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Atomkraft ist eine zynische Wette

Kommentar Von Stefan Stahl
02.01.2022

Die EU-Kommission will Atomkraft als grüne Energieform einstufen. Das ist widersinnig und gefährlich.

Atomkraft ist eine leichtsinnige Wette auf die Zukunft, nämlich darauf, dass ja kein Unfall passiert. Doch es ereignen sich immer wieder Störfälle, manchmal sogar Katastrophen wie in Tschernobyl oder Fukushima, welche Menschen töten und die Umwelt über Generationen hinweg schwer belasten.

Hinzu kommt die Zockerei mit dem Atommüll, der noch strahlt, wenn seine Erzeuger längst nicht mehr leben. Atomkraft ist also eine unverantwortbare Wette. Insofern wirkt die Abschaltung dreier weiterer Atomkraftwerke in Deutschland zum Jahreswechsel wie eine Sternstunde der Vernunft.

Frankreich setzt auf faule Lösung und will Klimawandel mit Atomkraft bekämpfen

Doch in den Jubel der Atomkraft-Gegnerinnen und -Gegner über das Aus für Anlagen wie Gundremmingen mischt sich die absurde Botschaft aus Brüssel, moderne Kernenergie-Anlagen seien nachhaltig, also grün. Wie Frankreich auf Atomkraft im Kampf gegen den Klimawandel zu setzen, kommt dem Weg der geringsten Anstrengung, eben einer faulen Lösung gleich.

Wer sich reinhängt und es wie Deutschland ernst mit dem Klima- und Menschenschutz meint, setzt auf erneuerbare Energie aus Wind- sowie Sonnenkraft und beendet das zynische Atom-Spiel.

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03.01.2022

>> Der Strom aus modernen großen PV-Anlagen kostet weltweit jetzt 2 - 5 Cent je Kilowattstunde. <<

Niemand bestreitet, dass im Sommer tagsüber ausreichend PV Strom erzeugbar wäre.

Wir brauchen konkrete Konzepte für Deutschland im Winter.

Wir brauchen Konzepte für Tage wie den 21./22.12.2021 mit weniger als 5 Gigawatt PV- und Windstrom.

https://energy-charts.info/charts/power/chart.htm?l=de&c=DE&source=sw&year=2021&week=51

Für ein Deutschland im Winter, wo der Einbau von fossilen Heizungen ab 2025 nach Willen der Ampel verboten wird und nur noch elektrische Wärmepumpen zulässig sind.

Für ein Deutschland, das die Mehrzahl der Bürger als hoch entwickeltes Industrieland sieht und dessen klimaneutrale Transformation der Chemieindustrie enorme Strommengen erfordern wird.

Für ein Deutschland, in dem immer mehr Bürger auf Elektromobilität setzen.

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/energie-stromluecke-droht-warum-die-ziele-aus-dem-koalitionsvertrag-kaum-zu-meistern-sind/27861676.html?ticket=ST-10346616-BEF5hIuOhmPtjeg6V1M4-cas01.example.org

>> Die Antriebswende wird für eine rasch steigende Stromnachfrage sorgen – ebenso wie der geplante Ersatz von gas- oder ölbetriebenen Heizkesseln durch elektrische Wärmepumpen. Hinzu kommt das Ziel der künftigen Koalition, die für 2030 angestrebten Kapazitäten für die stromintensive Wasserstoffelektrolyse von der Zielvorgabe fünf GW auf zehn GW zu verdoppeln. <<

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03.01.2022

@THOMAS T.: Zu Fukushima: „Es gab keine Strahlenopfer bei der Explosion“

Wie kann man so was ernsthaft behaupten?
„Strahlenbedingte Krebserkrankungen treten erst Jahre oder Jahrzehnte nach der Bestrahlung auf. Das heißt, zwischen der Bestrahlung und dem Erscheinen einer strahlenbedingten Krebserkrankung besteht eine Latenzzeit, die für die einzelnen Arten von Erkrankungen unterschiedlich lang ist.“ (https://www.bfs.de/DE/themen/ion/wirkung/krebs/einfuehrung/einfuehrung.html)

Und die Drecksarbeit beim Abbau von Uranerz einhergehend mit Berufskrankheiten wie Silikose, Silikose mit Lungenkrebs und Strahleninduzierter Lungenkrebs machen die Schwarzafrikaner in der Sahelzone. Werden wir vermutlich bald noch mehr Bundeswehr brauchen, um Mali zu „befrieden“. (Ich habe in den 1990er-Jahren die nachgehenden Untersuchungen und die Strahlenkrebs-Forschung im Zusammenhang mit WISMUT evaluiert. Empfehle z. B. „Schneeberger Krankheit“ zu googeln …)


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03.01.2022

Sehr geehrter Herr Eimiller

Was ist an der Aussage: „Es gab keine Strahlenopfer bei der Explosion“ nicht ernst zu nehmen?
Als die Explosionen sich lösten, hat es weder durch Druck, noch durch herumfliegende Teile, noch durch Strahlung Tote gegeben. Auch bis heute hat es keine Todesopfer durch Radioaktivität gegeben.

Zur Schneeberger Krankenheit. Wenn Sie daran gearbeitet haben, sollten Sie bemerkt haben, dass sich die Arbeitsbedingungen der WISMUT-Mitarbeiter von den Straflager-Bedingungen Ende der 40er Jahre bis zum Ende hin und damit auch der Status der Gesundheitsgefährdung verändert haben. Die statistische Abweichung waren Ende der 80er Jahre massiv geringer. Daraus lässt sich ableiten - mit entsprechenden Arbeitsschutz-Maßnahmen ist dieses Arbeit nicht gefährlicher als andere.
Noch Heute kann man als Tourist mit alten Kumpel in die Bergwerke einfahren und zu den Themen hochinteressante Gespräche führen. Auch zu den „Ewigkeitsmassnahmen“ nach der angeordneten dilettantischen Schließung der Stollen.

Im übrigen gibt es ausreichend Untersuchungen zu den Opfern pro erzeugter Terrawattstunde der einzelnen Energieerzeugungsarten. Dabei schneidet die Kernkraft regelmäßig besser ab als Strom aus Wind und Sonne

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03.01.2022

Herr T., zur Frage der Strahlenopfer möchte ich auf Finn Mayer-Kuckuck verweisen:

„Die japanische Regierung tut sich aus mehreren Gründen schwer damit, Strahlentote aufgrund des Fukushima-Unfalls offiziell anzuerkennen. Als Eigentümerin des verantwortlichen Stromkonzerns Tepco muss sie Entschädigungen zahlen und noch ist unklar, wie viele Fälle in Zukunft noch auftreten. Außerdem will sie der Bevölkerung ein Gefühl der Sicherheit und Ruhe vermitteln.“ (https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Atomkatastrophe-Fukushima-hat-sein-erstes-Strahlenopfer-id52106391.html)

Dass Sie heute für Stunden in ein stillgelegtes Uranerz-Bergwerk einfahren können, sagt doch gar nichts aus. Selbst wenn dort die heutige Gefährdung der damaligen entspräche, würde dies bei einer so kurzen Expositionszeit wohl kaum zu einer messbaren Erhöhung Ihrer persönlichen Wahrscheinlichkeit für eine Strahlenkrebserkrankung führen. (Aber schon allein das Einatmen von Gefahrstoffen halte ich in einem stillgelegten Bergwerk für weit weniger wahrscheinlich.)

Wenn sich die Fachwelt bei einzelnen Katastrophenfällen über die Opferzahlen nicht einigen kann (siehe Tschernobyl zwischen 4.000 und einigen Hunderttausend in https://www.aerzteblatt.de/archiv/52005/Tschernobyl-Opferzahlen-der-WHO), dann machen diesbezügliche Vergleiche zwischen den Energieerzeugungsarten wenig Sinn.

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03.01.2022

Einseitige Argumentation. In wenigen Ländern wie DEU ist die Antiatomkraft Lobby stark genug sich durchzusetzen und hat den Ausstieg quasi erzwungen. Alle Ansätze Endlagerstätten für Atomabfall wurden durch Antiatomaktivisten verhindert. DEU ist nicht der Nabel der Welt in dieser Frage; viele andere Länder investieren weiterhin in die Atomkraft. Zynische Wette hin oder her; die Realität kann DEU nicht verhindern.

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03.01.2022

Danke an Herrn Thomas T.!
Bin absolut ihrer Meinung!

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03.01.2022

(edit/mod/Verstoß NUB 7.3/persönliche Angriffe/bitte argumentieren Sie sachlich!)

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03.01.2022

Man erinnere sich an seinen Einsatz für den Tramtunnel unter dem Bahnhof, wo er und seine grünen Bündnisgenossen sich niemals qualifiziert zur westlichen Ausfahrt geäußert hat und das Ding nun als Sackbahnhof eröffnet wird.

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03.01.2022

(edit/mod/Verstoß NUB 7.3/argumentieren Sie bitte sachlich)

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02.01.2022

Noch eine Ergänzung:

Nach vorläufigen Zahlen der energy charts des Freiburger Fraunhofer Instituts haben im Jahr 2021 deutsche Stromhändler 12,7 Mrd. kWh an französische Händler verkauft und 11,1 Mrd kWh von französischen Händlern gekauft (Stand 15.12.21).
An tschechische Händler haben Deutsche 8,5 Mrd kWh verkauft und von ihnen 4,7 Mrd kWh gekauft.

Raimund Kamm

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02.01.2022

Sehr geehrter Herr Kamm (Nutzernamen korrigiert/Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise/mod)

Diese Zahlen sind müßig, wenn Sie nicht auch die Preise dazu schreiben.
Deutschland importiert Strom, wenn Wind und Sonne „Off“ sind zu Höchstpreisen und exportiert Strom bei explosionsartiger Zunahme von Windstrom im System und zahlt dafür noch drauf. Ohne unsere Nachbarn und deren Grundlaststeuerung wäre in Deutschland das Licht aus.

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02.01.2022

Die Zahlen geben Herrn Stahl recht.

Nach vorläufigen Daten der IAEA und der IEA wurden im Jahr 2021 weltweit sechs AKW neu in Betrieb genommen und zehn endgültig abgeschaltet. Die weltweite Kapazität der Atomkraft sank damit um 3 GW.
Hingegen wurden im Jahr 2021 weltweit 160 GW Photovoltaik neu installiert und 89 GW Windkraft.

Der Strom aus modernen großen PV-Anlagen kostet weltweit jetzt 2 - 5 Cent je Kilowattstunde. Der aus modernen Windkraftanlagen etwa 4 bis 5,5 ct/kWh. Der aus neuen Atomkraftwerken in England oder Frankreich kostet sogar ohne ausreichende Versicherung und ohne ausreichende Rückstellungen für die Atommüllbeseitigung über 10 ct/kWh.

Atomkraftwerke baut nur noch, wer damit sich den Zugang zur Atombombe offen halten oder öffnen will. Oder Länder, wo Bestechung statt Demokratie und Marktwirtschaft praktiziert werden.

Raimund Kamm

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02.01.2022

Na ja
Laut dieser Quelle
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157767/umfrage/anzahl-der-geplanten-atomkraftwerke-in-verschiedenen-laendern/

Sind weltweit gerade 108 AKW in Planung. 44 allein in China. Die dortige KP ist dafür bekannt, dass sie ihren Ansagen Taten folgen lassen.

Bekanntermaßen sind ja die Schweden aus lauter Stromnot „Wiedereinsteiger“ und mit den aktuelle in Entwicklung befindlichen Mini-Nuc‘s sollten sich weltweit kostengünstige Kraftwerke errichten lassen.

Und seit wann ist der Preis ein Argument, wenn es um CO2-Einsparung geht?
Und warum soll die von der Regierung angepeilte, aber wegen Raumnot wohl unrealistische Verdoppelung der installierten Windkraft irgendetwas bewirken, wenn die derzeit installierten Windanlagen tageweise um die 10% des Energiebedarfs decken?
Schon heute ist mehr Windkapazität installiert, als wir täglichen Strombedarf haben. Nur gedeckt wird dieser Bedarf nicht. Wie das dann mit den vielen E-Autos/LKW werden soll, steht völlig in den Sternen.

Ach so - der Arbeitspreis im Tarif „Natur“ der SWA liegt bei über 30 C/kWh. Von den von Ihnen aufgerufen Preisen kann der Endkunde in Deutschland nur träumen

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02.01.2022

Die Atomkraftgegner in Deutschland und ihre medialen Lautsprecher igeln sich in ihren realitätsfernen Argumenten ein.
Gerade Fukushima hat gezeigt, wie robust die Technik reagiert hat. Es gab keine Strahlenopfer bei der Explosion eines Kraftwerks als Folge von Erdbeben und Zunami.
Die Finnen zeigen, wie Endlagerung geht. US-, Russische-, Britische und Chinesische, Französische Ingenieure entwickeln die Technik in ganz neue Dimensionen. Die Fussion kann die Energieprobleme der Menschheit lösen und die Klimaziele einhalten helfen.
Aber Deutschland verabschiedet sich mit der im Artikel vernehmbaren moralischen Überhöhung aus der Entwicklung dieser Technik. Der einstmals innovativste und größte Maschinenbauer der Welt, baut Windmühlen nicht aus nennenswerter Eigenproduktion sondern aus weltweiten Importen auf. Der Rest der Welt greift sich wahlweise an den Kopf oder lacht sich schlapp.
Wann verstehen Journalisten wie Herr Stahl, dass die Deutschen der Geisterfahrer auf der Energieautobahn sind, dem nun wirklich alle entgegen kommen? Sie wollen es gar nicht und ziehen sich angesichts der überwältigenden Mehrheit in der EU in ihr moralischen Schneckenhaus zurück. Mehr haben sie nicht zu bieten. Nur nebenbei - ohne unsere Nachbarn würde bei uns schon heute das Licht ausgehen. Wenn sich also „alle so reinhängen wie Deutschland“ wäre es in Europa finster.
Die Wirklichkeit sieht so aus:
Wir haben die höchsten Strompreise
Über unsere EU-Beiträge werden wir AKW in Polen und Frankreich subventionieren.
Bei Flaute werden wir Atomstrom aus Frankreich zu Höchstpreisen einkaufen und für unseren Windstrom im Export noch draufzahlen, nur damit uns unsere Netze bei Überproduktion nicht um die Ohren fliegen.
Am Ende werden wir die Klimaziele doch nicht schaffen und dafür Strafe an die EU Zahlen.

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02.01.2022

"Die Atomkraftgegner in Deutschland und ihre medialen Lautsprecher igeln sich in ihren realitätsfernen Argumenten ein."

Diese Annahme scheint mir schon eher realitätsfremd zu sein, denn die Argumente der Atomkraftgegner sind durchaus nachvollziehbar und mit Sicherheit nicht aus dem Hut gezaubert.

Der Weg der geringsten Anstrengung durch Atomkraftbefürworter kann langfristig durchaus einer faulen Lösung gleich kommen.

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03.01.2022

Sehr geehrter Herr Kamm

Sie versuchen es, wie Herr Stahl, mit der Moral-Keule.
Lösungen der AKW-Beführworter sind also „faul“. Das sollten Sie mal Elon Musk sagen, der bei SpaceX auch an dem Thema dran ist, oder den Ingenieuren von Radiant, die ihre Mini-Nucs in unwirtlichsten Räume stellen können

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03.01.2022

Es gab in Fokushima keine STralenopfer?
Was ist dann die AZ. Lügenpresse?
https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Atomkatastrophe-Fukushima-hat-sein-erstes-Strahlenopfer-id52106391.html

"Forscher der Universität Stanford (Ten Hoeve & Jacobson, 2012) schätzten die weltweiten Gesundheitsfolgen auf 130 (15-1100 als unterer und oberer Unsicherheits-Wert) krebsbedingte Todesfälle und 180 (24-1800) krebsbedingte Erkrankungen, 90 % davon in Japan. Darüber hinaus seien bis zu 600 Todesfälle infolge der Evakuierung aufgetreten.[395] Evangeliou et al. (2014) schätzten die Zahl der Krebserkrankungen auf 230-850 und die Zahl der krebsbedingten Todesfälle auf 120-650. Zusammen mit 610 durch Belastungen von Arbeitern und Zwangsevakuierungen verursachten Fällen ergäben sich so insgesamt 730-1260 Tote"
https://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Fukushima#Einsch%C3%A4tzung_der_Gesundheitsrisiken

Nun das finnische Endlager ist noch eher sehr viel Theorie. Bei den Franzosen ist es ab 2030 geplant ....
https://de.wikipedia.org/wiki/Endlager_Olkiluoto

Sind die Atomkraftwerke Kernfusionsreaktoren?

Deutschland forscht übrigens auch mit an der Kernfusion. u.a. in Augsburg.
https://www.ipp.mpg.de/4492890/deutschland

Zum Thema Strompreis
"Erstens: Wir müssen schneller bauen. Die Genehmigungsverfahren müssen sich verkürzen. Zweitens: Wir brauchen mehr Erneuerbare Energien. Denn nur so können wir vermeiden, dass der Kohlestrom den Strompreis langfristig erhöht."
https://www.wiwo.de/politik/deutschland/antworten-auf-leserfragen-warum-ist-strom-in-deutschland-so-teuer/27445244.html

Norwegen hat einen geringeren Preis. Und bezieht seinen Strom zu 100 % aus Wasserkraft. ;-)
Was natürlich nicht unbedingt 1:1 auf Deutschland umsetzbar ist.


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