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Kardiologie

07.07.2017

Beinschmerzen können auf Herzinfarkt-Risiko hindeuten

Die Deutsche Herzstiftung macht darauf aufmerksam, dass Beinschmerzen ein Warnsignal für Herinfarkte sein könnten.
Bild: Paul Zinken

Viele nehmen Beinschmerzen nicht ernst. Doch die Deutsche Herzstiftung warnt: Beinschmerzen sind Symptome einer Arteriosklerose, die zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen kann.

Beinschmerzen würde wohl nicht jeder gleich mit einem Herzinfarkt in Verbindung bringen. Die Deutsche Herzstiftung macht nun allerdings zur Vorsorge von Herzinfarkt genau darauf aufmerksam. Vor allem bei Schmerzen, die beim Gehen in den Waden auftreten und beim Stehenbleiben schnell verschwinden, sollte man vorsichtig sein, so die Deutsche Herzstiftung. Bei dieser Art von Beinschmerzen handele es sich um eine sogenannte Arteriosklerose, bei der die zuführenden Blutgefäße in den Beinen verkalkt sind.

Herzstiftung: Beinschmerzen als Infarkt-Vorbote ernst nehmen

Die Beinschmerzen sollten ernst genommen werden. In Deutschland kommt Arteriosklerose - auch periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) genannt - bei ungefährt einer Millionen Menschen vor, so die Deutsche Herzstiftung. Durch die Verkalkung in den Arterien wird der Blutfluss gestört, sind die Herzkranzgefäße befallen, spricht man laut Deutscher Herzstiftung von einer "Koronaren Herzkrankheit". "Oft merken Betroffene über Jahre hinweg nichts von einer Arteriosklerose", erklärt Prof. Ernst Weigang, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Therapie am Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Berlin.

Wie genau es zu der Verkalkung kommt? Ärzte vermuten heute, dass sich die Gefäßwand entzündet oder verletzt wird und die Einlagerungen von Fetten und Kalk erst dadurch möglich werden. Unklar ist aber, was konkret die Entzündung oder Verletzung verursacht. Dafür steht fest, dass Beinschmerzen ein Anzeichen sein können.

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Die Arteriosklerose wandert im Krankheitsverlauf wohl  durch den Körper und kann auch die Beine befallen. Sind die Arterien in den Beinen verkalkt, seien auch meist die Herzkranzgefäße betroffen. Laut der Deutschen Herzstiftung betrifft das sogar 90 Prozent der Fälle. Folglich ist das Herzinfarkt-Risiko bei Arteriosklerose-Patienten auch statistisch gesehen recht hoch. Die Hälfte der Todesfälle in Europa geht laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf solche Folgeerkrankungen der Arteriosklerose zurück.

Beinschmerzen behandeln: Herzinfarkt vorbeugen

Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt: Wer Beinschmerzen in den Waden hat, solle zuallererst den Hausarzt aufsuchen und ihm seine Beschwerden mitteilen. Ein Arzneimittel, das direkt gegen Arteriosklerose wirkt, gibt es zwar nicht, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer, die Erkrankung kann aber zum Beispiel mit Blutverdünnern behandelt werden. Sie verhindern, dass sich Blutgerinnsel bilden. Sind die Cholesterin-Werte erhöht, dann können Fettsenker dazu beitragen, dass die Werte des schädlichen LDL-Cholesterins gesenkt werden.

Dabei gilt vor allem: Rauchen schadet den Arterien und eine regelmäßige Bewegung wirkt der Arteriosklerose entgegen. Auch mit der richtigen Ernährung könne laut Deutscher Herzstiftung die Gefäßerkrankungen vorgebeugt oder gemindert werden. Am Wichtigsten ist jedoch die Verständigung eines Arztes. AZ/dpa

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