Vielen Gastronomie-Betrieben geht es wirtschaftlich nicht gut. Um sich Luft zu verschaffen, haben sie den auf ihnen lastenden Preisdruck an Gäste ein ums andere Mal weitergereicht. Das ist Marktwirtschaft. Verbraucherinnen und Verbraucher beherrschen das Spiel von Angebot und Nachfrage ebenfalls. Kostet eine halbe Bier um die fünf Euro, bleiben manche zu Hause oder gönnen sich nur noch ein Getränk im Restaurant. Wenn für einen simplen Wurstsalat zwölf Euro und mehr fällig werden, schneiden sich einige selbst Wurst und Zwiebeln auf. So fehlt Wirten Umsatz, was wiederum den Druck auf sie erhöht.
Wirtshäuser sind Orte der Begegnung
Ein Teufelskreis ist längst in Gang. Selbst wenn Lokale zu bestimmten Uhrzeiten ausgebucht sind, verliert die Branche insgesamt Umsatz. Die Gastro-Krise ist gefährlich. Denn Wirtshäuser sind mehr als Orte, an denen gegessen und getrunken wird. Sie sind Stätten der Begegnung, eine durch und durch menschliche und damit systemrelevante Einrichtung.
Stecken Gasthof-Inhaber wie jetzt in einer Finanz- und Sinnkrise, ja droht sich das Wirtshaus-Sterben zu beschleunigen, ist der Schaden für die Gesellschaft immens. Durch eine Senkung der Mehrwertsteuer für in Restaurants verzehrte Speisen könnte der Negativtrend zumindest gestoppt werden. Setzt die Bundesregierung das Vorhaben um, stehen Wirte in der Pflicht: Sie müssen die Preise dann etwas senken. So viel guten Willen sollten sie zeigen, um Gäste zurückzugewinnen. Sonst verfestigt sich die deutsche Gastro-Krise.
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