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Lesetipp
20.10.2022

Wenn ein Handwerksmeister für Strom plötzlich das 14-Fache zahlen soll

Firmenchef Anton Fries stellt Ölmühlen her. Er soll das 14-fache des bisherigen Strompreises zahlen.
Foto: Ulrich Wagner

Plus Handwerksmeister Anton Fries warnt vor existenzgefährdenden Energiepreisen. "Wenn es so weitergeht, gehen bei uns die Lichter aus", sagt er. Das Handwerk richtet jetzt einen Brandbrief Richtung Berlin.

In den vergangenen Jahren war er hochinnovativ. Mit seinem Team hat Anton Fries zum Beispiel eine Ölmühle entwickelt, die ihre Energie direkt aus Solarenergie bezieht. Pro Jahr lassen sich damit 15.000 bis 20.000 Liter Sonnenblumenöl klimaneutral produzieren. Sogar den Bayerischen Staatspreis hat er mit dieser Idee gewonnen. Die Ölmühlen stehen zusammen mit anderen Modellen auslieferbereit in seinem Unternehmen, das in 75 Länder exportiert. Längst sind sie aber nicht das einzige Standbein. Das Unternehmen ist auch ein Zulieferer für renommierte große Maschinenbaubetriebe. Doch das alles hilft nicht, wenn gleichzeitig die Kosten davonlaufen. Energie ist dabei das drängendste Problem. Es sieht so aus, als müssten die Anton Fries Maschinenbau GmbH ab Januar das 14-fache für Strom bezahlen. "Der Strompreis geht durch die Decke", sagt der Handwerksmeister. "Bei uns im Land gehen die Lichter aus, wenn es so weitergeht", befürchtet er. Mit dieser Befürchtung ist er nicht alleine.

Das Unternehmen gibt es seit 18 Jahren, 14 Menschen sind dort beschäftigt

Anton Fries, 61, ist ausgebildeter Dreher, Industriemeister und Betriebswirt des Handwerks. Sein Unternehmen in Herbertshofen im Kreis Augsburg gibt es seit 28 Jahren. 14 Beschäftigte zählt der Betrieb. Die Teile, die sein Unternehmen herstellt, werden später in große Maschinen eingebaut, aber auch in Autos, in Sportgeräte oder in der Medizin fanden sie schon Verwendung. Anton Fries nimmt ein Bauteil in die Hand.

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Die Diskussion ist geschlossen.

27.10.2022

14-fach ?
Was hat da ein so cleverer Unternehmer falsch gemacht?
Wer eine energieintensive Fertigung hat, hätte als vorausschauender Unternehmer längst - wie einige Andere - in eine nachhaltige eigene Stromerzeugung und an die Nutzung der anfallenden Verluste in der Fertigung investieren können.
Unsere Steuergelder wären da auch mit eingeflossen - gerade Unternehmen wurden da besonders gefördert...

21.10.2022

Warum wird hier mit völlig überholten Zahlen Panik geschürt? Die Strompreise an der Börse sind seit September stark gefallen. Handwerksmeister wie Fries haben früher wegen einem Zehntel Cent ihrem örtlichen Versorger den Rücken gekehrt und haben ihren Strom lieber woanders gekauft. Das rächt sich nun. Dennoch muss niemand den Strom nun selbst an der Börse kaufen. Der örtliche Versorger ist zur Ersatzversorgung verpflichtet und wird Herrn Fries dann sicher ein Angebot machen, mit dem er weiter existieren kann.

20.10.2022

Ich hab als Privatmann mit meinen Verträgen letztes Jahr 26 bis 32 ct/kWh bezahlt. Ohne in den Genuss des Unternehmerbonus zu kommen.Eine Vervierzehnfachung wäre mind. 3,64€/kWh. Welche Zahlen werden hier zugrunde gelegt? Stromlieferung für 5ct/kWh als Referenz? (als ich klein war, hat die Wurstsemmel 20 Pfennig gekostet- so what?) Warum bekommt das Unternehmen keinen neuen Vertrag bei einem seriösen Lieferanten? Alles sehr misteriös.