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Schwabens Metall- und Elektroindustrie rechnet nicht mit Investitionsboom

Konjunktur

„Können uns das nicht länger leisten“: Warum Schwabens Wirtschaft dennoch positiv nach vorn blickt

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    Die Zahl der Beschäftigten in der Branche ist rückläufig.
    Die Zahl der Beschäftigten in der Branche ist rückläufig. Foto: Sven Hoppe, dpa

    Die Einigung im Handelsstreit mit den USA hat der Wirtschaft zumindest Planungssicherheit gebracht, soweit dies unter Präsident Donald Trump überhaupt möglich ist. Nun, da klarer ist, worauf sich die Unternehmen einstellen müssen, rückt eine andere Frage in den Mittelpunkt: Bekommt Trump am Ende, was er will? Werden auch Unternehmen aus der Region künftig stärker in eigene Fertigungen in den USA investieren?

    Michael Schuster ist Kaufmännischer Geschäftsführer der Liebherr-Verzahntechnik aus Kempten und Chef der Region Allgäu der Arbeitgeberverbände bayme vbm. Er glaubt nicht, dass sich diese Hoffnung des US-Präsidenten in Bezug auf die Unternehmen in Schwaben erfüllt. „In den USA sind die Ressourcen gar nicht da, um im großen Stil Produktionswerke aufzubauen. Das Land schottet sich unter Trump immer weiter ab. Arbeitskräfte ohne gültige Papiere werden abgeschoben und an den Hochschulen herrscht Unsicherheit. Es fehlen die Leute, die diesen Wandel tragen könnten“, sagt der Verbandsvertreter.

    Die Arbeitskosten sind in den USA ebenfalls sehr hoch

    Die Lokalisierung von Produktion und Lieferketten werde auch bei Liebherr weltweit immer wieder geprüft. Aber die Verzahntechnik-Sparte des Konzerns habe sich dagegen entschieden, das bestehende Tochterunternehmen zu erweitern. „Zur Wahrheit gehört auch, dass die Lohnkosten in den USA für Fachkräfte ebenfalls sehr hoch sind.“ Die noch von Trumps Vorgänger Joe Biden auf den Weg gebrachten Förderprogramme hätten dazu beigetragen, dass die Inflation kräftig angezogen habe. Das spiegele sich mittlerweile zudem in hohen Materialkosten. „Die Eintrittshürden in den Markt sind insgesamt exorbitant hoch“, bekräftigt der Allgäuer Manager.

    Die Zölle schaden den heimischen Unternehmen aber auch, wenn sie bereits einen Standort in den USA haben. Wegen der erratischen Wirtschaftspolitik des Präsidenten sei inzwischen auch in den USA eine Investitionszurückhaltung bei den Unternehmen zu spüren. Zudem drückt der schwächelnde Dollar auf die Ergebnisse. „Wenn sie zu den 15 Prozent Zöllen nun noch einmal den 15-prozentigen Rückgang des Dollars im Vergleich zum Euro rechnen, müssten die Unternehmen ihre Preise schon um 30 Prozent erhöhen, um das gleiche Ergebnis zu erzielen“, erklärt Schuster.

    Die Zahl der Beschäftigten dürfte vorerst weiter sinken

    Weil man keinen Einfluss auf die US-Politik habe, sei es umso wichtiger, dass Deutschland und Europa nun ihre Hausaufgaben machten. In Deutschland habe die Metall- und Elektroindustrie den Tiefpunkt der Krise überschritten, sagt Schuster. Laut der jüngsten Konjunkturumfrage der Verbände sind die Geschäftserwartungen zum ersten Mal seit vielen Monaten wieder positiv. Doch damit aus der Stimmungsaufhellung auch ein Aufschwung wird, seien schnelle Strukturreformen unabdingbar.

    Vor allem die stetig steigenden Ausgaben für das Sozialsystem sieht Schuster als größtes Risiko für den Standort. „Wir bekommen enormen Wettbewerbsdruck aus dem Rest der Welt. Wir können uns das schlicht nicht länger leisten“, sagt der Verbandsvertreter. Die Zeit dränge, denn die Ertragslage der Betriebe sei weiterhin kritisch. Fast zwei Drittel der Betriebe rechneten für das laufende Jahr mit einer Nettoumsatzrendite von weniger als vier Prozent, elf Prozent machen sogar Verluste. Auch die Zahl der Beschäftigten der Branche in Schwaben dürfte sich noch um 3000 auf dann 131.000 verringern, bevor 2026 nach Jahren der Stagnation hoffentlich ein Aufschwung einsetze, sagt Schuster.

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