Weiter mit Tracking durch Dritte

Besuchen Sie unsere Website mit personalisierter Werbung und Werbetracking durch Dritte. Details und Informationen zu Cookies, Verarbeitungszwecken sowie Ihrer jederzeitigen Widerrufsmöglichkeit finden Sie in der Datenschutzerklärung und in den Privatsphäre-Einstellungen.

Weiter mit dem PUR-Abo

Nutzen Sie unser Angebot ohne Werbetracking durch Dritte für 4,99 Euro/Monat. Kunden mit einem bestehenden Abo (Tageszeitung, e-Paper oder PLUS) zahlen nur 0,99 Euro/Monat. Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des PUR-Abos finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Zum Angebot Bereits PUR-Abonnent? Hier anmelden

Tracking durch Dritte: Zur Finanzierung unseres journalistischen Angebots spielen wir Ihnen Werbung aus, die von Drittanbietern kommt. Zu diesem Zweck setzen diese Dienste Tracking-Technologien ein. Hierbei werden auf Ihrem Gerät Cookies gespeichert und ausgelesen oder Informationen wie die Gerätekennung abgerufen, um Anzeigen und Inhalte über verschiedene Websites hinweg basierend auf einem Profil und der Nutzungshistorie personalisiert auszuspielen.

Verarbeitungszwecke:
Informationen auf einem Gerät speichern und/oder abrufen

Für die Ihnen angezeigten Verarbeitungszwecke können Cookies, Gerätekennungen oder andere Informationen auf Ihrem Gerät gespeichert oder abgerufen werden.

Personalisierte Anzeigen und Inhalte, Anzeigen und Inhaltsmessungen, Erkenntnisse über Zielgruppen und Produktentwicklungen

Anzeigen und Inhalte können basierend auf einem Profil personalisiert werden. Es können mehr Daten hinzugefügt werden, um Anzeigen und Inhalte besser zu personalisieren. Die Performance von Anzeigen und Inhalten kann gemessen werden. Erkenntnisse über Zielgruppen, die die Anzeigen und Inhalte betrachtet haben, können abgeleitet werden. Daten können verwendet werden, um Benutzerfreundlichkeit, Systeme und Software aufzubauen oder zu verbessern.

▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌ ▉▌▌▉▍▉▌▌▉▍▉▍▉▍ ;▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌
Newsticker
Selenskyj stellt Landsleute auf harten Winter ein
  1. Startseite
  2. Wirtschaft
  3. IG-Metall Abschluss 2022: Erfolgreicher Tarifabschluss

IG-Metall setzt Doppel-Wumms durch: Es stellt sich die Gerechtigkeitsfrage

Kommentar Von Stefan Stahl
21.11.2022

Für Gewerkschaftschef Hofmann ist der Tarifabschluss ein Erfolg. Im Spiel gegen die Arbeitgeber gewinnt er 2:1. Doch die Unternehmerseite hat auch ein wichtiges Tor erzielt.

Das ist eine Machtdemonstration der IG Metall. Nach einer heftigen Warnstreikwelle und der Androhung eines länger laufenden Arbeitskampfes hat die Gewerkschaft einen Tarif-Abschluss erstritten, der aus Sicht der Beschäftigten noch einmal ein Stück besser als in der Chemiebranche ausfällt. Damit hat IG-Metall-Chef Jörg Hofmann, dessen Amtszeit im kommenden Jahr zu Ende geht, auch all seinen internen Kritikern gezeigt, was er kann.

Das Ergebnis kommt einem Doppel-Wumms gleich: Denn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschen Schlüsselbranche mit Autoindustrie und Maschinenbau erhalten nicht nur in zwei Tranchen eine Einmalzahlung von 3000 Euro. Hinzu kommt, wiederum in zwei Portionen, eine Lohnerhöhung von insgesamt 8,5 Prozent. Weil die IG Metall 8,0 Prozent gefordert hat, ist klar: Hofmann hat in Zeiten mit zuletzt 10,4 Prozent Inflation zwei schöne Tore geschossen – und das ohne die Tarifauseinandersetzung weiter zu eskalieren. In Krisenzeiten hätte ein Groß-Konflikt den Ruf der Gewerkschaft beschädigt.

Tarifverhandlung mit IG Metall: Arbeitgeber gehen nicht torlos vom Platz

Doch die Arbeitgeberseite um Gesamtmetall-Chef Stefan Wolf geht nicht torlos vom Platz. Ihr ist es zumindest gelungen, eine komfortable Laufzeit des Tarifvertrages von zwei Jahren durchzusetzen. Die Lohnerhöhungen werden also gestreckt: 2023 gibt es 5,2 und im Jahr darauf noch einmal maßvollere 3,3 Prozent. Damit herrscht für lange Zeit Ruhe im Lohn-Spiel.

Das ist ein klarer Erfolg für die Unternehmer, weil die Gewerkschaft für einen nur ein Jahr laufenden Tarifvertrag eingetreten ist. Dabei hat die IG Metall der Gegenseite erwartungsgemäß erneut zugestanden, dass Firmen, die nachweislich wirtschaftliche Probleme haben, entlastet werden.

Tarifvertrag ist klarer Kompromiss zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern

Der Abschluss ist also – wie immer – ein klassischer Kompromiss, der hohe Erwartungen für Beschäftigte anderer Branchen weckt. Wenn am 24. Januar kommenden Jahres die Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen beginnen, steht Verdi-Chef Frank Werneke dank Hofmanns Sturmkünsten unter Zugzwang. Er muss mindestens so gut wie die IG Metall abschließen.

Lesen Sie dazu auch

Dabei treibt der Verdi-Gewerkschafter mit seiner Forderung nach 10,5 Prozent mehr Lohn die Erwartungen auf die Spitze. Auch wenn die Menschen unter der hohen Inflation leiden, dürfen die Arbeitnehmer-Organisationen nicht überziehen, sonst befeuern sie mit zu kräftigen Gehaltserhöhungen die Teuerung nur weiter und müssen noch mehr fordern.

Gibt es in Deutschland eine Dreiklassen-Lohn-Gesellschaft?

Letztlich stellt sich eine Gerechtigkeitsfrage: Beschäftigte, die nicht das Glück haben, von so starken Gewerkschaften wie der IG Metall vertreten zu werden, müssen sich mit einem deutlich geringeren Lohn-Plus begnügen. Da zunehmend Betriebe die Flucht aus der Tarifbindung antreten, gibt es in Deutschland eine Zwei-, wenn nicht gar Dreiklassen-Lohn-Gesellschaft. Das weckt Neid und ist auf Dauer Gift für den sozialen Frieden.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

18.11.2022

Das ist genau der richtige Tarifabschluss, der die Stärke des deutschen Tarifsystems (ohne Streik!) wieder einmal bestätigt. Kleine Einkommen werden mit 3000 Euro netto, einer ordentlichen Tariferhöhung und den staatlichen Hilfen mindestens kompensiert, eine Lohn-Preis-Spirale wird dadurch nicht direkt ausgelöst und die Anpassung der Einkommen auf das höhere Preisniveau wird verschoben auf die Zeit nach der Krise (hoffentlich).

18.11.2022

Hmmm, ich weiß nicht ob es ein Grund zum Jubeln ist, ja es federt es etwas ab aber auch nur minimal. Es reicht noch nicht mal um die Erhöhung der Lebensmittel abzufangen und da wollen wir von der Energie garnicht sprechen.
Aber alles beim alten, wenn Heuer alles um 50% teurer wird anstelle der vorhergesagten 100% jubeln alle. Irgendwie sind wir alle schon leicht an der Leine zu halten.

18.11.2022

Ist es die Aufgabe von Tarifabschlüssen höhere Lebenshaltungskosten abzufedern?

18.11.2022

Ja darum ging es auch bei den Warnstreiks. Den Arbeitnehmer zu entlasten um die Kosten abzufedern.
Jedenfalls hat der Tarifabschluss mehr als der, mittlerweile schon standardmäßige, Friedensumzug gebracht.

18.11.2022

Tarifverträge sind hauptsächlich dazu da, da´ß Arbeitnehmer gewisse Rechte bekommen und auch durchsetzen können, wie z.B. Arbeitsbedingeungen, Datenschutz, Aus- und Weiterbildung, Standortgarantien usw.. Auch der Lohn ist eine Komponente von Tarifverträgen; er sollte sich aber nach der Produktivität des Unternehmens, der Branche richten.

18.11.2022

Wolfgang B., Die von Ihnen genannten Inhalte von Tarifverträgen sind Nebenaspekte. Entscheidend ist natürlich die Lohnhöhe und da wollen die Vertreter der Aŕbeitnehmer natürlich das Maximale herausholen. Das ist auch völlig gerechtfertigt. Allerdings hat das deutsche Mitbestimmungsrecht immer dafür gesorgt, dass die Gewerkschaften den Bogen nicht überspannen - für Deutschland ein eindeutiger Standortvorteil.

18.11.2022

Wolfgang B.
Jeder setzt seine Prioritäten bei einem Tarifvertrag anders. Ist ja okay aber soweit ich mitbekommen habe, hat keiner bei den Streiks nach Weiterbildungsangeboten, Datenschutz oder Ähnliches gerufen. Nicht auf der IGM Seite noch auf Seite der Arbeitnehmer. Manche Diskussion sind wirklich unnötig und dienen, so mein Gefühl, einzig dem Zweck Rentner die Zeit zu vertreiben. Ich sollte mich hier wirklich wieder mehr aufs wesentliche konzentrieren sonst diskutiere ich irgendwann noch über den Pigmentanteil von diversen Farben.

18.11.2022

"Auch der Lohn ist eine Komponente von Tarifverträgen; er sollte sich aber nach der Produktivität des Unternehmens, der Branche richten."

Und wer sollte die Produktivität ihrer Meinung nach Beurteilen? Feuerwehrleute erhalten dann weniger weil sie in der Dienstzeit nur zu 10% unterwegs sind dafür bekommen dann Pflegekräfte mehr weil sich trotz vieler Versprechungen seit 2020 nichts großes bewegt hat?

Die Deutsche Bahn machte 2021 ein Minus von 910 Millionen Euro von den ausgefallenen/defekten/verspäteten Zügen wollen wir gar nicht anfangen und trotzdem erhält der Bahnchef Richard Lutz eine Gehaltserhöhung um 10% auf 990.000 € pro Jahr. Aber den Mitarbeitern dann erzählen wollen 10% sind nicht möglich?

Und was Datenschutz im Tarifvertrag zu suchen hat verstehen wohl auch nur Sie.

19.11.2022

Arbeitsbedingungen, Förderung, Aus- und Weiterbildung, Urlaub... sind Nebenbedingungen? Dann sprechen Sie mal mit Gewerkschaftern oder Arbeitergebervertretungen. Dem Herrn der glaubt, Datenschutz sei nicht möglicher Teil von Tarifverträgen empfehle ich mal sich ein wenig umzusehen. Ich verzichte auf Dutzende von Links. Er ist wohl der einzige der es nicht versteht.

19.11.2022

"Arbeitsbedingungen, Förderung, Aus- und Weiterbildung, Urlaub... sind Nebenbedingungen?"

Das sind keine "Nebenbedingungen", sondern Nebenaspekte der jährlichen Tarifverhandlungen, da sich daran nicht ständig etwas ändert, sondern jahre- oder jahrzehntelang mehr oder weniger festgeschrieben ist.
Auf die Straße gehen die Leute regelmäßig, weil sie mehr Geld wollen. Darüber sollte man eigentlich nicht diskutieren müssen, da es offensichtlich ist.

19.11.2022

Wegen mir ..aspekte.. . Ich kenne keinen Tarifvertrag, und ich kenne einige, in denen z.B. Aus- und Weiterbildung, Arbeitsbedingungen jahrzehntelang festgeschrieben sind. Hier kann man z.B. ein wenig blättern:https://www.agv-vers.de/tarifpolitik/tarifvertraege.html
Ja, ein Teil der Leute gehen auf die Strasse weil sie mehr Geld wollen. Schauen Sie sich mal im gesamten medizinischen Bereich um - dort geht es oft auch um "schlechte Arbeitsbedingungen". Gilt insbesondere für sie sog. "einfachen Jobs"