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Deutsche Stiftung Patientenschutz
23.06.2014

Register für Behandlungsfehler soll Patientenschutz vereinfachen

Steigender Druck belastet immer mehr Mediziner. Das erhöht die Gefahr eines Behandlungsfehlers.
Foto: Maurizio Gambarini, dpa

Eine Statistik zu Behandlungsfehlern hat Ärger bei der Stiftung für Patientenschutz ausgelöst. Ein Gesamtbild über die Lage in Deutschland fehlt. Ein Register soll Klarheit bringen.

Eine neue Statistik vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen hat gezeigt, dass 2013 rund 14.600 Gutachten wegen Verdachts auf Behandlungsfehler von ihm gestellt wurden - 200 mehr als in Vorjahr. Die Bundesärztekammer soll ebenfalls neue Zahlen zu Behandlungfehlern vorlegen. Solche Statistiken belegen, wie oft Patienten Behandlungsfehler vermuten, und wie oft sich der Verdacht bestätigt.

Die Nachrichtenagentur dpa geht davon aus, dass sich im vergangenen Jahr 12.000 Patienten bei Ärztekammern über vermutliche Behandlungsfehler beschwerten. Im "Spiegel" wird berichtet, dass davon 8.000 Fälle abgeschlossen wurden. In rund 2.200 Fällen soll sich demnach der Verdacht bestätigt haben. Jetzt fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz ein nationales Register.

Patienten müssen über Behandlungsfehler aufgeklärt werden

Laut Eugen Brysch, dem Vorstand der Patientenschutz-Stiftung, fehlt in Deutschland der Überblick. Darum soll ein nationales Register für Klarheit sorgen. Dort sollen die Zahlen zusammenlaufen: Der Medizinische Dienst der Kassen, die Ärztekammern, aber auch die Zivil- und Sozialgerichte würden ihre Zahlen gemeinsam präsentieren. Das Register müsste von der Bundesregierung aufgebaut werden.

Doch nicht nur der bundesweite Überblick ist der Deutschen Stiftung Patientenschutz wichtig. Die Behandlungsfehler sollten zudem von den einzelnen Einrichtungen veröffentlicht werden, damit Patienten sich über die Situation informieren können. "Die Menschen wollen wissen, was vor Ort los ist", so Brysch. Die Stiftung betrachtet die Risiken für Patienten als zu groß.

Viele Krankenhäuser bemühen sich gezielt, Behandlungsfehler zu vermeiden. Der Präsident der Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery betont aber auch den Einfluss von zunehmendem Stress auf Mediziner. Durch die steigende Arbeitsintensität in Kliniken und Praxen wachse der Stress - und damit die Fehlerquote. Ständiger Leistungsdruck und lange Arbeitszeiten wirken sich laut Montgomery ungünstig auf die Quote der Behandlungsfehler aus. dpa(Basil Wegener)/sh

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