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Tierseuche ASP

30.01.2018

Afrikanische Schweinepest: Symptome, Gefahren, Übertragung

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Tierseuche, die Hausschweine und Wildschweine befällt und in der Mehrzahl der Fälle zum Tod des Tieres führt.
Bild: Franziska Kraufmann, dpa

Die Afrikanische Schweinepest bedroht heimische Tierbestände. Worum handelt es sich bei der Tierseuche? Wie wird ASP übertragen? Gefährdet die Krankheit Menschen? Hier alle Infos.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist aktuell nicht nur in Osteuropa ein Thema. Auch in Bayern sorgen sich die Schweinehalter, dass der Erreger auf ihre Bestände übergreifen könnte. Auch Verbraucher sind unsicher: Wie gefährlich ist die Seuche? Was sind die Symptome? Und besteht Gefahr für uns Menschen? Hier der Überblick:

Was genau ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Tierseuche, die Hausschweine und Wildschweine befällt und in der Mehrzahl der Fälle zum Tod des Tieres führt. Ausgelöst wird die Krankheit durch Viren.

ASP: Was sind die Symptome der Afrikanischen Schweinepest?

Bei betroffenen Tieren zeigen sich laut Friedrich-Loeffler-Institut Symptome wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemprobleme. "Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft oder andere Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit", so die Experten. In der Mehrzahl der Fälle sterben die Tiere innerhalb einer guten Woche.

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Gefährdet die Afrikanische Schweinepest auch Menschen?

Nein. Das Virus ist für den Menschen ungefährlich.

Afrikanische Schweinepest: Wie wird diese Tierseuche übertragen?

  • In den afrikanischen Ursprungsländern übertragen Lederzecken das ASP-Virus.
  • In Mitteleuropa wird das Virus eher durch direkten Kontakt der Tiere übertragen.
  • Auch die Aufnahme über Speiseabfälle oder Schweinefleischerzeugnisse und indirekte Übertragungswege, etwa über Jagdausrüstung, Geräte in der Landwirtschaft, oder Kleidung sind möglich, so das FLI.
  • Die Tierseuche könnte sogar im Führerhaus von Lastwagen mitreisen - als Brotzeit von Fahrern aus Osteuropa, warnte im Januar der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes. Denn auch in rohen Wurstwaren wie Salami  könnte sich das Virus längere Zeit halten. Werfe ein Fahrer Reste einer Wurstsemmel weg, die das Virus enthalte, sei die Infektionsgefahr groß. Denn Wildschweine und sogar Ratten könnten den Erreger so aufnehmen und weiter übertragen.

Kann das Virus vom Tier auf den Menschen übertragen werden?

Nein.

Gibt es eine Impfung gegen die Afrikanische Schweinepest?

Nein, es gibt keine Impfung. Bei einem Ausbruch in einem Stall müssten alle Schweine im betroffenen Betrieb sowie im Umkreis getötet werden. Ein Ausbruch wäre für die heimischen Schweinezüchter eine "Katastrophe", sagte der Präsident des Bayerischen Bauernverbands.

Wie groß ist die Gefahr, dass die Tierseuche auch in Deutschland auftritt?

Die Seuche breitet sich derzeit von den baltischen Staaten und Osteuropa her aus. Nach FLI-Angaben sind im Baltikum, Polen, Tschechien, Rumänien und der Ukraine aktuell gut 3600 Wildschweine und knapp 250 Hausschweine mit dem todbringenden Virus infiziert. In der Nähe von Warschau wurde der Erreger bereits bei vierzig verendeten Wildschweinen festgestellt. Damit ist die Seuche noch rund 300 Kilometer entfernt. Experten fürchten, dass sie über den Transitverkehr auch nach Deutschland eingeschleppt werden kann. Das Bundeslandwirtschaftsministerium spricht von einem "hohen Infektionsdruck".

Was sollten Schweine-Halter und Jäger jetzt beachten?

Schweine-Halter sollten unbedingt vermeiden, dass ihre Tierbestände in Kontakt zu Wildschweinen kommen. Auch die Verfütterung von Speiseresten ist verboten.

Wie soll die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest eingedämmt werden?

Zur Vorbeugung gegen die Schweinepest forderte der Bauernverband den Abschuss von 70 Prozent der Wildschweine in Deutschland. Auch die Tötung von Muttertieren und Frischlingen müsse erlaubt werden, sagte der Vizepräsident des Bauernverbandes, Werner Schwarz.

Experten zufolge wird Deutschland aber wohl nicht von der Afrikanischen Schweinepest verschont bleiben. Dafür reiche schon eine Unachtsamkeit.

Wie reagiert die Politik auf die Afrikanische Schweinepest?

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) plant offensichtlich im Februar einen Krisengipfel von Bund und Ländern zur Afrikanischen Schweinepest. Das geht aus einem Brief Schmidts an die Ressortchefs der Länder hervor. Auch weitere Experten sowie Vertreter des Deutschen Bauernverbandes und des Deutschen Jagdverbands sollen demnach an dem Treffen teilnehmen.    Ziel sei es, Maßnahmen gegen eine Ausbreitung der bisher in Osteuropa grassierenden Tierseuche zu erörtern, hieß es weiter. Wie aus dem Schreiben Schmidts dem Bericht zufolge weiter hervorgeht, stellt sich der CSU-Politiker auch hinter die Forderungen des Deutschen Bauernverbandes nach einer verstärkten Jagd auf Wildschweine, die als mögliche Überträger der Seuche gelten.

Wo gibt es mehr Informationen zur ASP?

Das Friedrich-Loeffler-Institut informiert hier über die Afrikanische Schweinepest. AZ

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