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Analyse
10.12.2021

Die Ampel-Koalition will für die Mitte da sein - aber wie geht das?

Die Corona-Krise sorgt in der Mittelschicht für Verunsicherung.
Foto: Oliver Berg, dpa

Die neue Bundesregierung will für alle Deutschen da sein. Zwei neue Studien zeigen deutlich, worauf es dabei ankommt.

Mittig wollen alle Parteien irgendwie sein, die einen ernsthaften Mehrheitsanspruch im Bundestag und den Parlamenten der Länder haben. Die Mitte ist begehrt. Es ist zwar nicht ganz klar, was alles Mitte ist, zuletzt aber sind zwei Studien erschienen, die all jene, die die Mitte politisch für sich vereinnahmen und idealerweise politisch repräsentieren wollen, zur Kenntnis nehmen könnten.

Da ist zum einen, die repräsentative Umfrage, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gemacht hat und eben unter dem Titel “Generation Mitte“ läuft. Die Demoskopen befragten in der ersten Novemberhälfte Deutsche im Alter zwischen 30 und 59, die Generation der sogenannten „Leistungsträger“, die die sozialen Sicherungssysteme des Landes finanziert, weil sie laut Allensbach 70 Prozent der Erwerbstätigen darstellt und 80 Prozent der steuerpflichtigen Einkünfte erwirtschaftet. Zugleich prägt diese Altersgruppe auch die kommende Generation. Auch das macht sie politisch so relevant.

Allensbach-Institut: Corona hat deutliche Spuren in der Gemütsverfassung hinterlassen

Eines der zentralen Ergebnisse der Studie ist, dass die Corona-Krise „deutliche Spuren“ in der Gemütsverfassung der mittleren Generation hinterlassen hat. Zwar sei sie bisher materiell überwiegend gut durch die Pandemie gekommen, heißt es weiter. Die Menschen fühlten sich allerdings „zunehmend gestresst“. Noch im vergangenen Jahr hatte lediglich jeder Dritte so empfunden, jetzt liegt der Anteil bei 39 Prozent. Zwar gebe es im zweiten Pandemie-Jahr mehr Optimismus, wie die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher, bei der Vorstellung der Studie in Berlin sagte. Aber: „Das ist aber noch weit unter dem Vor-Corona-Niveau. Das dauert noch bis wir hier wieder eine Stimmungslage haben, die in normalen Zeiten selbstverständlich war.“

Omikron, die neue, sich schnell ausbreitende Virus-Variante, wird hier als Aufheller sicher nicht helfen. Die Pandemie ist die eine große Herausforderung, für die gerade ins Amt gekommene Ampel-Regierung.

Verbreitet die Ampel Aufbruchsstimmung?

Die wird den Umfrage-Ergebnissen zufolge zunächst auch noch abwartend gesehen. Die große Mehrheit der mittleren Generation kann mit Blick auf das von Kanzler Olaf Scholz geführte Dreier-Bündnis aus SPD, Grünen und der FDP bisher „noch keine Aufbruchsstimmung erkennen“. Immerhin 40 Prozent sähen der neuen Bundesregierung jedoch mit Hoffnungen entgegen.

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Die Koalition ist unter dem historisch aufgeladenen Slogan „Mehr Fortschritt wagen“ angetreten. Aber mit Blick auf die Modernisierung – die zweite große Herausforderung – herrscht Skepsis. Gefragt wurde: „Glauben Sie, dass die neue Regierung die Modernisierung des Landes rasch in Angriff nimmt, oder haben Sie da Zweifel?“ 53 Prozent der Befragten haben die.

Gefragt, in welchen Bereichen der technische Fortschritt beziehungsweise die Digitalisierung Tempozuwachs nötig habe, wurden zuerst die städtische und kommunale Verwaltung, dann der Schulunterricht, dann „Ämter und Behörden“, dann die Pflege genannt. Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV, sagte: "Die To-do-Liste ist klar beschrieben. Die Erwartung, dass rasch etwas passiert ist bescheiden, um es vorsichtig auszudrücken, was die Modernisierungsfähigkeit aller staatlichen Ebenen angeht.“ Auf der Top 3 einer Liste dessen, worum sich Scholz’ Ampel besonders kümmern sollte, werden genannt: Für ausreichend Pflegekräfte sorgen (73 Prozent), Inflation bekämpfen (72 Prozent) und das Gesundheitssystem stärken (71 Prozent).

Ein Punkt, der die FDP aufhorchen lasse und der neue Finanzminister Christian Linder als Herausforderung begreifen könnte, weil er und seine Partei sich zugute halten, Steuererhöhungen verhindert zu haben: 73 Prozent der Befragten erwarten laut Allensbach, dass Steuern und Abgaben in den nächsten Jahren eher steigen werden.

Allensbach: Klimaschutz zählt für die mittlere Generation zu den wichtigsten Aufgaben

Schließlich noch ein Blick auf den Klimawandel, dessen Bekämpfung die neue Regierung sich ebenfalls zentral verschrieben hat. Hier lautet dass Ergebnis: Klimaschutz zählt für die mittlere Generation zu den „wichtigsten Aufgaben“ in der politischen Agenda. Große Sorgen über den Klimawandel mache sich indes jedoch nur eine Minderheit von 42 Prozent. Warum? In der Studie heißt es dazu: „Das hat auch damit zu tun, dass der Klimawandel eher auf mittlere und längere Sicht als Gefahr empfunden wird. So fühlen sich nur 26 Prozent der mittleren Generation persönlich durch den Klimawandel und seine Auswirkungen bedroht, gleichzeitig sehen jedoch 69 Prozent eine Bedrohung für die nächste Generation, also die Generation der Kinder der mittleren Generation.“ Das Bewusstsein für die Gefahren des Klimawandels sei allerdings – siehe die Flut im Ahrtal – nochmals gestiegen.

Zu für die neue Regierung interessanten Ergebnissen kommt auch eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung, die diese gemeinsam mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erstellt hat. Wichtigste Erkenntnis: „Die Mittelschicht in Deutschland bröckelt“. Der Zugang zu dem gesellschaftlichen Teil, der – so die Zuschreibung der Autoren – monatlich ein Familien-Netto-Einkommen zwischen 3000 und 8000 Euro zur Verfügung haben, hat sich „deutlich verschlechtert“: 1995 zählten noch 70 Prozent der Bevölkerung zur mittleren Einkommensgruppe, 2018 waren es nur noch 64 Prozent. Zwar habe der wesentliche Rückgang bis 2005 stattgefunden, heißt es weiter, „doch die Mitte erholte sich seither nicht wieder, obwohl die deutsche Wirtschaft stetig gewachsen und die Arbeitslosigkeit gesunken ist“.

Natascha Hainbach, Arbeitsmarktexpertin bei der Bertelsmann-Stiftung, nennt im Gespräch mit unserer Redaktion Gründe: „Diese sind vielfältig. Wir sehen aber vor allem einen Rückgang bei den jüngeren Personen, vor allem denen ohne Abitur und Berufsausbildung. Das Bildungsniveau, das nötig ist, um in die Mittelschicht zu kommen, ist gestiegen. Wenn man im Niedriglohnsektor ist, wird es schwieriger in die Mittelschicht aufzusteigen. Auch für Singles ist es nicht leichter geworden, weil sie nur über ein Einkommen verfügen.“

Wie es um die Situation der Frauen am Arbeitsmarkt bestellt ist

Abstiegsgefährdet ist vor allem die untere Mittelschicht, dort sei den weiteren Angaben der Studie zufolge das Abstiegsrisiko dreimal höher als im mittleren und sogar sechsmal höher als im oberen Teil der Mittelschicht. Gleichzeitig hätten sich die Chancen binnen vier Jahren von unten in die Mittelschicht aufzusteigen „substanziell“ verringert.

Interessant ist auch der internationale Vergleich mit 25 weiteren OECD-Ländern: Demnach verkleinerte sich die Mittelschicht nur in Schweden, Finnland und Luxemburg stärker als in Deutschland. Am stabilsten, sagt Hainbach, haben sich Irland und Ungarn entwickelt. Berücksichtigen müsse man dabei natürlich stets das Ausgangsniveau.

Wer die Mittelschicht stärken will, muss Umfang und Qualität der Jobs von Frauen ausbauen

Schließlich weisen die Autorinnen auf die Situation von Frauen im Arbeitsmarkt besonders hin. Fazit: „Sie arbeiten häufiger als früher, allerdings oft mit geringer Stundenzahl und in Tätigkeiten, für die sie überqualifiziert sind. Darüber hinaus zeigt sich, dass es zunehmend ein zweites gutes Arbeitseinkommen im Haushalt braucht, um zur Mittelschicht zu gehören.“ Wer die Mittelschicht stärken wolle, so heißt es weiter, sollte den „Umfang und Qualität" der Jobs von Frauen verbessern. Besonders wichtig, sagt Hainbach, sei es auch bei den Frauen den Minijob-Bereich zu reduzieren. Auch hier müssten die Jobs in sozialversicherungspflichtige Stellen umgewandelt werden.

Dass erstmals Parität im neuen Bundeskabinett erreicht wurde, dass es also genauso viele Minister wie Ministerinnen gibt, darf die neue Regierung diesbezüglich symbolisch im Haben verbuchen. Was den Rest betrifft, gilt: Die Arbeit beginnt gerade erst.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

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Die Diskussion ist geschlossen.

12.12.2021

Stefan Küpper analysiert exakt und vielseitig. Fortschrittskoalition oder wie positiv auch immer sie sich nennt, kann ich nicht erkennen.
Die Ampel wird scheitern, wenn es Scholz nicht gelingt, die zwei konträren Pole, die Lindner-FDP und die in 2 Lager gespaltenen Grünen unter einen Hut zu bringen. Außerdem sind die Grünen zu sehr auf Umweltschutz und die FDP zu sehr auf die Interessen der Besserverdiener fokussiert. Für die Kleinverdiener hat die FDP kein Herz. Das größte Problem ist, dass mit Baerbock und Lindner zwei politische Leichtgewichte wichtige Ämter innehaben, obwohl sie außer Rhetorik nichts Substantielles bieten. Mit Alexander von Lams-
dorf ( FDP ) wäre ein erfahrener Diplomat Außenminister geworden, ebenso mit Frau Strack-Zimmermann ( FDP ) eine erfahrene Verteidigungsexpertin Verteidigungsministerin. Wer hat diese beiden verhindert?
gungsexpertin