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Tychonema

16.08.2019

Blaualgen im Wasser: So gefährlich sind sie, so erkennt man sie

Blaualgen-Alarm kommt an Badeseen öfter vor. Aber wie gefährlich sind die als Blaualgen bekannten Cyanobakterien?
Bild: Uwe Zucchi/Archivbild (dpa)

Blaualgen-Alarm kommt an Badeseen öfter vor. Aber wie gefährlich sind die Cyanobakterien? Und woran erkenne ich Tychonema & Co im Wasser?

Was sind Blaualgen eigentlich? Sind sie auch für Menschen gefährlich? Und woran erkenne ich sie im Wasser? Ein Überblick.

Was sind Blaualgen?

Es ist heiß, es ist sonnig - dieses Sommerwetter bietet ideale Bedingungen für die Ausbreitung sogenannter Cyanobakterien. Diese besser als Blaualgen bekannten Organismen kommen in geringer Menge praktisch in jedem Gewässer vor und sind dann auch weitgehend ungefährlich. Kritisch wird es, wenn Blaualgen sich massiv vermehren. Denn einige Cyanobakterien bilden Gifte. Diese gefährden bei höherer Konzentration die Gesundheit von Menschen und Tieren.

Gift und Symptome: Wie gefährlich sind Blaualgen wie Tychonema?

Gefährlich können Cyanobakterien vor allem dann werden, wenn sie in hoher Konzentration mit dem Wasser geschluckt werden oder in die Atemwege gelangen. Vor allem Kinder, die im flachen Wasser toben, könnten so Übelkeit, Durchfall oder Entzündungen bekommen. Wenn sie sehr viel Wasser schlucken, könne das sogar lebensgefährlich sein, warnt das Umweltbundesamt. Gleiches gilt für Hunde und andere Haustiere - für sie können Cyanobakterien ebenfalls tödlich sein.

Die Algenart Tychonema etwa war 2017 für den Tod von mehreren Hunden am Tegeler See bei Berlin verantwortlich.  Auch im Fall von mehreren toten Hunden am Mandichosee im Kreis Aichach-Friedberg waren die Algen als Ursache in Verdacht.

 

Welche Symptome deuten auf eine Blaualgen-Vergiftung nach dem Baden?

Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg und das Bundesumweltamt führt folgende mögliche Symptome auf:

  • Haut- und Schleimhautreizungen
  • Übelkeit, Durchfall und Erbrechen
  • Gliederschmerzen
  • Bindehautentzündungen
  • Ohrenschmerzen
  • Fieber
  • Atemwegserkrankungen
  • allergische Reaktionen

Können Blaualgen für Menschen tödlich sein?

"Eindeutig belegte Todesfälle durch Microcystin-Aufnahme beim Baden oder anderweitiger Freizeitnutzung von Gewässern mit „Blaualgenblüten“ sind bislang nicht bekannt", erklärte das Umweltbundesamt.

Woran erkennt man Blaualgen im See?

Anders als man vermuten könnte, sind Blaualgen eher grün als blau. Einige Blaualgen sammeln sich und bilden Schlieren oder Teppiche im Wasser, die grünlich bis leicht bläulich schimmern. Ein guter Hinweis auf eine Belastung ist es, wenn man bis zu den Knien im Wasser steht und die Füße im grünen Wasser bereits nicht mehr zu sehen sind.

Blaualgen sind eher grün als blau. Wer sie im Gewässer entdeckt, sollte zumindest Kinder und Hunde nicht mehr baden lassen.
Bild: LAGeSo (dpa)

Befallen Blaualgen einen ganzen See?

Die Blaualgen-Teppiche sind meist nicht flächendeckend, sondern bilden sich nur an bestimmten Stellen eines Gewässers.

Wie oft kommt es vor, dass Blaualgen in Seen gefunden werden?

Das ist gar nicht so selten. Einige Beispiele:

  • 2017 starben am Tegeler See bei Berlin gleich mehrere Hunde , später wurden wenige Kilometer entfernt 15 tote Wildtiere gefunden - 14 Füchse und ein Wildschwein.
  • 2018 erließ das Landratsamt Günzburg für den Silbersee bei Remshart ein vorläufiges Bade- und Surfverbot, weil bei einer Kontrolle Blaualgen gefunden wurden.
  • 2018 wurden in der Probe des Friedberger Sees zwar vereinzelt Cyanobakterien nachgewiesen, allerdings in so geringem Umfang, dass sich daraus keine Gefährdung für die menschliche Gesundheit ergab.
  • Ebenfalls 2018 musste beim Ironman in Hamburg das Schwimmen über 3,8 Kilometer in der Alster gestrichen werden. Aufgrund der erhöhten Blaualgen-Konzentration in dem Binnengewässer hatte die Umweltbehörde der Hansestadt ein Badeverbot verhängt.
  • 2019 breitete sich ein Blaualgen-Teppich auf Ostsee aus. Satelliten- und Luftbildaufnahmen zeigten sehr große Vorkommen vor der dänischen und schwedischen Küste und in etwas schwächerer Form auch vor Mecklenburg-Vorpommern.

(AZ)

Satellitenaufnahme mit Algenblüte im Danziger Becken.
Bild: ESA/Archiv (dpa)

 

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