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Lepra

25.01.2015

200.000 Menschen erkranken jedes Jahr weltweit an Lepra

Dieses Präparat einer Hand veranschaulicht die Folgen der Krankheit im Lepramuseum in Münster.
Bild: Friso Gentsch, dpa

Viele Menschen wissen nur wenig über die schlimme Nervenkrankheit Lepra. Zum Welt-Lepra-Tag klären wir die wichtigsten Fragen.

Der Welt-Lepra-Tag am 25. Januar soll den Menschen diese schlimme Krankheit wieder in Erinnerung rufen. Denn auch wenn Lepra in Europa als ausgerottet gilt, erkranken weltweit jährlich 200.000 Menschen daran. "Lepra ließe sich leicht besiegen, wenn wir mehr darüber wüssten. Es ist längst eine vermeidbare Krankheit", sagt Jürgen Hövekenmeier, Sprecher der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe. Doch viele Menschen wissen viel zu wenig über die schlimme Krankheit. Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wo tritt Lepra häufig auf und wie wird Lepra übertragen?

Die Krankheit tritt vor allem im Zusammenhang mit Armut auf. Gründe sind oft mangelnde Hygiene, Mangelernährung und verschmutztes Wasser. Der Lepra-Erreger ist das Bakterium Mycobacterium leprae. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion.

Lepra gilt in Europa als ausgestorben

Wann trat der letzte Fall in Europa auf?

In Europa ist die Krankheit im 16. Jahrhundert fast ausgestorben. In Deutschland spielt die Krankheit keine Rolle mehr. Es treten nur vereinzelt importierte Fälle auf.

Wie viele Menschen erkranken jährlich an Lepra?

Jährlich erkranken mehr als 200.000 Menschen an Lepra. Überwiegend in Süd-Ost-Asien.

Wie lange dauert es bis die Krankheit ausbricht?

Laut Jürgen Hövekenmeier hat Lepra eine lange Inkubationszeit. Ein Großteil der Weltbevölkerung ist jedoch gegen den Erreger resistent. "Warum das so ist, ist wissenschaftlich überhaupt nicht geklärt. Wahrscheinlich tragen viele Menschen den Erreger weiter, ohne jemals zu erkranken, können aber andere anstecken."

Keine Impfung gegen Lepra

Welche Krankheitssymptome gibt es?

Typische Krankheitssymptome bei Lepra sind Taubheitsgefühl und fortbestehende Hautveränderungen. Das Schmerzempfinden geht verloren, Verletzungen treten daher häufig auf. Durch die mangelnde Hygiene entzünden sich die Verletzungen zu eiternden Geschwüren. Dabei kann es zum Verlust von Gliedmaßen kommen. Oft sind auch die Augen betroffen. Durch die Nervenlähmungen kommt es zu Störungen am Augenschließmuskel. Das führt nach einiger Zeit zur Erblindung.

Kann man Lepra heilen?

Lepra selbst ist realtiv einfach zu heilen. Das Problem ist, dass die Krankheit oft zu spät erkannt wird. Unbehandelte Lepraerkrankungen haben oft schwerwiegenden Folgen. Diese Folgeschäden und die völlige Entkräftigung des Körpers führen letztendlich oft zum Tod. Impfungen und Schnelltests gegen Lepra gibt es derzeit noch nicht. 

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