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Los Angeles

27.04.2015

"Böser Zwilling" im Kopf? Tumor entpuppt sich als Embryo

Der Embryo ihrer Schwester ist in einem frühen Stadium gestorben. Seitdem war das Gewebe ein Teil von Yamini Karanam.
Bild:  Peter Endig (dpa)

Eine Frau ist wegen Wahrnehmungsstörungen und Kopfschmerzen zum Arzt gegangen. Als Spezialisten einen vermeintlichen Tumor entfernten, entpuppte sich dieser als menschlicher Embryo.

Yamini Karanam hat unter immer stärkeren Problemen gelitten. Mit Müdigkeit und Kopfschmerzen fing es an, schließlich konnte die Studentin nicht einmal mehr Texte lesen. Als auch einfache Alltagsabläufe nicht mehr reibungslos funktionierten, suchte die 26-Jährige einen Arzt auf.

Die Diagnose lautete schließlich, dass sie an einem großen Hirntumor leide. Dieser sollte von Hrayr Shahinian vom "Skullbase Institute" in Los Angeles entfernt werden, wie T-Online berichtet.

Embryo der eigenen Schwester sitzt im Kopf fest

Shahinian ist Experte für das minimalinvasive Entfernen von Gehirntumoren. Yamini Karanam ließ sich von ihm operieren, um wieder gesund zu werden. Nachdem die Ärzte den Tumor entfernt hatten, stellten sie fest, dass dieser über Knochen und Zähne verfügte. Anscheinend war Karanams Zwilling als Fötus gestorben und sein Gewebe hatte sich im Mutterleib als "graues Etwas" in Yaminis Gehirn festgesetzt. Solches fremdes Gewebe im Körper nennen Experten ein Teratom.

Der eigene Zwilling im Kopf - das ist ein sehr seltenes Phänomen. Einzigartig ist es aber nicht. Shahinian berichtete, dass Karanam schon seine zweite Patientin gewesen sei, bei der sich ein ungeborener Zwilling als Ursache für den Gehirntumor herausgestellt hatte. Insgesamt habe er schon 7.000 bis 8.000 Tumore entfernt. Yamini Karanam geht es gut, sie nahm die Neuigkeit von dem Embryo ganz locker: Das sei wohl ihre "böse Zwillingsschwester" gewesen. sh

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