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Fluggesellschaft
29.12.2021

Lufthansa streicht 18.000 "sinnlose Flüge" wegen einer EU-Vorschrift nicht

Statt 33.000 Flügen würde die Lufthansa gerne deutlich mehr Starts absagen. Doch eine Vorschrift verhindert das.
Foto: Henning Kaiser, dpa

Wegen der Corona-Pandemie sind Lufthansa-Flugzeuge im Winter auf 18.000 Flügen teilweise leer. Doch würde die Fluggesellschaft sie absagen, bekäme sie Konsequenzen der EU zu spüren.

Nachdem sich der Flugverkehr im Sommer normalisiert hatte, brach er im Winter wieder ein – und wegen der Omikron-Variante könnten bald noch mehr Passagiere ihre Reisen absagen. Die Lufthansa reagierte, indem sie Flüge strich – bislang 33.000. Ginge es nach dem Unternehmen, sollten noch mehr Flugzeuge am Boden bleiben. Doch wegen einer EU-Vorschrift hätte das negative Konsequenzen für die Lufthansa.

Lufthansa sieht sich gezwungen, "sinnlose Flüge" nicht zu streichen

"Leider müssen wir diese 18.000 sinnlosen Flüge durchführen", sagte ein Lufthansa-Sprecher laut einem Bericht des Hessischen Rundfunks. Die Flüge ergäben wirtschaftlich und erst recht mit Blick auf ihre CO2-Emissionen keinen Sinn. Würden die Flugzeuge am Boden bleiben, würde die Lufthansa ihre Start- und Landerechte verlieren.

 

Eigentlich gilt in der EU die Regel „use it or lose it“ (deutsch: "Nutze es oder verliere es"). Bezogen ist die Regel auf sogenannte Slots, also Zeitnischen an Flughäfen, die Fluggesellschaften nutzen dürfen. Zu normalen Zeiten müssen sie 80 Prozent der Nischen nutzen, um sie nicht hergeben zu müssen. Diese Regel war während der Corona-Pandemie erst ausgesetzt worden, jetzt gilt sie aber in abgemilderter Form wieder – die Hälfte der Slots muss nun genutzt werden.

Eigentlich will die EU-Kommission mehr Klimaschutz fördern

Würde die Lufthansa zu viele Flüge streichen, bringe das durch die fehlenden Slots das genau abgestimmte Flugnetz durcheinander, erklärte der Sprecher laut dem Bericht. Deshalb fliegt die Lufthansa nun in diesem Winter leere bis halbleere Flüge. „Das schadet dem Klima und ist exakt das Gegenteil von dem, was die EU-Kommission mit ihrem Programm 'Fit for 55' erreichen will“, hatte Lufthansa-Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kritisiert.

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Und ein weiteres Problem beschäftigte den Konzern über die Feiertage: Wie das Branchenportal aero.de berichtete, fehlten der Airline Piloten. Die Lufthansa sah sich wegen vieler Krankheitsfälle  nicht mehr in der Lage, genug Personal für die Flüge zu stellen. Sie strich insbesondere Interkontintentalflüge zu Zielen in den USA wie Boston, Houston und Washington. (pwehr)

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