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  3. Ford: E-Auto wird nicht in Saarlouis, sondern in Valencia gebaut - Werk im Saarland droht Schließung

Elektromobilität
22.06.2022

Spanien statt Deutschland: Ford entscheidet sich gegen Saarlouis

Ford hat sich bei der Produktion des neuen E-Autos gegen Saarlouis entschieden.
Foto: Oliver Berg, dpa (Symbolbild)

Nicht Deutschland, sondern Spanien: Ford hat sich bei der Produktion des eigenen E-Autos gegen Saarlouis entschieden. Dem Werk im Saarland droht nun sogar die Schließung.

Nun scheint es entschieden: Ford wird sein erstes vollständig selbst entwickeltes E-Auto nicht in Deutschland bauen. Der US-amerikanische Autohersteller hat sich laut einem Bericht der spanischen Zeitung El Pais gegen den deutschen Standort Saarlouis im Saarland entschieden. Stattdessen soll das Elektroauto im spanischen Valencia in Produktion gehen.

Ford-Werk in Saarlouis droht die Schließung

Die Entscheidung ist als richtungsweisend für den deutschen Standort zu betrachten. Es war ein monatelanges Ringen. Der Vorstand hatte die Werke zu einer Art Duell angestachelt, das sich um einen internen Konkurrenzkampf und ein Wettbieten von Subventionen drehte. Saarlouis geht nun als Verlierer aus dem Duell und muss sich Valencia geschlagen geben.

Dem Werk im Saarland und den 4600 Beschäftigten drohen nun schwere Einschnitte. Mit Zuliefererpark kommt der Standpunkt sogar auf 5900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie alle müssen sich womöglich um ihren Job sorgen, denn es droht sogar die komplette Schließung des Ford-Werks. Die Gnadenfrist geht bis 2025, so lange wird in Saarlouis der Ford Focus produziert. Danach gibt es keine Beschäftigungsgarantie mehr und ein Werk ohne eigenen Modell ist in der Autoindustrie traditionell ein Kandidat für die Schließung.

Video: dpa

Hilfspaket für Ford-Standort im Saarland

Hoffnung gibt es aber. Ford sagte zu, dass Optionen für zukünftige Projekte evaluiert werden sollen. Vonseiten der Landesregierung ist von einem Hilfspaket in einer Größenordnung, die sich "näher an einer Milliarde Euro als an 500 Millionen Euro" bewegt, die Rede. Das erklärte Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD).

Rehlinger war mit Wirtschaftsminister Jürgen Barke Anfang Juni nach Dearborn in die Ford-Zentrale geflogen. Barke erklärte schließlich, dass in dem Paket "alles drin" sei, "was rechtlich möglich ist. Das geht bis an die Grenzen des wirtschaftlich Leistbaren und politisch Vertretbaren". Das Land habe das Paket in Absprache mit dem Bundeskanzleramt geschnürt.

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