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E-Autos
07.07.2022

Wie groß sind Teslas Probleme wirklich?

Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide: Zukunft rosiger denn je?
Foto: Patrick Pleul, picture alliance/dpa

Elon Musk kämpft bei der deutschen Gigafabrik mit Fachkräftemangel, Ärger in der Belegschaft und weltweitem Absatzeinbruch. Wie sind Teslas Zukunftaussichten?

Ab Montag stehen im neuen Tesla-Werk in Grünheide drei Monate nach der Eröffnung die Roboter schon wieder still, und der Großteil der Belegschaft muss in zweiwöchige Betriebsferien. Von einem „Tesla-Schock“ schrieb die Bild-Zeitung. Doch tatsächlich war der Betriebsstopp als Teil der Anlaufphase seit Monaten angekündigt, um Fertigungsprozesse serienreif zu machen, wie Brandenburgs IG Metall bestätigt.

„Diese Produktionspause bei Tesla in Grünheide ist nach unseren Informationen seit Längerem geplant, sie war den Beschäftigten auch bekannt“, sagt Gewerkschaftssprecher Markus Sievers. „Sie ist also nicht durch die aktuellen Probleme bei Tesla ausgelöst worden.“

Tesla-Chef Elon Musk verordnet Stellenabbau in den USA

Auch wenn von einem Tesla-Schock keine Rede sein kann, läuft bei dem Elektroautobauer derzeit vieles nicht rund. Chef Elon Musk verordnete in den USA einen Abbau von zehn Prozent aller Stellen. Im zweiten Quartal von März bis Juni musste Tesla einen Absatzrückgang wie noch nie vermelden. Zwar setzte Tesla wie üblich alle Hebel in Bewegung, um in letzter Minute noch so viele Autos wie möglich an die Kundschaft zu bringen.

Selbst Chefdesigner Franz von Holzhausen lieferte persönlich Neuwagen nach Hause. Doch am Ende standen nur 254.695 Fahrzeuge auf der weltweiten Absatzliste. Gut 55.000 weniger als im ersten Quartal. Der Lockdown in China hat das Unternehmen schwer getroffen. Drei Wochen stand die „Gigafabrik“ in Schanghai komplett still.

Elon Musk ist besorgt über möglichen Personalmangel

Und in Brandenburg kann von „Giga“ derzeit keine Rede sein: Erst im Juni knackte die Produktion die Marke von 1000 Fahrzeugen – nicht am Tag, sondern pro Woche. Ein Zehntel der angestrebten Produktionskapazität. Musk klagte im Mai, die beiden neuen Gigafabriken in Grünheide und Texas seien angesichts Milliarden-Anlaufkosten erst einmal „gigantische Öfen zur Geldverbrennung“. Hat sich der E-Auto-Pionier übernommen?

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Der Anlauf eines neuen Automobilwerks gilt ohnehin als komplex, bei Tesla umso mehr. Der E-Autobauer macht vieles selbst, wo andere auf Zulieferer bauen, und Tesla setzt zudem auf völlig neue Produktionsweisen: So sollen Front- und Heck der Rohkarosserie nicht aus 70 Blechteilen gepresst und geschweißt werden, sondern kommen aus gigantischen Aluminium-Spritzgussmaschinen. „Am schwierigsten wird das Herauffahren der Produktion“, hatte Musk erklärt, als er im Oktober das Werk in Grünheide der Öffentlichkeit präsentierte „Ich mache mir Sorgen, dass wir nicht in der Lage sein werden, genug Leute einzustellen.“

Laut IG Metall gibt es Frust in der deutschen Tesla-Belegschaft

Tatsächlich bekommt Tesla auch in Brandenburg den Facharbeitermangel zu spüren. „Uns erreichen seit Längerem schon vermehrt Berichte über einen starken Unmut in der Belegschaft über die Löhne“, sagt IG-Metall-Sprecher Sievers. „Tesla zahlt bei mittleren Einkommen rund 20 Prozent weniger, als die Beschäftigten mit dem Flächentarifvertrag erhalten“, kritisiert er. „Wer vor einem Jahr seinen Arbeitsvertrag unterschrieben hat, bekommt oft deutlich weniger Entgelt als die, die jetzt anfangen“, berichtet Sievers. „Solche Ungleichbehandlungen sorgen verständlicherweise für Unruhe und Unmut in der Belegschaft.“

Immerhin verspricht Tesla laut einem Bericht des Onlineportals Teslamag.de nun fast allen Beschäftigten sechs Prozent mehr Lohn ab August und will nach der Betriebspause die Belegschaft von derzeit 5000 Beschäftigten kräftig aufstocken. „Damit reagiert Tesla auf die Inflation und auf die Probleme bei der Rekrutierung“, sagt Gewerkschafter Sievers.

Welche Rolle spielen die kräftigen Preiserhöhungen bei Teslas Problemen?

Experten bewerten Teslas Probleme unterschiedlich. Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Duisburger CAR-Forschungszentrum sieht angesichts des Absatzrückgangs spürbaren Gegenwind für den E-Autobauer. „Es sind nicht nur die Lockdowns in China, die Tesla im zweiten Quartal zurückgeworfen haben“, sagt er. „Deutliche Preissteigerungen bei Tesla, neue Wettbewerbs-modelle und schwieriger Hochlauf der neuen Werke machen Tesla zu schaffen“, erklärt Dudenhöffer.

Tatsächlich hat Tesla die Preise für sein „Model 3“ in Europa im April um bis zu 7000 Euro angehoben. Das dürfte weniger mit hohen Rohstoffpreisen zu tun haben als mit der Sorge, dass sich der Absatzeinbruch und Anlaufkosten auf den Gewinn niederschlägt, wie der Chefautoanalyst der Schweizer Großbank UBS, Patrick Hummel vermutet. „Die Nachfrage bleibt ungebrochen mit einem Auftragsbestand auf Rekordniveau“, sagt der Experte. Ohnehin fahren die Autopreise bei Tesla oft Achterbahn. Anders als Dudenhöffer hält Hummel Teslas Probleme Corona geschuldet. Bereits im Juni habe der Konzern so viele Autos gefertigt wie noch nie. Damit könne Tesla weiter sein ehrgeiziges Ziel erreichen, dieses Jahr 1,4 Millionen Autos zu verkaufen – stattliche 50 Prozent mehr als im Vorjahr.

Experte sieht Tesla auf Weg zu einem der weltgrößten Hersteller

Laut Hummels Analysen könnte Tesla bereits 2023 die Zwei-Millionen-Marke knacken und in den Jahren darauf BMW und Mercedes überholen, wenn das angekündigte Einsteiger–Modell für 25.000 Dollar auf den Markt komme. In weniger als zehn Jahren, so sagt der Automobilexperte voraus, werde Tesla über 9,5 Millionen Autos bauen. Mehr als zuletzt der Volkswagen-Konzern mit allen Marken.

Die neue Tesla-Fabrik Berlin Brandenburg, auch Gigafactory genannt, wird am 22. März eröffnet.
10 Bilder
Musk drückt den Startknopf – Tesla-Fabrik Berlin-Brandenburg wird eröffnet
Foto: Patrick Pleul, dpa

„Tesla ist unserer Meinung nach am besten positioniert, um bis 2030 einer der Top-3-Automobilhersteller der Welt zu werden“, erklärt UBS-Analyst Hummel. Kein anderer Autobauer sei besser gegen Mangel an Halbleitern, Akkus, Batterierohstoffen und gegen Softwareprobleme gerüstet, da Tesla all diese Bereiche in sein Unternehmen integriert habe. „Da auf die branchenweiten Halbleiter-Engpässe eine Batterie-Knappheit folgen könnte, dürfte Tesla alle Wettbewerber in Bezug auf absolutes Wachstum und Profitabilität auf stabilem oder sogar wachsendem Abstand halten“, erklärt Hummel. Derzeit, so meint er, „sieht Teslas Zukunft rosiger denn je aus“.

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