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„Auto China“ in Peking: Warum deutsche E-Autos plötzlich aufholen

Auto China 2026

Warum deutsche E-Autos im internationalen Vergleich plötzlich aufholen

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    Reinigungskräfte wischen das BMW iX1-Automodell ab, während sich die Mitarbeiter am BMW-Stand auf der Auto China 2026 in der chinesischen Hauptstadt auf ihre Aufgaben vorbereiten.
    Reinigungskräfte wischen das BMW iX1-Automodell ab, während sich die Mitarbeiter am BMW-Stand auf der Auto China 2026 in der chinesischen Hauptstadt auf ihre Aufgaben vorbereiten. Foto: Andy Wong, dpa

    Kurz vor der Pekinger Automesse „Auto China“ hat der Verband der Deutschen Autoindustrie (VDA) gemeldet, dass die hiesigen Hersteller E-Auto-Marktführer in Europa sind. VDA-Präsidentin Hildegard Müller teilte mit: „Unsere Industrie restrukturiert sich“. Man setzte mit hoher Kreativität auf Investitionen und Innovationen. Und: „Unsere Hersteller haben bei der E-Mobilität in vielen Märkten einen höheren Anteil als am Gesamtmarkt.“

    Das gelte nicht nur für die EU, sondern für die USA, für Kanada oder Südkorea und Japan. In Zahlen: Laut VDA stammt in Europa aktuell rund jeder zweite neu zugelassene Stromer von hier. Deutschland ist weltweit der zweitgrößte Produktionsstandort für E-Autos – nach China, aber vor den USA. Und für den Kontinent gilt: Nirgendwo werden mehr E-Autos produziert als in Deutschland.

    Auto-Experte über E-Mobilität deutscher Hersteller: „Erste Erfolge sind zu sehen“

    Zwar belegen die Statistiken des Kraftfahrbundesamtes Monat für Monat, dass in absoluten Zahlen immer noch deutlich mehr Verbrenner auf den Straßen unterwegs sind. Und der weltweit wichtigste Automarkt bleibt China. Aber auch Auto-Experte Stefan Bratzel sagt: „Die deutschen Hersteller waren im Bereich der E-Mobilität nie so schlecht wie zuletzt ihr Image. Die haben den Kampf aufgenommen und erste Erfolge sind zu sehen.“ Das gelte auch für die Software. Konkret nennt der Direktor des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch-Gladbach im Gespräch mit unserer Redaktion den CLA von Mercedes oder der iX3 aus der sogenannten „Neuen Klasse“ von BMW.

    Dennoch bleibt noch Strecke gutzumachen, wie aus der jüngsten CAM-Innovationsstudie hervorgeht. Zum ersten Mal seit 21 Jahren liegt mit BYD eine chinesische Marke vorn. Autohersteller aus Fernost steigerten ihre globale Innovationsstärke seit 2019 von 28 auf rund 47 Prozent. Bereits im Corona-Jahr 2021 hatten viele chinesische Hersteller die einst dominierenden deutschen Innovationsführer überrundet. Die waren von 40 zwischenzeitlich auf 23 Prozent (2023) zurückgefallen, steigerten sich aber wieder auf 29 Prozent.

    Das Problem der deutschen Autoindustrie, sagt Bratzel, „ist weniger die Technik, es sind die Kosten“. Die Produktion der E-Autos sei zu teuer im Vergleich zu China. „Die Deutschen holen langsam auf, aber sie liegen in manchen Bereichen noch deutlich hinter den Chinesen zurück.“

    Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach.
    Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach. Foto: Frank Rumpenhorst, dpa

    In Deutschland machten chinesische Automarken im ersten Quartal nur rund 3,1 Prozent der Neuzulassungen aus, wie sich aus Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes ablesen lässt. Ein kleiner Anteil, aber er wächst: 2025 waren es 2,4 Prozent, 2024 erst 1,7 Prozent. Auf EU-Ebene sind die chinesischen Marken noch stärker. Umgekehrt verkauften deutsche Hersteller 2025 laut VDA gut 3,7 Millionen Autos – Stromer und Verbrenner – in China . Das waren über 1,7 Millionen mehr als auf dem deutschen Heimatmarkt.

    Das Potenzial belegen auch diese VDA-Zahlen: In China kommen auf 1000 Menschen aktuell rund 137 Fahrzeuge. Im Vergleich: 593 sind es in Deutschland. Allerdings: Der E-Auto-Absatz der deutschen Hersteller in China ist laut dem Branchendienst Marklines im ersten Quartal 2026 auf ein Rekordtief gefallen. Auch Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer bilanziert: „Der Markt China ist die größte Herausforderung für die deutsche Autoindustrie.“

    In China wächst der Preisdruck

    In China selbst wächst der Druck auf die Autohersteller, Fahrzeuge im Ausland abzusetzen. Der heimische Markt bleibt hart umkämpft, Preisschlachten unter den Herstellern zehren an den Margen. Fest steht, die Konkurrenz wird größer: „Die Verwerfungen an den Energiemärkten haben die Nachfrage nach Elektromobilität global befeuert, gerade auch in Europa und Deutschland“, meint Peter Fintl, Autoexperte bei der Technologieberatung Capgemini. „Der Ölpreis öffnet die Tür, das bessere Produkt hält sie offen.“ (mit dpa)

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