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Duftkerzen
27.01.2016

So gefährlich sind Duftkerzen für die Gesundheit

Vorsicht beim Abbrennen von Duftkerzen: Einige darin enthaltene Stoffe können das krebserregende Formaldehyd hervorrufen. (Symbolbild)
Foto: cf/Fotolia

Duftstoffe in Kerzen können Allergien auslösen, das ist bekannt. Aber bei einer chemische Reaktion kann auch krebserregendes Formaldehyd entstehen. Wie man sich schützen kann.

Duftkerzen verbreiten Wärme, Behaglichkeit und romantisches Licht: Mit ihnen wollen viele Menschen besonders im dunklen Winter mehr Gemütlichkeit in die Wohnung bringen. Gerne auch mit solchen, die den Duft von Vanille, Zitrone oder Rosenblüten verbreiten. Doch man sollte vorsichtig sein, denn Duftkerzen können eine Gefahr für die Gesundheit sein.

Schon länger ist bekannt: Duftstoffe, wie sie in Duftkerzen oder Lampenölen verwendet werden, können allergische Reaktionen der Haut auslösen, sogenannte Kontaktallergien. Der Betroffene entwickelt dann Ekzeme oder Ausschläge am Körper. Schon geringe Mengen an Duftstoffen in der Luft können bei Menschen, die empfindlich auf Chemikalien reagieren, Kopfschmerzen, tränende Augen oder Übelkeit auslösen. Ob Duftstoffe auch durch das Einatmen Allergien auslösen können, ist bisher umstritten. Jedoch können Duftstoffe bei Asthmatikern Bronchialkrämpfe auslösen, wie Stiftung Warentest berichtet.

Duftstoff Limonen reagiert zu krebserregendem Formaldehyd

Ein Duftstoff soll aber auch aus einem anderen Grund besonders gefährlich für die Gesundheit sein: Wie der Chemiker Alastair Lewis von der University of York der BBC berichtet, reagiert der Duftstoff Limonen mit dem Ozon in der Luft zu Formaldehyd. Und Formaldehyd kann sogar Krebs verursachen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bestätigt: "Es gibt Belege für die Bildung von Formaldehyd durch Reaktion von Limonen mit Ozon, auch für die Innenraumluft." Limonen ist ein allergener Duftstoff, der auch in Kosmetika und Spielzeugen vorkommen kann. Der Duftstoff ist ab einer bestimmten Konzentration in Kosmetik und Spielzeugen deklarationspflichtig, berichtet das BfR.

In der sogenannten "Ozonolyse" entsteht nun aus dem Duftstoff Limonen das gefährliche Formaldehyd. "Formaldehyd ist als krebserzeugend und erbgutverändernd eingestuft", berichtet das BfR. Wenn es eingeatmet wird, besteht ein Risiko für Tumore in den oberen Atemwegen.

Formaldehyd reizt die Schleimhäute und kann Krebs verursachen

Außerdem reizt Fromaldehyd die Schleimhäute, Indizien wie Augenreizen oder Stechen in der Nase weisen auf eine zu hohe Konzentration in der Raumluft hin. Das BfR hat ein "Safe"-Level für Formaldehyd in der Innenraumluft ermittelt: Demnach besteht ab einer Konzetration von 0,124 Milligramm pro Kubikmeter Luft keine nennenswerte Krebsgefahr mehr, die durch Formaldehyd ausgelöst wird.

Das Mittel Formaldehyd begegnet dem Menschen in vielen Alltagssituationen: Die Chemikalie ist zum Beispiel in Desinfektionsmitteln, Kleidung, kosmetischen Mitteln oder Farben enthalten. Bodenbeläge oder Möbel sind laut dem Umweltbundesamt Hauptquellen des krebserregenden Stoffes. Wie das BfR berichtet, ist Formaldehyd ein farbloses Gas, das einen typischen, stechenden Geruch aufweist, der auch in geringen Konzentrationen wahrgenommen werden kann.

Was kann man tun, um sich vor Formaldehyd zu schützen?

Regelmäßiges Lüften in der Wohnung und am Arbeitsplatz sorgt allgemein für eine gesundheitsverträgliche Luft. "Das gilt auch für die Verringerung möglicher Raumluftbelastungen mit Formaldehyd", berichtet das Umweltbundesamt auf seiner Website. Außerdem empfiehlt das Umweltbundesamt, emissionsarme Produkte und Materialien zu verwenden. Zum Beispiel würden mit dem Blauen Engel ausgezeichnete Produkte deutlich geringere Gesundheits- und Umweltgefährdungen aufweisen.

Oder man verzichtet auf die duftenden Kerzen. piar

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