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Foto: Ulrich Wagner
Foto: Ulrich Wagner

Es ist eine traurige Nachricht: Schwabens IHK-Präsident Andreas Kopton ist mit nur 66 Jahren gestorben.

Nachruf
16.04.2023

Ein Optimist auch in schwierigen Zeiten: IHK-Präsident Andreas Kopton ist gestorben

Von Michael Kerler

Andreas Kopton prägte die Arbeit der Industrie- und Handelskammer über viele Jahre und machte sie fit für die Zukunft. Jetzt ist er im Alter von 66 Jahren gestorben.

Über das Land konnte das schlimmste Unwetter hereinbrechen, wenn jemand zuversichtlich blieb und bereits wieder gutes Wetter aufziehen sah, dann war es Andreas Kopton, der langjährige Präsident der Industrie- und Handelskammer Schwaben. "Ich bin generell Optimist, auch privat. Melancholie liegt mir fern", sagte er einmal in einem Interview unserer Redaktion. Das galt in der Zeit der Finanzkrise, in der Flüchtlingskrise, selbst in der Energiekrise im vergangenen Jahr konnte die Zuversicht Koptons nur wenig erschüttern. Das Glas war immer halb voll, nie halb leer. 

Andreas Kopton war – als Nachfolger von Hannelore Leimer – seit 2009 Präsident der Industrie- und Handelskammer Schwaben. Geboren am 14. Mai 1956 in Cuxhaven, studierte er Ökonomie in Duisburg und promovierte in Gießen. 1987 kam er als Geschäftsführer des Geotechnik-Unternehmens Harres nach Harburg im Kreis Donau-Ries. Aus dem Unternehmen ging die HPC AG hervor, die auf Flächensanierungen und Umweltberatung spezialisiert ist und die er bis 31. Mai 2021 leitete. 

Seit 2009 Präsident der Industrie- und Handelskammer Schwaben

In der Region war Kopton bald stark verwurzelt. Er begann sich sehr schnell ehrenamtlich zu engagieren. Anfangs bei den Wirtschaftsjunioren, danach bald bei der Industrie- und Handelskammer. Ab 1995 war Kopton Mitglied der IHK-Regionalversammlung Donau-Ries, von 1999 bis 2003 zugleich als stellvertretender Vorsitzender der Regionalversammlung. Ab 1999 übernahm er auch als Mitglied der IHK-Vollversammlung Verantwortung. 2002 wurde er stellvertretender IHK-Präsident, 2009 dann IHK-Präsident. Im März 2017 zog Andreas Kopton als Mitglied in den Vorstand des Deutschen Industrie- und Handelskammertages ein. 

Der Unternehmer setzte sich mit Herzblut für die Region ein. Sei es, als es darum ging, zusammen mit der Stadt Augsburg und der Handwerkskammer mit dem Innovationspark Augsburg Spitzenforschung nach Schwaben zu holen. Sei es, als es der IHK 2015 in einem einzigartigen Projekt gelang, junge, unbegleitete Flüchtlinge in Ausbildung zu bringen. Nicht nur ein Herz für die Menschen zu haben, sondern auch zu handeln, war für ihn eine Selbstverständlichkeit. 

Er definierte die großen Zukunftsthemen und den neuen Fokus der IHK

Mit großer Leidenschaft kämpfte Andreas Kopton für die Interessen der Unternehmerinnen und Unternehmer. Er war ein streitbare, wichtige Stimme gegenüber der Politik und benannte die brennenden Probleme der Zeit, beispielsweise die zunehmende Bürokratisierung oder die Widersprüche der Energiepolitik. "Man kann doch Atomkraftwerke nicht ohne eine Alternative abschalten", lautete seine Grundüberzeugung.

Seinen Humor, seine Ironie, seinen menschlichen Umgang hat er dabei nie verloren. Die Industrie- und Handelskammer Schwaben hat Andreas Kopton insbesondere durch die Definition der großen Zukunftsthemen geprägt, die Auswirkungen bis in unseren Alltag hinein haben: Fachkräfte, Internationales, Digitalisierung, Energie, Mobilität, kurz FIDEM. Kopton liebte das Spiel mit Abkürzungen. Mit seiner analytischen Schärfe brachte er die IHK auf die Höhe der Zeit und machte sie thematisch fit für die Zukunft. 

Trotz einer schweren Krankheit kehrte er immer wieder auf die öffentliche Bühne zurück

Zuletzt kämpfte Andreas Kopton gegen eine schwere Krankheit, mit der er offen umging. Im Sommer 2022, merklich schmäler geworden, zeigte er sich bereits wieder optimistisch. Jetzt müsse es wieder aufwärtsgehen, lautete seine Überzeugung. "Ich habe wieder Spaß am Leben", sagte er. Nach schwierigen Phasen kehrte er stets auf die öffentliche Bühne zurück und nahm sein Amt wahr. Noch Ende März freute er sich, Peter Adrian, den Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, bei der IHK Schwaben begrüßen zu dürfen. 

Es ist deshalb eine traurige Nachricht: Andreas Kopton ist in der Nacht von Freitag auf Samstag gestorben. Er wurde 66 Jahre alt. Andreas Kopton war verheiratet, er hinterlässt seine Ehefrau und drei Kinder. 

Große Betroffenheit in der Region

Die Betroffenheit über den zu frühen Tod von Andreas Kopton war bereits am Wochenende groß. "Wir sind bestürzt über den frühen Tod unseres Präsidenten, der seit 2009 mit Herzblut, großem Engagement und Weitsicht unsere IHK Schwaben geführt hat", sagte Gerhard Pfeifer, stellvertretender Präsident der IHK Schwaben, in einer ersten Reaktion. "Wir trauern um eine Unternehmerpersönlichkeit, die sich stets mit hoher Sachkenntnis, einem klaren Blick für das Wesentliche in einer warmen, ausgleichend, optimistischen Art für die bayerisch-schwäbische Wirtschaft und für ,seine´ IHK eingesetzt hat." 

"Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Freunden, allen voran seiner Frau und seinen Kindern. In tiefer Dankbarkeit blicken wir zurück auf die gemeinsame Wegstrecke mit einem außergewöhnlichen Unternehmer und Menschen, dem wir stets ein ehrendes Gedenken bewahren werden", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Marc Lucassen. 

Claudia Roth: "Andreas Kopton wird uns allen sehr fehlen"

Bestürzt zeigte sich Kultur-Staatsministerin Claudia Roth. "Ich habe Andreas Kopton in den vergangenen Jahren als hoch engagierten Präsidenten der IHK Schwaben erleben dürfen, der die Interessen der schwäbischen Wirtschaft stets im Blick hatte, dabei aber immer offen war für Veränderungen und neue Ideen", sagte die Grünen-Politikerin. "Andreas Kopton war unserer Region Bayerisch-Schwaben tief verbunden und ich danke ihm von Herzen für sein Engagement und sein Wirken. Meine Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Familie und seinen Freundinnen und Freunden. Andreas Kopton wird uns allen sehr fehlen."

"Wir haben einen tollen Präsidenten, einen tollen Unternehmer und einen tollen Menschen verloren", sagte einer seiner Weggefährten. "Er wird uns fehlen." 

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