schwäbischen Industrie- und Handelskammer (IHK). Demnach beurteilen 61 Prozent der Unternehmer ihre Geschäftslage als gut. Das ist ein neuer Rekordwert.

Kammer-Präsident Andreas Kopton sagte: „Wir alle wissen, wie schwäbische Unternehmer ticken. Ihnen muss es also wirklich gut gehen.“ Der IHK-Mann spielt auf die gerade bei Mittelständlern verbreitete Mentalität an, Erfolge zurückhaltend zu beschreiben. Kopton meinte jedenfalls: „Die Unternehmen sind sehr optimistisch. Wir sollten die gute Stimmung nicht kaputtreden.“ Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Schwaben, ergänzte: „Das Handwerk ist optimistisch und gut aufgestellt.“

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Boom: Manchen Firmen können keine neuen Aufträge annehmen

In einzelnen Branchen läuft es derart hervorragend, dass die Firmen an ihre Grenzen stoßen, also sich schwertun, neue Aufträge anzunehmen. So beurteilen in der Region nach der IHK-Umfrage zwar 80 Prozent der Bau-Unternehmen ihre Geschäftslage als gut, eine in etwa gleich große Zahl arbeitet jedoch an der Grenze dessen, was Beschäftigte noch bewältigen können.

Immer mehr Betriebe haben Probleme, ausreichend neue Mitarbeiter zu gewinnen. Deshalb verwundert es nicht, dass Firmeninhaber der Fachkräftemangel zunehmend sorgenvoll stimmt. Die Hälfte der von der IHK befragten 640 Unternehmen kann offene Stellen nicht zeitnah besetzen. Besonders hart trifft das neben dem Baugewerbe Logistik-Firmen.

Arbeit ist da - aber nicht immer genügend Personal, um sie auszuführen.
Bild: Michael Reichel , dpa

So räumte Heiner Matthias Honold für die gleichnamige Logistik-Gruppe mit Sitz in Neu-Ulm im Gespräch mit unserer Redaktion ein, sein Unternehmen finde trotz immenser Anstrengungen seit einem dreiviertel Jahr keine Kraft für eine Innendienststelle in Augsburg. Leichter fällt es der Firma aber, 150 neue Arbeitsplätze zu besetzen, die entstehen, weil Honold für den Airbus-Zulieferer Premium Aerotec in Augsburg die Logistik managt. Dutzende offene Stellen gibt es auch bei der Firma Andreas Schmid Logistik mit Sitz in Gersthofen bei Augsburg. Vorstand Gianluca Chrestani sagte: „Wir suchen sowohl Personal für einfachere als auch für höher qualifizierte Tätigkeiten.“

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