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Landwirte in Sorge: Trockenperiode gefährdet Getreidewuchs und den Erfolg der Blüte auf Streuobstwiesen

Landwirtschaft

Trockenperiode belastet Landwirte: "Der Boden verschwindet"

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    Der Wind hat aktuell mit den Ackerböden ein leichtes Spiel. Der wenige Regen hat die oberen Schichten trocken werden lassen. Ein Stoß genügt, um einen Staubsturm zu entfachen.
    Der Wind hat aktuell mit den Ackerböden ein leichtes Spiel. Der wenige Regen hat die oberen Schichten trocken werden lassen. Ein Stoß genügt, um einen Staubsturm zu entfachen. Foto: Patrick Pleul, dpa (Symbolbild)

    Elisabeth Birkmeir aus dem Pöttmeser Ortsteil Schorn am Rande des Donaumooses macht sich Sorgen. Der Sommerhafer liegt auf dem Feld. Er sollte frische, grüne Halme austreiben. Doch es passiert nichts. Die Landwirtin sagt: „Dem fehlt das Wasser zur Keimung.“ Weil das Frühjahr zu trocken ist – sowohl im März als auch im April regnete es zu wenig – seien die oberen Bodenschichten ausgetrocknet. Und das hat schon jetzt Folgen. Der Bayerische Bauernverband (BBV) spricht von einer angespannten Situation beim Raps, der in die Blüte gehe und dringend Wasser brauche.

    Fehlender Regen treibt Obstbäume zu früh in die Blüte

    Karten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigen, dass die Menge des für Pflanzen verfügbaren Wassers in den oberen Bodenschichten gesunken ist. Betroffen ist primär der Süden Deutschlands. Dort stehen Pflanzen teils bereits jetzt unter Trockenstress. Sie verdunsten mehr Wasser über ihre Oberfläche, als sie über die Wurzeln aufnehmen können. In Franken ist eine Trockenperiode im Frühjahr laut BBV nicht ungewöhnlich. Birkmeir in Schwaben hingegen beobachtet eine Verschiebung bei den Witterungsbedingungen für die Landwirtschaft.

    In ihrer Kindheit konnte ihre Familie im Frühjahr kaum aufs Feld fahren, berichtet die 58-Jährige. Der Regen hatte den Boden aufgeweicht. Die Landwirtin sagt: „‘Wann wird's mal wieder richtig Sommer‘ von Rudi Carrell war der Schlager meiner Kindheit.“ Doch jetzt sei es trocken und „der Boden verschwindet.“ Der Wind habe stellenweise bis zu vier Zentimeter Boden abgetragen. Außerdem merke sie bei ihren Kühen, dass das abgefressene Gras kaum nachwachse. Normalerweise sei im Mai die Zeit, um mit dem ersten Grasschnitt Futtervorräte für die Tiere anzulegen. Beunruhigt blickt die Landwirtin zudem auf ihre Streuobstwiesen.

    Trockenheit senkt das Risiko für Pilzbefall auf Feldern

    Die Bäume stünden etwa zwei Wochen früher als üblich in der Blüte. Das ist eine kritische Situation. Birkmeir sagt: „Noch fehlen die Bestäuber in ausreichender Menge.“ Auch in ihrem kleinen Waldstück macht sich die Trockenheit bemerkbar: Der Borkenkäfer vermehre sich derzeit massiv. Immerhin seien die Kartoffeln noch nicht in Mitleidenschaft gezogen. Laut BBV senkt die Trockenheit zudem das Risiko für Pilzerkrankungen.

    Birkmeir hat sich auf die klimatischen Veränderungen eingestellt: „Wir düngen inzwischen mit Kleegras.“ Dessen Wurzeln reichten tief und kämen deshalb gut an tiefere Wasserquellen heran. Landwirte, die auf Kunstdünger zurückgriffen, zögen den Kürzeren, weil der sich bei Trockenheit nicht auflösen und in den Boden sickern könne. Laut BBV hält sich der Schaden bisher in Grenzen. Die Bodenbedingungen seien für die Aussaat von Mais und Zuckerrüben derzeit sogar gut.

    BBV: Versorgung mit Spargel und Erdbeeren ist gesichert

    Die Wintergetreidesorten wie Dinkel, Weizen und Roggen lägen bereits seit dem Herbst auf den Feldern und seien bereit für das Halmwachstum, das sogenannte Schossen. Laut BBV kommen diese Getreidesorten noch gut mit dem Wassermangel zurecht. Die Versorgung mit Feldfrüchten sei derzeit gesichert, beruhigt der BBV. Gerade für Spargel und Erdbeeren sei die Trockenheit im Frühjahr weniger kritisch. Der Spargel brauche das Wasser dringender, wenn er Reserven fürs nächste Jahr einlagere. Dennoch hofft der Verband dringend auf Regen.

    Die Landwirtinnen und Landwirte müssten sonst mit dünneren Beständen auf den Feldern und geringeren Ernteerträgen rechnen. Der Umfang der möglichen Einbußen lasse sich bislang nicht seriös beziffern. Im vergangenen Jahr war die Situation laut BBV ähnlich, doch der Regen kam noch rechtzeitig. Birkmeir hat trotz der Ungewissheit noch einen Sinn für Humor: „Vielleicht muss ich am Wochenende meine Kinder anrufen und dann tanzen wir einen Regentanz.“

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