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  3. Inflation: Warum die EZB zunehmend in der Zwickmühle steckt

Inflation
28.10.2022

Warum die EZB zunehmend in der Zwickmühle steckt

EZB-Präsidentin Christine Lagarde und Vizepräsident Luis de Guindos erklärten die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag.
Foto: Arne Dedert, dpa

Die Europäische Zentralbank macht den erwarteten Zinsschritt. Doch die Inflation dürfte so schnell nicht auf die angepeilten zwei Prozent sinken.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag zum dritten Mal in drei Monaten die Leitzinsen erhöht. Der Rat der EZB einigte sich auf einen Anstieg von 0,75 Prozent für alle drei Leitzinssätze. Der Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken frisches Geld bei der EZB leihen können, steigt damit auf 2,0 Prozent. Der sogenannte Einlagensatz, den Kreditinstitute erhalten, wenn sie Geld bei der EZB parken, steigt auf 1,50 Prozent. Der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität, mit der sich Geschäftsbanken kurzfristig über Nacht Geld bei der EZB leihen können, liegt künftig bei 2,25 Prozent.

Man werde die Zinsen künftig weiter anheben, um eine zeitnahe Rückkehr der Inflation auf das mittelfristige Zwei-Prozent-Ziel zu gewährleisten, bekräftigte EZB-Präsidentin Christine Lagarde die Entschlossenheit der EZB bei der anschließenden Pressekonferenz. "Wir sind noch nicht am Ziel", so Lagarde. Der EZB-Rat werde sich dabei aber an die Entwicklung der Inflations- und Wirtschaftsaussichten anpassen, doch die Inflation werde wohl noch länger über dem Zielwert bleiben.

Die Wirtschaft droht in eine Rezession abzugleiten

Weiter steigende Preise für Energie und Nahrungsmittel hätten die Inflation zuletzt befeuert. Sie lag im September bei 9,9 Prozent in der Eurozone – der höchste Wert seit Einführung des Euro als Buchgeld im Jahr 1999. Die Schwäche des Euro verstärke diesen Trend, so Lagarde. Importpreise steigen so schneller als die Erlöse aus dem Export. Gleichzeitig drohe die Wirtschaft aber in eine Rezession abzugleiten.

An die Adresse der Finanzminister richtete Lagarde daher den Appell, notwendige Hilfsmaßnahmen für schwächere Gruppen zeitlich befristet und gezielt zu gestalten. Die Sorge der EZB ist, dass die Politik mit allzu großzügigen Hilfen sowohl die Verschuldung der Staaten erhöht als auch gleichzeitig die Inflation nach oben treibt. Volker Wieland, Geldpolitik-Experte und ehemaliger Wirtschaftsweise, sagte unserer Redaktion dazu: "Die 200 Milliarden, die von der Bundesregierung bereitgestellt werden, entsprechen 5,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus dem Jahr 2021. Wenn alle Staaten solche Maßnahmen umsetzen, konterkariert das natürlich die Bemühungen der EZB zur Bekämpfung der Inflation."

Volker Wieland sieht Fehler der EZB in der Vergangenheit

Die genaue Ausgestaltung der Gaspreisbremse bleibe abzuwarten, aber: "Für Haushalte sind dies in jedem Fall direkte Transfers, und das wird die Inflation unterstützen, dieser Wirkung muss man sich bewusst sein." Wieland sieht aber auch Fehler der EZB in der Vergangenheit: "Die Inflation geht nicht allein auf die Energiekrise zurück. Eine erste Grundlage wurde gelegt durch die Stützungsprogramme während der Corona-Zeit. Dies wurde von der EZB unterstützt, da sie im großen Stil Staatsanleihen aufgekauft hat. Sie hat es versäumt 2021 früher umzusteuern."

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Den Zinsschritt der EZB nun hält Wieland für richtig: "Ich hätte auch eine Erhöhung um ein Prozent nicht für falsch gehalten." Die Märkte erwarteten mittelfristig einen Einlagezinssatz von drei Prozent. "Es ist noch Raum für zwei weitere Zinsschritte von 0,75 Prozent, nur um die Erwartungen der Märkte zu erreichen", so Wieland. Um die Inflation energisch zu bekämpfen, brauche es mehr, denn so bleibe der Realzins auf absehbare Zeit negativ. "Die Geldpolitik stützt damit weiterhin die Nachfrage. Wir befinden uns aber nicht in einer nachfragebedingten Rezession, der Arbeitsmarkt ist weiter stabil und Arbeitskräfte knapp. Dementsprechend folgen auf den Kaufkraftverlust hohe Lohnforderungen", verdeutlichte Wieland.

Marcel Fratzscher sieht die EZB in der Zwickmühle

Auch Marcel Fratzscher, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), rechnet nicht mit einem schnellen Rückgang der Inflation, trotz der Bemühungen der EZB: "Die EZB befindet sich zunehmend im Zielkonflikt zwischen einer soliden Verankerung der Inflationserwartungen und der Verhinderung einer noch tieferen Rezession in vielen Teilen des Euroraums, allen voran in Deutschland." Der Anstieg der Kerninflation und die hohe Inflation bei den Produzentenpreisen seien besorgniserregend. Die Wirtschaft im Euroraum schwäche sich weiter ab und die Risiken einer länger anhaltenden Schwächephase nähmen zu. Die EZB sei damit zunehmend in einer Zwickmühle.

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Die Diskussion ist geschlossen.

28.10.2022

Die Instrumente der EZB für diesen Typus von Inflation sind doch sehr einbgeschränkt - ergo kann sie auch nicht in einer Zwiskmühle stecken. Die aktuelle Inflation zeichnete sich doch schon weniger Wochen nach dem Corona-Ausbruch ab. Angeboite gingen zurück, Lieferketten brachen zusammen usw.. Dafür kann die EZB nichts.

28.10.2022

"Die aktuelle Inflation zeichnete sich doch schon weniger Wochen nach dem Corona-Ausbruch ab. Angeboite gingen zurück, Lieferketten brachen zusammen usw.. Dafür kann die EZB nichts."

Die Inflation kann man geldpolitisch sehr gut einfangen. Das ist auch das einzige Mandat was die EZB hat. Sie macht aber genau das Gegenteil. Durch die Geldschwemme wird Nachfrage generiert und Inflation in Zeiten der Verknappung angetrieben. Angebot und Nachfrage müssen wieder im Einklang stehen. Wenn jeder die Taschen voller Geld hat und keine Waren vorhanden sind, kann sich jeder ausmalen was die Preise machen.

28.10.2022

@ NICOLA L.

"Gestern in der Heute hat er noch die Lockerung der Schuldenbremse und höhere Sozialausgaben und Investitionen in Erneuerbare gefordert. Alles Inflationstreibend."

Investitionen sind inflationstreibend? Ziemlicher Quatsch. Glauben sie ernsthaft Fratzscher Paroli bieten zu können?

Informieren Sie sich erst mal über den Unterschied zwischen investiven und konsumtiven Ausgaben.

Fratzscher liegt völlig richtig. Wir haben es derzeit mit einer Angebotsinflation zu tun, deren Ursachen z. T. kriegsbedingt große Preisanstiege bei Rohstoffen und Energie sowie unterbrochene Lieferketten sind.
Ein vernünftiger Weg aus dieser Kostenfalle ist ein beschleunigter Ausbau der deutlich kostengünstigeren erneuerbaren Energien. (edit/mod)

28.10.2022

"Investitionen sind inflationstreibend? "
Ja das sind sie. Wir haben eine durch Nachfrage getriebene Inflation. Sie sollten den Text lesen:

"Die Geldpolitik stützt damit weiterhin die Nachfrage. Wir befinden uns aber NICHT in einer nachfragebedingten Rezession, der Arbeitsmarkt ist weiter stabil und Arbeitskräfte knapp. Dementsprechend folgen auf den Kaufkraftverlust hohe Lohnforderungen", verdeutlichte Wieland."

Man muss die Nachfrage bremsen und so die Inflation einfangen. Das geht nur über eine Rezession und Investitionen bewirken genau das Gegenteil.

28.10.2022

"Man muss die Nachfrage bremsen und so die Inflation einfangen. Das geht nur über eine Rezession und Investitionen bewirken genau das Gegenteil."

Die Rezession ist nie ein Mittel der Geldpolitik sondern eine eigentlich unerwünschte Folge der inflationsbedingten Käuferzurückhaltung bei den konsumtiven Ausgaben. Die zu erwartende Rezession wird eine Pleitewelle zur Folge haben. Fragen Sie mal die Bäckerinnung.
Investitionen in einer Phase wie der momentanen werden kaum Erweiterungs- sondern in erster Linie Rationalisierungsinvestitionen sein um so weit überhaupt noch möglich den Kostendruck zu minimieren.

28.10.2022

"inflationsbedingten Käuferzurückhaltung"

Genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn Geld inflationiert, versucht man in Sachwerte zu gehen, zm den Wert zu erhalten. Die Nachfrage steigt noch mehr an und man hat einen verstärkenden Effekt. Die Löhne steigen aufgrund des guten Arbeitsmarktes auch noch schneller, genannt Preis-Lohn-Preis Spirale.

Eine Rezession bedeutet sinkende Kaufkraft und Nachfrage. Leider notwendig, um die Währung zu retten. Die Geldmenge wird reduziert und die Nachfrage bricht ein. Die Währung stabilisiert sich. Falls das Angebot wieder stärker wird, kann man auch wieder die Zinsen senken und die Geldmenge zum Wachstum anheben.

Allerdings ist die Grüne Ideologie genau das Gegenteil. Kein Wachstum mehr, um den Planeten zu "retten"! Sie müssten sich eigentlich freuen, wenn Menschen verarmen.

28.10.2022

"Ich hätte auch eine Erhöhung um ein Prozent nicht für falsch gehalten."
Ja man läuft der FED in den USA hintzerher. Der Euro hat gleich mal 1,5 Prozent zum Dollar verloren. Man hat sich mehr erhofft an den Devisenmärkten.

Herr Fratzscher ist schon lustig. Gestern in der Heute hat er noch die Lockerung der Schuldenbremse und höhere Sozialausgaben und Investitionen in Erneuerbare gefordert. Alles Inflationstreibend. Die Euro Südländer fangen schon zu quengeln an wegen der gestiegenen Zinskosten. Ich glaube nicht, dass der Euro so fortbestehen kann. Entweder zerbricht er, oder es wird munter weiter gedruckt für die Stütze der Südländer. Herr Jens Weidmann konnte nicht anders als zurücktreten.

Auf eines kann man sich verlassen! Die "Gleichmacher" und Sozialisten haben mal wieder den Ruin herbeigeführt. Dabei hat die Hyperinflation der Zwanziger den Weg in die Katastrophe des 20. Jahrhunderts erst möglich gemacht. Nichts ist so unsozial wie Inflation. Die Schwächsten werden kalt enteignet und radikalisiert.

"Die Ökonomen Lars Peter Feld, Clemens Fuest und Volker Wieland warnen davor, dass das neue Anleihekaufprogramm der EZB eine toxische Wirkung auf die Stabilität der Europäischen Währungsunion haben kann."

https://www.ifo.de/medienbeitrag/2022-08-05/das-neue-kaufprogramm-der-ezb-ist-toxisch-fuer-die-waehrungsunion

28.10.2022

„Die ‚Gleichmacher‘ und Sozialisten haben mal wieder den Ruin herbeigeführt.“

Obgleich ich mich nicht zu dieser Gruppe zähle, bitte ich doch um eine differenzierte Betrachtungsweise.

Erstens liegen die Wurzeln der Katastrophe des 20. Jahrhunderts ganz eindeutig im 1. Weltkrieg und der Naivität des deutschen Kaisers Wilhelm II. (Dass sich aber auch führende Politiker anderer Länder grob fahrlässig verhalten haben, schreibt der britische Historiker Christopher Clark in seinem Buch „Die Schlafwandler“). Und die Hyperinflation 1923 gründet in den unerfüllbaren Reparationsverpflichtungen der Deutschen (was damals auch der britische Nationalökonom John Maynard Keynes so erkannte und sich deshalb auch aus der britischen Delegation zurückzog) verbunden mit der völkerrechtswidrigen Ruhrbesetzung durch Franzosen und Belgier.

Zweitens krankt der Euro an seinen Konstruktionsfehlern.
Wenn man heute nachliest, welche Bedenken von namhaften Ökonomen bereits bei der Einführung der europäischen Währungsunion geäußert wurden (auch Karl Schiller war dabei), dann muss man schon feststellen, es war unverantwortlich, welche Risiken die Kohls, Genschers und Waigels damals beiseite gewischt haben, nur um die französische Zustimmung zur deutschen Einheit zu bekommen.

Heute gehen Teile der Fachwelt von einem langandauernden Siechtum des Euros („Liraisierung“) aus. Ihre Alternative „es wird munter weiter gedruckt für die Stütze der Südländer“ wird dabei sicherlich bald nicht mehr funktionieren, denn wenn das Vertrauen in die Werthaltigkeit einer Währung erst einmal dahin ist, dann würde eine weitere Ausweitung der Geldmenge die Gefahr einer Hyperinflation noch weiter erhöhen.