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Alkoholismus

11.06.2015

Alkoholprobleme ansprechen: Freunden und Verwandten Hilfe anbieten

Ein Prosit oder doch gleich zwei Flaschen vom Schnaps? Wer Alkoholprobleme bei Angehörigen bemerkt, sollte mit ihnen darüber sprechen.
Bild: Frank May/dpa

Wenn man sich Sorgen um Freunde oder Verwandte macht, weil sie oft zu Alkohol greifen, sollte das Thema unbedingt ansprechen - auch, wenn es sich um ein heikles handelt.

Wer mögliche Alkoholprobleme anderer anspricht, kann damit den Familienfrieden oder die gesamte Freundschaft riskieren. Doch wenn man sich Sorgen macht, dass das Gegenüber zu viel Alkohol trinkt, sollte das Thema keinesfalls totgeschwiegen werden. Christa Merfert-Diete von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) weiß, dass das unangenehme Gespräch oftmals schlimmere Folgen von Alkoholproblemen verhindern kann: "Je früher jemand angesprochen wird, desto eher muss er sich mit seinem Trinkverhalten auseinandersetzen."

Alkoholprobleme: Wie reagiert man richtig?

Oftmals herrscht Unsicherheit darüber, wann der Alkoholkonsum eines anderen tatsächlich zu hoch ist. Merfert-Diete rät dazu, auf das eigene Bauchgefühl zu vertrauen und nicht zu warten, bis jemand anders sich dazu äußert. Um das Thema Alkoholprobleme anzusprechen, dürfen keine Vorwürfe fallen. Wie in anderen Streitgesprächen hilft es auch hier, Ich-Botschaften zu formulieren: "Ich mache mir Sorgen um dich." Oder: "Ich habe den Eindruck, dass du immer, wenn wir zusammen sind, Alkohol trinkst."

Es ist nicht hilfreich, direkt von einem Alkoholproblem zu sprechen. Doch auch bei einer vorsichtigen Formulierung ist davon auszugehen, dass der Angesprochene unfreundlich reagieren könnte. "Es gehört zum Krankheitsbild der Alkoholsucht, die Krankheit zu leugnen", betont die Expertin. Es kommt in solchen Situationen oft zum Streit. Wer Hilfe anbieten will, kann zum Beispiel die Nummer einer Beratungsstelle hinterlassen oder dabei helfen, Informationen über Alkoholprobleme zum Beispiel aus dem Internets zu beschaffen. dpa/tmn/sh

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