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Genfer Autosalon
06.03.2019

Piëch ist wieder da: Neuer Sportwagen mit einem großen Namen

Anton Piëch, den alle Toni nennen, trägt einen berühmten Namen. Der Vater des 40-Jährigen ist der frühere Volkswagen-Patriarch Ferdinand Piëch, der wiederum ein Porsche-Enkel ist.
Foto: Uli Deck, dpa

Beim Genfer Autosalon stellt Toni Piëch, Sohn des legendären VW-Patriarchen Ferdinand Piëch, das Konzept eines teuren Elektroautos vor. Doch wo ist sein Vater?

Ob für ihn ein Traum in Erfüllung gehe? Schließlich stellt er sein erstes mit einem Team entwickeltes Auto auf dem Autosalon in Genf vor. Toni Piëch, 40, zögert, schaut den Fragesteller durchdringend mit den dunklen Augen an, lässt einige Sekunden verstreichen und sagt dann: „Ja.“ Mit der knappest möglichen Antwort wusste schon sein Vater Ferdinand Piëch Reporter zu irritieren. Manchmal ließ der inzwischen 81-Jährige Journalisten gar ins Leere laufen, zog nur eine Augenbraue hoch oder lächelte vielsagend, ohne eine Silbe zu vergeuden.

Sein vollbärtiger Sohn ist anders, weitaus lockerer als der Volkswagen-Patriarch. Er trägt zum Anzug Sneakers mit weißen Sohlen. Nach dem kargen „Ja“ schiebt Toni Piëch dann gegenüber dieser Redaktion doch noch einige Sätze nach: Ja, es gehe für ihn ein Traum in Erfüllung, weil er gute Leute gefunden habe, die das Projekt mit ihm vorantreiben. Und es macht Toni Piëch stolz, „dass seine Mitstreiter bereit sind, Risiko zu übernehmen“.

Ferdinand Piëch schweigt zu den Plänen

Ob sein Vater auch stolz auf den Unternehmer-Sohn ist, bleibt ein Geheimnis. Denn nachdem der „Alte“, wie er im Volkswagen-Imperium heißt, wohl im Zorn über den Diesel-Skandal und wegen Reibereien mit dem Porsche-Clan den Großteil seiner Aktien an dem Konzern verkauft hat, schweigt der ohnehin große Schweiger noch konsequenter. Nicht mal mehr kurze Sätze lässt sich „Fugen-Ferdl“, wie der Auto-Enthusiast wegen seiner Detailversessenheit genannt wurde, entlocken. In Genf, wo Piëch mit seiner Frau Ursula einst zu den Stammgästen gehörte, wird er an diesem Dienstag nicht gesichtet, während ein anderer Clan-Boss aus der VW-Welt, Wolfgang Porsche, da ist. Er attestiert VW sowie Audi, Speck angesetzt zu haben und sparen zu müssen. Die Elektroauto-Pläne Volkswagens finden jedoch sein Wohlwollen. Auch Toni Piëchs Auto wird elektrisch angetrieben. Mit einem Preis von 150000 bis 170000 Euro erinnert der Sportwagen in seinem puristischen Design an Modelle der 60er und 70er Jahre.

Toni Piëch räumt in einer Werbebroschüre für seinen GT-Sportwagen, den er „Piëch Mark Zero“ nennt, ein, sein Vater wolle sich nicht offiziell zu dem Projekt äußern: „Dennoch möchte ich, dass er stolz auf mich ist.“ Ferdinand Piëch sei auf alle Fälle weder an der Firma beteiligt noch mische er sich ein. Der einstige VW-Chef-Einmischer soll so handzahm geworden sein? Kaum zu glauben. All das klingt nach einem weiteren Rätsel in einer Familie, die sich ohnehin nicht über einen Mangel an mysteriösen Geschehnissen beklagen kann.

Beim Genfer Autosalon lässt sich Ferdinand Piëch nicht blicken

Der Sohn der VW-Legende scheint zumindest die öffentliche Wort-Askese seines Vaters gelassen zu ertragen: „Der Name Piëch ist für mich mehr als nur eine Verpflichtung. Ich spüre die große Verantwortung und gehe trotzdem meinen eigenen Weg.“ Ferdinand Piëch wird es wohl jedenfalls eine gewisse Befriedigung verschaffen, dass nun erstmals sein Nachname und eben nicht nur immer Porsche auf einem Sportwagen des Konzerns prangt. Sein Cousin Wolfgang Porsche soll bei einer der vielen Frotzeleien innerhalb der beiden immer wieder aneinandergeratenden Volkswagen-Sippen Ferdinand Piëch hämisch „Nicht-Namensträger“ genannt haben.

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Ende der 70er Jahre war die Fehde zwischen den VW-Stämmen eskaliert, sodass ein auf gruppendynamische Prozesse spezialisierter Psychologe zu Hilfe gerufen wurde. Und nun prangt nach so langer Zeit endlich der Schriftzug „Piëch“ auf einem Sportwagen: Das muss der Psyche des „Alten“ doch schmeicheln. Dennoch überlässt er an dem großen Tag seinem Sohn die Bühne alleine. Gäste der Veranstaltung denken dennoch an den Auto-Altmeister. Ehe das beige Tuch weggezogen wird und der „Piëch Mark Zero“ auftaucht, meint ein Zuschauer (und es ist nicht Wolfgang Porsche): „Da kommt jetzt Ferdinand Piëch zum Vorschein.“ Das ist natürlich nicht der Fall.

„Der sieht ja fantastisch aus“, ruft eine Schweizerin. Sie meint nicht den Chef der neuen Autofirma, sondern den Wagen selbst. Toni Piëch schwärmt indessen von seinem Fahrzeug. So seien künftige Käufer in der Lage, bis zu 500 Kilometer weit zu fahren und in Windeseile zu beschleunigen. Weil die Batterie wie bei anderen Elektroautos nicht über den ganzen Fahrzeugboden verteilt sei, könnten Fahrer auch sportwagentypisch tief sitzen. Noch müssen sich Interessenten gedulden. Die ersten „Mark Zeros“ sollen Ende 2021 auf der Straße zu sehen sein.

Toni Piëch lebte zwölf Jahre lang in China

Dabei wurde Toni Piëch unter den zwölf Kindern des VW-Patriarchen nicht einmal als die größte familiäre Automobil-Hoffnung gehandelt, schließlich hat er sich an der Princeton University in den USA mit ostasiatischen Studien beschäftigt, um dann zwölf Jahre in China zu leben. Dort betrieb er eine eigene Medienfirma. So galt bislang der jüngste Sohn von Ferdinand Piëch, der 25-jährige Gregor Anton, als vielversprechender Nachwuchs. Er machte aber vor allem mit wieder verschließbaren Verschlüssen für Getränkedosen von sich reden. So zitiert ihn die Tiroler Tageszeitung mit der Ankündigung: „Vorbei sind die Zeiten, wo die Mutter Angst haben musste, dass in die Dose ihres Kindes eine Wespe fliegt.“ Auf einem Bild zum Artikel halten die Eltern, Ferdinand und Ursula Piëch, die Wunderdosen in der Hand.

Ursula Piëch wiederum ist nicht die Mutter von Toni. Er entstammt der über zwölf Jahre währenden, offen gehaltenen Beziehung von Ferdinand Piëch mit Marlene Porsche, wie Wolfgang Fürweger in der Biografie „Ferdinand Piëch. Der Automanager des Jahrhunderts“ schreibt. Der Autor zitiert die VW-Legende so: „Marlene besaß das gewisse Etwas zum Verwirren von Männern.“ Was pikant ist: Piëch gewann die Gunst der Frau, als sie noch mit seinem Cousin Gerd Porsche verheiratet war.

Ein Umstand, der wieder einmal nicht geeignet war, die Spannungen zwischen den Volkswagen-Clans entscheidend abzubauen.

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