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Depression
10.06.2016

Antidepressiva sind bei Kindern und Jugendlichen meist wirkungslos

Eine Studie hat herausgefunden, dass Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen weitgehend wirkungslos sind.
Foto: Patrick Pleul, dpa (Symbolfoto)

Antidepressiva sind bei Kindern und Jugendlichen weitgehend wirkungslos. Das hat ein internationales Forscherteam herausgefunden. Es droht demnach sogar eine Gefahr.

Die gängigen Medikamente zur Behandlung von Depressionen sind bei schwer depressiven Kindern und Jugendlichen weitgehend wirkungslos. In Einzelfällen könnten sie sogar suizidale Tendenzen der minderjährigen Patienten steigern, heißt es in der Studie eines internationalen Forscherteams, die das Fachblatt "The Lancet" am Donnerstag veröffentlichte. Für die Studie hatten die Wissenschaftler die Befunde aus 34 klinischen Tests an mehr als 5.000 Patienten mit Depressionen im Alter zwischen neun und 18 Jahren ausgewertet.

Depression: Nur ein Antidepressivum zeigte eine positive Wirkung

Alleine das Antidepressivum Fluoxetin habe bei der Behandlung der Minderjährigen eine positive Wirkung gezeigt, heißt es in der Untersuchung. Der ebenfalls zur Depressionsbehandlung eingesetzte Wirkstoff Venlafaxin habe sogar stärker ausgeprägte Suizidgedanken bewirkt. Weitere Mittel zur Bekämpfung von Depressionen seien weitgehend wirkungslos geblieben.

Bei einer Abwägung von Risiken und potenziellem Nutzen zeichne sich "kein klarer Vorteil" für die Behandlung schwer depressiver Minderjähriger mit den gängigen Antidepressiva ab, resümieren die Autoren. Sie empfehlen eine genaue Beobachtung der minderjährigen Patienten, die mit solchen Mitteln gegen Depression behandelt werden. Die Studienautoren beklagten, dass es einen Mangel an gesicherten Erkenntnissen über die Auswirkung von Antidepressiva speziell bei Minderjährigen gebe.

Bis zu sechs Prozent der Jugendlichen haben schwere Depressionen

Schwere Depressionen treten bei etwa drei Prozent der Kinder von sechs bis zwölf Jahren und bei sechs Prozent der Jugendlichen von 13 bis 18 Jahren auf. In den USA stieg der Anteil der Minderjährigen, die mit Antidepressiva behandelt werden, zwischen 2005 und 2012 von 1,3 Prozent auf 1,6 Prozent. afp

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