Schon am Freitag ist am Flughafen München kaum noch etwas von den Lufthansa-Streiks des Vortages zu spüren. Es gebe keine Störungen und Ausfälle, sagte ein Sprecher der Airline am Morgen der dpa. Am Donnerstag waren am Münchner Flughafen noch rund 300 Starts und Landungen ausgefallen, das entsprach etwa einem Drittel der für den Tag geplanten Flüge. Deutschlandweit wurden rund 800 Flüge annulliert, rund 100.000 Menschen waren betroffen. Der Airport München ist neben Frankfurt das zweite Lufthansa-Drehkreuz für internationale Flüge.
Lufthansa-Pilotinnen und Piloten fordern höhere Betriebsrenten
Zum Streik aufgerufen hatten die beiden Gewerkschaften Ufo und Vereinigung Cockpit (VC). Während Ufo das Kabinenpersonal vertritt, ist VC die Vertretung der Pilotinnen und Piloten. Lufthansa warf den Gewerkschaften vor, mit ihrem Arbeitskampf die Fluggäste „extrem hart und unverhältnismäßig“ zu treffen.
Bei den Streiks geht es den rund 4800 Pilotinnen und Piloten der Lufthansa sowie deren Tochterunternehmen für Fracht, Lufthansa Cargo, um eine höhere Betriebsrente. Darüber wird seit Monaten verhandelt, aus Sicht der Gewerkschaft hat sich der Konzern dabei zu wenig bewegt. Schon im Oktober ergab eine Urabstimmung die Bereitschaft zu Streiks, zu denen nun aufgerufen wurde.
Mehrere Gewerkschaften mit unterschiedlichem Fokus: Flughafen München drohen weitere Streiks
Der Streik von VC fand koordiniert mit dem der Gewerkschaft Ufo statt. Die hatte aber aus anderen Gründen zum Arbeitskampf aufgerufen: Dort seien die Verhandlungen über den Manteltarifvertrag festgefahren. Außerdem will Ufo einen Sozialtarifvertrag wegen der Schließung des Tochterunternehmens Lufthansa Cityline verhandeln.
Beide Konflikte sind also nicht gelöst, sodass es zu weiteren Streiks kommen kann. Außerdem mischt auch die Gewerkschaft Verdi im Tarifstreit mit dem Lufthansa-Konzern mit: Die vertritt vor allem das Bodenpersonal am Flughafen. Auch hier laufen aktuell Verhandlungen, die, sollte es zu keiner Einigung kommen, Streiks nach sich ziehen dürften.
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