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Adenovirus

26.06.2017

Augengrippe 2017: Warum die Zahl der Infizierten steigt

Durch Adenoviren ausgelöste Augenentzündungen, auch «Augengrippe» genannt, können mit Augentropfen oder -salbe behandelt werden.
Bild: dpa

Die Symptome sind schmerzhaft: Die Augen jucken und brennen und es fühlt sich an, als sei ein Fremdkörper darin. Immer mehr Deutsche erkranken an der Augengrippe.

Es beginnt plötzlich mit einer  Augenrötung und einer Schwellung von Bindehaut und Lymphknoten. Die Augen jucken und brennen und es fühlt sich an, als sei ein Fremdkörper darin. Eine durch Adenoviren ausgelöste  Augenentzündung, auch Augengrippe genannt, ist nicht nur sehr unangenehm, sondern auch hoch ansteckend. Mediziner registrieren in  Deutschland seit einiger Zeit einen Anstieg der gemeldeten Fälle. Immer wieder kommt es zu regionalen Ausbrüchen mit zahlreichen Krankheitsfällen wie zuletzt unter anderem in Wuppertal. Eine  eindeutige Erklärung dafür haben die Experten bislang nicht.

Hygienemängel in Praxen könnten zu Augengrippe-Fällen beigetragen haben

Nach Ansicht der Gesellschaft für Virologie (GfV) könnten "Fehler und Nachlässigkeiten" bei der Hygiene in den Praxen und Kliniken zu der großen Zahl von Krankheitsfällen beigetragen haben. Die Viren werden zumeist nicht nur durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen, sondern auch über verunreinigte  Untersuchungsinstrumente, Augentropfen und Handtücher. Womöglich habe aber auch der derzeit vorherrschende Adenovirus-Typ 8 besonders krankmachende Eigenschaften, erklärten die Virologen.

Mirko Kösterke vom Landeszentrum Gesundheit in  Nordrhein-Westfalen warnt indes vor überzogenen Ängsten. Möglicherweise seien die Bürger angesichts der Berichte über steigende Fallzahlen einfach nur "sensibler" geworden und gingen eher zum Arzt als früher. Diese wiederum lassen womöglich mehr Fälle vom Labor bestätigen, was sich dann in der Statistik niederschlägt.

Augengrippe: Wie lange ist sie ansteckend?

Adenoviren sind für eine Vielzahl von Krankheiten verantwortlich. Sie können unter anderem Durchfall-Erkrankungen, Infektionen der Atemwege, Mandelentzündungen oder eben Augenentzündungen hervorrufen. Die weltweit verbreiteten Erreger sind äußerst widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse und bei  Zimmertemperatur wochenlang stabil. Zudem ist ein Patient in der  Regel in den ersten zwei Wochen ansteckend, schleppt das Virus also recht lange mit sich herum.

Adenovirus: So infizieren sich Menschen mit der Augengrippe

Meist unbewusst reiben sich die Betroffenen die Augen, weil es juckt und brennt. In der Tränenflüssigkeit sitzen Milliarden von Adenoviren, die dann über die Hände auf alle möglichen Gegenstände geschmiert oder beim nächsten Handschlag weitergegeben werden können, so dass sich wiederum andere Menschen anstecken. Fast immer heilt die Infektion vollständig aus. Als Spätfolge der sogenannten  Keratokonjunktivitis epidemica kann es aber auch zu Hornhauttrübungen kommen, die das Sehvermögen langfristig  beeinträchtigen können.

Eine Schutzimpfung gibt es nicht. Behandelt werden können nur  die Symptome, etwa mit Augentropfen oder -salbe. "Um sich zu schützen, gibt es nur eins: Hygiene, Hygiene, Hygiene", sagt Mirko  Kösterke. Dazu gehört gründliches Händewaschen. Erkrankte sollten zudem Handtücher, Waschlappen und Kosmetika separat benutzen. Handtücher sollten bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden. Öffentliche Schwimmbäder oder Saunen sind natürlich tabu, bis die Infektion ausgeheilt ist. afp

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