Newsticker
Bundesnetzagentur-Chef warnt vor dramatischer Gaspreis-Erhöhung
  1. Startseite
  2. Wissenschaft
  3. Digitalis: Vorsicht: Herzmedikamente aus Fingerhut erhöhen die Sterblichkeit

Digitalis
07.05.2015

Vorsicht: Herzmedikamente aus Fingerhut erhöhen die Sterblichkeit

Digitalis ist ein wichtiger Rohstoff für die Pharmaindustrie. Bei der Behandlung von Erkrankungen am Herzen finden deren hochwirksame und zugleich giftigen Wirkstoffe Verwendung.
Foto: Jens Wolf/dpa

Viele gängige Herzmedikamente enthalten Digitalis, also Stoffe aus der Fingerhut-Pflanze. Die hochgiftige Pflanze heilt aber nicht nur, sie erhöht auch die Sterblichkeit.

Herzmedikamente enthalten oftmals den Wirkstoff Digitalis, der aus dem Fingerhut gewonnen wird. Jetzt hat eine Studie über diese Arzneimittel erschreckende Ergebnisse erhalten, nachdem mehr als 326.000 Patienten untersucht und deren Daten analysiert worden sind. Im "European Heart Journal" hat Kardiologe Stefan Hohnloser vom Universitätsklinikum Frankfurt diese Ergebnisse veröffentlicht. Demnach erhöhen Medikamente mit Digitalis die Sterblichkeit.

Fingerhut ist giftig - Digitalis erhöht die Sterblichkeit

Es ist kein Geheimnis, dass die Fingerhut-Pflanze giftig ist. Bei Herzleiden bietet deren Wirkstoff Digitalis aber Hilfe. Hohnloser und seine Kollegen haben 19 Studien von 1993 bis 2014 ausgewertet und dabei festgestellt, dass das Mittel die Sterblichkeit erhöht. Bei Menschen mit Herzinsuffizienz war das Sterblichkeitsrisiko um 14 Prozent gesteigert, wenn Patienten Medikamente mit Digitalis eingenommen hatten, bei Vorhofflimmern war das Risiko im Vergleich zu Patienten mit anderen Medikamenten um 29 Prozent erhöht.

Insgesamt war das Risiko von Patienten, die mit dem Fingerhut-Wirkstoff Digitalis behandelt worden sind, um 21 Prozent höher als das der anderen Patienten. Zudem konnten die Forscher feststellen, dass es auch Wechselwirkungen von Herzmedikamenten mit Digitalis und anderen Arzneien gab. Sie warnen, dass aktuelle Empfehlungen des Fingerhut-Wirkstoffes derzeit auf einer "hochgradig unbefriedigenden derzeitigen Datenlage" beruhen und raten dringend dazu, das Mittel nur "mit großer Zurückhaltung" anzuwenden. dpa/sh

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.