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Heuschnupfen

20.04.2013

Allergiker in Not: Jetzt kommt der Blütenstaub so richtig

Heuschnupfen: Viele freuen sich über den endlich beginnenden Frühling - nur Allergikern dürfte die jetzt zu erwartende Pollenexplosion kräftig zusetzen.
Bild: Bodo Marks (dpa)

Erst die Kälte, dann die Pollen: Wer unter Heuschnupfen leidet, könnte in den nächsten Tagen Probleme bekommen. Denn die Pollen werden verstärkt durch die Luft fliegen.

Der Blütenstaub, der vielen Menschen mit Heuschnupfen zu schaffen macht, wird nach dem langen Winter verstärkt fliegen. Davon gehen Experten aus. Die Kälte habe die Blüte vieler Bäume verzögert, sagt der Jenaer Lungenmediziner Professor Claus Krögel. „Das kommt in den nächsten ein, zwei Wochen nun mit geballter Kraft, sodass Allergiker besonders stark zu leiden haben.“

Heuschnupfen: Birken-Pollen fliegen verstärkt

Anders als Gräser, die Spätblüher sind und immer ungefähr zur selben Zeit blühen, reagieren Frühblüher wie die Birke auf den Winter, erklärt Professor Jeroen Buters vom Zentrum für Allergie und Umwelt in München (ZAUM). Die Birke, die üblicherweise Mitte April blühe, müsse jetzt „aufholen“. Es werde wohl nicht mehr Pollen geben als sonst, sie würden aber in kürzerer Zeit freigesetzt. Mit dem Höhepunkt des Birkenpollen-Flugs sei in einigen Tagen zu rechnen.

Was an einem Tag jedoch wirklich fliege, sei abhängig vom jeweiligen Wetter. Zudem verweist Buters darauf, dass Pollen nur die Träger von Allergenen, also allergieauslösenden Substanzen, sind. Und die Zahl der von ihnen abgegebenen Allergene könne nicht nur von Jahr zu Jahr, sondern auch von Tag zu Tag stark schwanken. Viel Pollen in der Luft seien nicht unbedingt gleichbedeutend mit besonders viel Allergenen.

Symptome von Heuschnupfen nicht auf leichte Schulter nehmen

"Die Symptome von Heuschnupfen sollte man auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen", raten die heimischen Apotheker. Bei dem Verdacht auf eine Allergie solle auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, denn Heuschnupfen sei eine ernst zunehmende Krankheit.

Schwere und Risikopotenzial des Heuschnupfens werden oft unterschätzt, doch das kann Folgen haben: Wird der Heuschnupfen nicht erkannt und behandelt, kommt es möglicherweise zu einem sogenannten Etagenwechsel. Das heißt, der Heuschnupfen verlagert sich auf die Bronchien und führt zu allergischem Asthma. Die Zahl der Allergie auslösenden Stoffe kann von Jahr zu Jahr zunehmen. Ein lästiger Schnupfen kann auf diese Weise nicht mehr nur ein paar Wochen anhalten, sondern auch ein ganzes Jahr.

Allergietest bei Heuschnupfen wichtig

Eine ständig gereizte Nasenschleimhaut ist für Infektionen besonders anfällig. Entzündungen könnten sich auf die Nasennebenhöhlen oder das Mittelohr ausweiten. Die Folge: Chronische Kopfschmerzen, Hörschäden und eine allgemeine Schwächung der Immunabwehr. Für den Betroffenen ist es deshalb wichtig zu wissen, auf welche Pollen er reagiert. Ein Allergietest beim Arzt kann dies klären.

In manchen Fällen hilft aber nur noch die Flucht vor den Pollen. Mithilfe eines Pollenflugkalenders oder dem Pollenwarndienst lässt sich feststellen, wann bestimmte Pollen fliegen. An sonnigen, windreichen Tagen sollte dann der Aufenthalt im Freien, besonders auf Wiesen und Feldern vermieden werden.

Wovon die Freisetzung von Allergenen abhänge, wisse man noch nicht genau; die Forschung hierzu sei noch relativ jung. In einer großen internationalen Studie, an der auch das ZAUM und Buters beteiligt sind, wird der Zusammenhang zwischen Pollenflug, Allergenbelastung und tatsächlich auftretenden Allergie-Symptomen bei Heuschnupfen-Opfern erforscht. AZ/dpa

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