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Kommentar: Beamte sollen 5,5 Jahre länger arbeiten – die Provokation hat einen wahren Kern

Kommentar

Beamte sollen 5,5 Jahre länger arbeiten? Eine Provokation mit wahrem Kern

Michael Kerler
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    Nicht jeder Lehrer wird in der Lage sein, bis 70 oder länger vor einer Klasse zu stehen, meint unser Autor.
    Nicht jeder Lehrer wird in der Lage sein, bis 70 oder länger vor einer Klasse zu stehen, meint unser Autor. Foto: Marijan Murat, dpa

    Beamte 5,5 Jahre länger arbeiten zu lassen als Arbeiterinnen und Arbeiter, dieser Vorstoß des niedersächsischen Pestel-Instituts ist pure Provokation. Da gilt mit Blick auf den Inhalt, aber auch gemessen daran, dass sich dies politisch kaum durchsetzen lassen wird. Auch rechtlich dürfte die Schlussfolgerung der Studie auf reichlich Widerspruch stoßen.

    Trotzdem ist der Vorschlag Teil einer Debatte, die zurecht geführt wird und die fern einer Lösung ist. Die Zahl an Leistungen der Sozialversicherungen ist inzwischen groß - vom Zuschuss zur Zahnpflege bei vielen Krankenversicherungen bis zur abschlagsfreien Rente für langjährige Versicherte. In der Summe aber steigen die Beiträge für die Beschäftigten immer stärker. Rund 42 Prozent des Lohns fallen inzwischen für Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an.

    Dazu muss der Bund noch über 100 Milliarden Euro pro Jahr zuschießen. Noch weitere Steigerungen sind kaum mehr tragbar.

    Pfleger, Lehrerinnen, Stahlgießer: Eine Rente mit 70 ist für viele Berufsgruppen nicht realistisch

    Ob es aber die Lösung ist, die Menschen bis 70 oder noch länger arbeiten zu lassen, dahinter muss ein großes Fragezeichen gesetzt werden. Pflegerinnen und Pfleger, Mitarbeiter einer Gießerei, aber auch Lehrerinnen und Lehrer werden dazu nicht immer die Kraft haben. Hier hat das Pestel-Institut einen Punkt.

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