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Multiresistente Keime

14.04.2015

Die Angst vor multiresistenten Keimen im Krankenhaus ist berechtigt

An der Uniklinik Kiel haben multiresistente Keime Opfer gefordert.
Bild: Carsten Rehder (dpa)

Immer mehr Meldungen über die Gefahren von multiresistenten Keimen im Krankenhaus haben die Bevölkerung verunsichert. Was passiert, wenn kein Antibiotikum mehr helfen kann?

Immer wieder ist die Gefahr, die von multiresistenten Keimen ausgeht, deutlich geworden. Im Kieler Universitätskrankenhaus hatte sich im Januar der gefährliche Erreger Acinetobacter baumannii verbreitet, in Düsseldorf wurde auf einer Kinder-Intensivstation vor kurzem eine Häufung von Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) bei Säuglingen nachgewiesen. Müssen sich Patienten jetzt Sorgen um multiresistente Erreger im Krankenhäusern machen?

Es gibt nur Schätzungen darüber, wie viele Menschen jährlich in Deutschland an multiresistenten Keimen sterben. Die Berliner Charité vermutet höchstens 6.000 Fälle. Dennoch ist sicher, dass die meisten Krankenhausinfektionen nicht von multiresistenten, sondern von sensiblen Keimen hervorgerufen werden. Diese sind mit Antibiotika bekämpfbar. Die multiresistenten Keime sind also nicht so gefährlich, wie sich durch medienwirksame Fälle vermuten lässt. Dennoch wird die Gefahr durch sie ernst genommen.

Was können Kliniken gegen multiresistente Keime tun?

Wenn in Deutschland kein Antibiotikum hilft, fühlen sich Betroffene machtlos. "Wir hier in Europa sind verwöhnt und daran gewöhnt, dass uns immer geholfen werden kann", erläutert Alexander Friedrich, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Groningen in den Niederlanden, die Situation. Multiresistente Keime sind nicht generell gefährlicher - aber sie sind schlechter zu behandeln.

Die Gefahr, dass Patienten gefährliche Keime aus einem Urlaubsland mitbringen, ist groß. So landen die multiresistenten Keime dann in deutschen Kliniken. Jedes Krankenhaus entscheidet hierzulande selbst, wie gegen die Erreger vorgegangen wird. Gesundheitsscreenings bei der Aufnahme von Patienten im Krankenhaus erzielen in den Niederlanden bereits gute Ergebnisse. Wenn der multiresistente Keim schnell erkannt wird, kann das Krankenhaus auch zeitig reagieren. dpa/sh

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