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Berlin

28.02.2015

Ärzte warnen wegen Masern: Lasst eure Säuglinge zuhause!

Die Masern breiten sich immer weiter aus. Für die Ärzte in Berlin ist das Anlass für einen ungewöhnlichen Appell: Eltern sollten nicht mit ihren Säuglingen aus dem Haus gehen.
Bild: Arno Burgi (dpa/Symbolbild)

Die Masern breiten sich immer weiter aus. Für die Ärzte in Berlin ist das Anlass für einen ungewöhnlichen Appell: Eltern sollten nicht mit ihren Säuglingen aus dem Haus gehen.

Für Säuglinge, die Masern bekommen, bestehe das Risiko an einer chronischen Maserngehirnhautentzündung (SSPE) zu erkranken. Auch wenn diese Fälle sehr selten seien, führe die Komplikation später immer zum Tod, sagte Sean Monks vom Berufsverband der Kinderärzte. "Das ist eine vermeidbare Erkrankung. Darum raten wir, in Berlin mit Säuglingen im Moment besser zu Hause zu bleiben." 

Nach den jüngsten Daten des Berliner Landesamts für Gesundheit und Soziales vom Freitag sind seit dem Beginn des Ausbruchs im Oktober 54 Kinder unter einem Jahr an Masern erkrankt. Insgesamt gab es in allen Altersgruppen mehr als 630 gemeldete Fälle.

Rund ein Viertel der Patienten kam wegen der Schwere der Infektion ins Krankenhaus. Ein nicht geimpftes Kleinkind starb vergangene Woche an der Infektion. 

Säuglinge ungeimpfter Mütter hätten bis zur ersten Masern-Impfung, die in der Regel ab dem 11. Monat gespritzt wird, keinen Masern-Schutz, betonte Monks. Doch selbst bei Babys geimpfter Mütter gebe es mit dem Abflauen des Nestschutzes rund ab dem fünften Monat eine mehrmonatige Lücke im Masern-Schutz. Nach Angaben der Ständigen Impfkommission können Kinder auch schon ab dem 9. Monat geimpft werden. Für jüngere Kinder sei der Impfstoff jedoch nicht zugelassen.

Nachfrage nach Impfstoff gegen Masern wächst

In der deutschen Hauptstadt soll jetzt auch die Gesundheitsvorsorge für Flüchtlinge verbessert werden. Das bedeutet auch Schutz vor Masern und anderen Erkrankungen durch den Aufbau von zentralen Impfstellen, so plant es das Landesamt für Gesundheit und Soziales bis zum Sommer.

Momentan gibt es noch kein reguläres Impfangebot für Flüchtlinge. Die meisten Asylbewerber stammen aus Ländern, in denen das Gesundheitssystem durch Krieg und Krisen nur noch schlecht oder gar nicht mehr funktioniert. Die Masern-Welle in Berlin hat ihren Anfang im Oktober in einem Flüchtlingsheim genommen. Mittlerweile gibt es mehr als 630 gemeldete Fälle.

Der Masern-Ausbruch in Berlin lässt die Nachfrage nach dem entsprechenden Impfstoff bundesweit deutlich steigen. Gleich nachdem der Maserntod eines Kleinkindes bekanntgeworden sei, hätten die Bestellungen je nach Region teilweise um das Fünffache zugenommen, berichtete ein Sprecher des Pharmagroßhändlers Sanacorp der Tageszeitung "Die Welt". Schwerpunkte lagen demnach im Raum Berlin und in Baden-Württemberg. Auch der Pharmagroßhändler Alliance Healthcare meldete zuletzt eine erhöhte Impfstoffnachfrage. AZ, dpa

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