Newsticker

Erneut mehr als 11.000 neue Corona-Fälle in Deutschland
  1. Startseite
  2. Wissenschaft
  3. Die Vierlinge von Annegret R. brauchen jetzt Muttermilch, um zu wachsen

Vierlinge mit 65

28.05.2015

Die Vierlinge von Annegret R. brauchen jetzt Muttermilch, um zu wachsen

Annegret R. posiert im November 2005 mit ihrer Tochter Lelia für den Fotografen. Die heute 65-Jährige hat ihre Vierlinge zur Welt gebracht.
Bild: Patrick Lux/Archiv (dpa)

Nach Samen- und Eizellspenden sind in der Ukraine die Vierlinge gezeugt worden, die Annegret R. nun zur Welt gebracht hat. Die winzigen Säuglinge brauchen jetzt Muttermilch.

Es sind drei Jungen und ein Mädchen geworden: Neeta, Dries, Bence und Fjonn heißen die Vierlinge, die Annegret R. mit 65 Jahren nach einer künstlichen Befruchtung zur Welt gebracht hat. Sie wiegen nur 655 bis 90 Gramm und sind gerade einmal 35 Zentimeter groß, doch sie kämpfen um ihr Leben. Die 65-jährige Lehrerin aus Berlin brachte die Vierlinge rund 15 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin auf die Welt. Die Gefahr bleibender Schäden oder Entwicklungsverzögerungen ist groß.

Vierlinge mit 65: "Zerbrechlich, aber süß"

"Die Kinder benötigen viel Aufmerksamkeit und eine intensive Behandlung", bestätigt Prof. Christoph Bührer, Neonatologie-Chef der Berliner Charité. Dort werden die Vierlinge derzeit mit tröpfchenweise Muttermilch versorgt. Auch Magensonden helfen bei der Versorgung. Annegret R. hat sich nach der Geburt schnell erholt. Ihre Vierlinge bekommen ihre Muttermilch, die sie nun für den Tropf und die Sonden abpumpt. Die Säuglinge werden in der Charité bleiben, bis der eigentliche Geburtstermin erreicht ist. Das ist aber kein Grund zur Sorge: "Sie sind alle ganz zerbrechlich, aber ganz süß", beruhigt Bührer.

Im Gegensatz zu ihren Vierlingen wird Annegret R. das Krankenhaus wohl schon Ende der Woche verlassen. Die beteiligten Ärzte der Klinik wollen sich nicht zu den Umständen der Geburt äußern. Diskussionsbedarf sehen sie aber schon: "Wir müssen aber eine gesellschaftliche Diskussion führen mit dem unbedingten Ziel, Frauen das Kinderkriegen in einer früheren Lebensphase zu erleichtern", so ein Fazit. In Deutschland werden derzeit zu wenig Kinder geboren. dpa/sh

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren