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Fragen und Antworten

17.10.2014

Ebola: Symptome, Übertragung - und Gefahr für Deutschland

Ebola wird auch Deutschland zunehmend zum Thema. Was sind die Symptome von Ebola? Wie funktioniert die Übertragung? Hier alle Fragen und Antworten.
Bild: Cynthia Goldsmith/CDC (dpa)

Ebola-Symptome, Übertragung und Gefahr: Auch in Deutschland wächst im Herbst 2014 die Angst vor einer Epidemie. Berechtigt? Hier Fragen, Antworten, und News zusammengefasst.

Ebola war Anfang 2014 vor allem in Westafrika ein Risiko. Inzwischen ist die gefährliche Virus-Infektion auch in Ländern wie Spanien und in den USA angekommen. In Deutschland werden mehrere Patienten aus dem Ausland behandelt, zudem sind Deutsche in den Krisengebieten im Einsatz.

Ist die Ebola-Epidemie auch in Deutschland ein Grund zur Sorge? Was sind die Symptome bei Ebola? Wie funktioniert die Übertragung? Fragen und Antworten zusammengefasst:

Was ist Ebola überhaupt?

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Ebola ist eine Virus-Infektion, die in sehr vielen Fällen tödlich endet. Eine Impfung dagegen gibt es bislang nicht. Das Ebola-Virus gehört zur Familie der sogenanten Filoviridae. Von den bisher bekannten Spezies des Virus' haben laut Robert Koch Institut bisher drei Spezies größere Krankheitsausbrüche beim Menschen ausgelöst, nämlich Zaire, Sudan, und Bundibugyo. Die Epidemie 2014 mit aktuell über 4000 Toten ist die bislang größte, die es jemals gab.

Was sind die Ebola Symptome?

Die Erkrankung beginnt mit Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bindehautentzündung. Ab dem 5. bis 7. Krankheitstag kommt es bei den meisten Patienten zu Schleimhautblutungen, etwa aus dem Darm-  oder Vaginalbereich. Auch fleckenartige Blutungen an der Haut entstehen oft. Häufig versagen dann Nieren und Leber - je nach Virustyp endet die Ebola für 70 bis 90 Prozent der Patienten tödlich.

Ebola-Symptome: Blutungen, Erbrechen, hohes Fieber

Ebola Übertragung: Wie haben sich die Patienten angesteckt?

Die Übertragung bei Ebola erfolgt über die Schleimhäute, beispielsweise durch Mund und Augen. Auch Wunden und Verletzungen sind mögliche Eintrittspunkte. Neben dem direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten besteht auch die Gefahr, sich durch kontaminierte Gegenstände zu infizieren, etwa durch Kleider von Erkrankten.

Blut, Fäkalien und Erbrochenes von Patienten sind die am stärksten infektiösen Substanzen. Außerdem wurde das Virus in Muttermilch, Urin und Sperma nachgewiesen. Vor allem bei Patienten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium wurde das Virus zudem auch in Speichel und Tränen gefunden. Wenn eine männliche Person die Krankheit überlebt, hält sich das Virus bis zu 90 Tage im Sperma.

Kann ich mich anstecken, wenn ich mit einem Kranken im gleichen Raum bin oder neben ihm sitze?

Nein, eine Übertragung des Ebola-Virus' durch die Luft ist bisher nicht bekannt. Sie müssten also tatsächlich mit Körperflüssigkeiten des Infizierten in Berührung kommen. Durch flüchtigen Kontakt in der Öffentlichkeit mit Menschen, die nicht krank wirken, wird Ebola dagegen nicht übertragen, betont das Auswärtige Amt. Ebenso wenig bei der Berührung von Geld, lokal gekauften Lebensmitteln oder beim Baden im Pool. Auch Mücken übertragen das Virus nicht.

Gibt es Anzeichen dafür, dass das Virus mutiert?

Dass das Ebola-Virus mutieren und sich dann etwa durch die Luft verbreiten könnte, ist laut WHO eine Spekulation, für die es keinerlei Belege gibt.

Wie lange können Ebola-Viren außerhalb des Körpers überleben?

Leider können die Viren recht lange infektionsfähig bleiben, nämlich einige Tage. Eine Ansteckung über Gegenstände, die mit infektiösen Körperflüssigkeiten verschmutzt sind, ist deshalb möglich.

Wie lange ist bei Ebola die Inkubationszeit?

Das hängt davon ab, mit wie vielen Erregern man infiziert wurde. In der Regel ist die Inkubationszeit bei Ebola acht bis zehn Tage; es kann aber auch bis zu 21 Tage dauern, bis die Krankheit ausbricht und sich Symptome zeigen.  Das Übertragungsrisiko ist in der Spätphase der Erkrankung am größten, wenn die Viruslast am höchsten ist, so das RKI.

Das Risiko einer Ebola-Übertragung auf Reisen ist eher gering

Gibt es eine Impfung gegen Ebola?

Nein, noch nicht. Aber die Forschung zu Ebola-Impfstoffen läuft auf Hochtouren. Bei einigen möglichen Wirkstoffen laufen bereits Tests. Zwei Impfstoffe wurden von der WHO bereits als "vielversprechend" eingestuft, bis November oder Dezember sollen erste Testergebnisse vorliegen. Der Impfstoff der britischen Firma GlaxoSmithKline (GSK) könnte ab Anfang 2015 offiziell eingesetzt werden, ein Impfstoff der kanadischen Gesundheitsbehörden könnte nach erfolgreichen Tests ebenfalls zur Behandlung eingesetzt werden.

Kann ich mich auf Reisen und im Flugzeug mit Ebola anstecken?

Das Risiko, dass Reisende die Krankheit nach Deutschland mitbringen, ist zwar laut Robert Koch Institut gering, es ist aber eben nicht auszuschließen. "Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist durch den Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten von erkrankten Menschen oder Verstorbenen möglich", so die Spezialisten.

Wie kann ich mich gegen Ebola schützen?

Grundsätzlich wird Ebola direkt durch Körperflüssigkeiten übertragen, aber nicht durch die Luft. Das Virus ist empfindlich und wird durch Seife, Bleiche, Sonnenlicht und Austrocknung leicht abgetötet. Ein Waschmaschinengang tötet das Virus in Kleidung, die mit infektiöser Körperflüssigkeit gesättigt war, so das Auswärtige Amt.

Wie groß ist die Gefahr einer Ebola-Epidemie in Deutschland?

Deutschland ist auf die Behandlung von Personen, die an Ebolafieber erkrankt sind, vorbereitet.  Es gibt bundesweit mehrere Behandlungszentren, die auf Ebola-Patienten eingestellt sind, etwa durch spezielle Isolierstationen. Auch für Flughäfen und Bahnhöfen gibt es spezielle Einsatzpläne, etwa in München. AZ

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