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Spezi Energy Zero kommt Ende März: Das sind die Pläne der Brauerei Riegele

Riegele

Produktoffensive in diesem Jahr: Das sind die Pläne des Spezi-Chefs

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    Am liebsten ist ihm das Original: Sebastian Priller, Juniorchef der Brauerei Riegele, setzt auf Spezi und weitet die Produktpalette aus.
    Am liebsten ist ihm das Original: Sebastian Priller, Juniorchef der Brauerei Riegele, setzt auf Spezi und weitet die Produktpalette aus. Foto: Michael Kerler

    Wer in Bayern Durst auf eine Mischung aus Orangenlimonade und Cola hat, hält sich nicht lange mit dem Begriff Cola-Mix auf, sondern bestellt einfach eine Spezi. Jeder weiß, was gemeint ist. Dabei ist Spezi eine Augsburger Erfindung. Die Rechte am Namen Spezi hält die Brauerei Riegele aus Augsburg. Nur mit einer Lizenz darf der Name verwendet werden, weshalb alle anderen der Orange-Cola-Mischgetränke am Markt Fantasienamen tragen. In der Spezi-Original-Familie sind jetzt dagegen zahlreiche neue Produkte geplant. Unserer Redaktion hat Sebastian Priller, Juniorchef der Brauerei Riegele, schon einmal einen Einblick gegeben.

    In der Nachkriegszeit hatte der Großvater des heutigen Juniorchefs beobachtet, wie in Gasthäusern häufig Cola mit Orange gemischt wird. Er begann, das Getränk fix und fertig in Flaschen abzufüllen und gab ihm den Namen Spezi, ein Name, den die Brauerei ursprünglich für Bier verwendet hatte. Heute ist man bei Riegele über die Erfindung froh. Denn während in Deutschland das Biergeschäft schrumpft, suchen die Verbraucherinnen und Verbraucher nach alkoholfreien Alternativen. Auch bei Riegele ist das zu spüren. Dort setzt man verstärkt auf die Marke Spezi und plant eine Reihe neuer Produkte.

    Die Brauerei Riegele steht kurz davor, ihr neues Produkt „Spezi Energy Zero“ auf den Markt zu bringen. Bisher gibt es neben dem klassischen Spezi Original mit Zucker bereits eine zuckerfreie Zero-Variante. Spezi Energy – das neben Koffein auch wie „Red Bull“ den Stoff Taurin enthält – gab es dagegen bisher nur mit Zucker. Für ihn sei dies logisch gewesen, sagt Sebastian Priller. „Wer Energie haben will, bekommt sie durch Zucker.“ Allerdings hätten die Brauerei zahlreiche Anfragen – insbesondere von Kundinnen – erreicht, ob es Spezi Energy nicht auch zuckerfrei gäbe. Deshalb habe sich die Brauerei entschlossen, den Energydrink auch ohne Zucker anzubieten. Das neue Spezi Energy Zero soll jetzt am 25. März in den Handel kommen, verrät der Unternehmer.  

    Hellblau für Spezi Original, schwarz für Spezi Energy

    Das Design steht schon fest: Dosen und Flaschen mit klassischem Spezi sind an der hellblauen Farbe zu erkennen. Die Spezi-Energy-Produkte bekommen dagegen ein schwarzes Flaschenetikett beziehungsweise schwarze Dosen. Die zuckerfreien Zero-Produkte sind zusätzlich an einer orangenen Banderole zu erkennen. Bei Riegele sieht man im neuen Produkt große Chancen: „Wir versprechen uns viel von Spezi Energy Zero, weil Zero allein im letzten Jahr um 25 Prozent gewachsen ist“, sagt Priller. Der Getränkehersteller will sich mit dem Getränk neue Zielgruppen erschließen. „Außerdem versprechen wir uns mit Spezi Energy Zero mehr Sichtbarkeit in den Regalen.“ Die Logik ist einfach: Je mehr Varianten einer Marke es gibt, desto mehr Produkte stehen im Regal nebeneinander und desto stärker fallen sie den Käufern ins Auge. Außerdem plant Riegele noch weitere Produkte rund um die Marke Spezi.

    Das ist die bisherige Spezi-Produktpalette. Bald wird sie erweitert.
    Das ist die bisherige Spezi-Produktpalette. Bald wird sie erweitert. Foto: Silvio Wyszengrad

    In den Handel kommen dieses Jahr auch die „Spezi-Gummibärchen“, die Sebastian Priller angekündigt hatte. Genauer gesagt wird es sich um Süßigkeiten in Fläschchen-Form handeln, ähnlich den Gummi-Cola-Fläschchen, die man von anderen Herstellern kennt, nur eben mit Spezi-Geschmack. Das Produkt ist kürzlich auf der Süßwarenmesse in Köln vorgestellt worden.

    Zusammen mit dem Rum-Hersteller Havana Club ist zudem ein Spezi-Havana Club-Mischgetränk mit Rum geplant. Der Rum-Hersteller ist auf die Brauerei Riegele zugegangen. Havana Club verkauft bereits einen Rum-Cola-Mix in Dosen. In der Diskussion ist auch ein Spezi-Eis. „So lässt sich eine Spezi-Welt kreieren“, sagt Sebastian Priller. Die Marke wird sichtbarer und lässt sich weiterentwickeln.

    Brauerei Riegele wirkt damit dem rückläufigen Bierabsatz in Deutschland entgegen

    Bei der Brauerei ist man froh um die Beliebtheit, die Spezi gerade erfährt. Der rückläufige Bierabsatz in Deutschland lässt sich für die Brauerei Riegele damit kompensieren. Auch das Geschäft mit dem klassischen Produkt Spezi Original wuchs im vergangenen Jahr im einstelligen Prozentbereich, berichtet Sebastian Priller. An der Rezeptur hält man bei Riegele fest. Im Getränk enthalten sind 2,3 Prozent Orangensaftkonzentrat, das mit Wasser trinkfertig gemacht wird – so machen es auch Orangensafthersteller. Spezi, so Sebastian Priller, käme nach dieser Rechnung auf einen tatsächlichen Orangensaftanteil von 34 Prozent.

    Das Spezi-Geschäft lief schon früher gut: „Spezi hatte seinen bisherigen Höhepunkt 1993“, sagt der Unternehmer. „Damals hatten wir aber rund 50 Abfüllbetriebe, heute sind es sechs“, erklärt er. „Trotzdem sind wir wieder über die historische Bestmarke hinausgekommen.“

    Spezi Original wird neben Riegele auch von Müllerbräu in Pfaffenhofen, Schweiger Bräu in Markt Schwaben, Nordbräu in Ingolstadt, Wildbräu in Grafing und dem unterfränkischen Hochstiftlichen Brauhaus abgefüllt. Aufgeführt als Partner ist auch das Hofbräuhaus Traunstein. Die Brauereien sind in einem Verein verbunden, dem „Spezi Markengetränke Verband e.V.“. Zuletzt hat das Brauhaus Riegele zudem mit der Brauerei Krombacher eine Lizenz vereinbart. „Krombacher hat seine Stärken in Norddeutschland“, erklärt Sebastian Priller. Dort einen eigenen Vertrieb aufzubauen, wäre für das mittelständische Unternehmen schwierig gewesen.

    Paulaner hat ebenfalls Erfolg mit Spezi und kommt im März mit Cola auf den Markt

    Großen Erfolg mit dem Namen „Spezi“ hat zudem die Paulaner-Brauerei in München. Dieses meldete zuletzt starke Zahlen. Entgegen dem Branchentrend verkauft Paulaner 2025 mit 790 Millionen Litern knapp 14 Prozent mehr Getränke als im Vorjahr. Auf dem Heimatmarkt legte Bier um 4,7 Prozent zu, der Spezi-Verkauf habe sich binnen zehn Jahren verzehnfacht. Paulaner hatte schon in den 70er Jahren mit Riegele eine Vereinbarung für die Nutzung des Markennamens gefunden, die in den vergangenen Jahren wegen des Streits um die sehr niedrige Lizenzgebühr die Gerichte beschäftigt hat. „Für den Spezi-Vertrieb im Ausland haben wir mit Paulaner jetzt aber eine faire Lösung gefunden“, sagt Sebastian Priller zufrieden.  

    Paulaner kommt im März zusätzlich mit einer Cola auf den Markt. Das aber plant man bei Riegele nicht. „Wir haben mehrmals versucht, das Rezept von Spezi zu variieren, zum Beispiel mit Spezi Cola-Mix Kirsch, aber der Protest der Spezi-Fans war so groß, dass wir das Rezept nicht ändern werden“, erklärt Priller.

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