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Endometriose
28.07.2017

Frauen mit Endometriose haben starke Schmerzen

Wer während der Regel sehr starke Bauchkrämpfe hat, sollte zum Arzt gehen. Denn auch eine Endometriose kann die Ursache sein.
Foto: Monique Wüstenhagen (dpa, Symbolbild)

Unterleibsschmerzen führen Frauen meist automatisch auf die Periode zurück. Wenn diese aber auch außerhalb der Regelblutung auftreten, kann es sich um eine Endometriose handeln.

Dass die Periode für die meisten Frauen keine angenehme Zeit ist, ist wohl kein Geheimnis. Dennoch gilt es zwischen dem gewöhnlichen Zwiepen und Zucken und starken Schmerzen aufmerksam zu unterscheiden. Denn in einige Fällen kann auch eine Endometriose die Schmerzen verursachen. In einer aktuellen Mitteilung des Universitätsklinikums Münster berichtet eine Betroffene von ihrem Krankheitsbild. Damit will sie anderen Frauen helfen - denn Endometriose gilt als eine nur schwer diagnostizierbare Krankheit.

Mehr als Blut und starke Schmerzen: Gefahr durch Endometriose

Bei einer Endometriose siedelt sich meist gutartiges Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnlich ist, außerhalb der Gebärmutter an und blutet im Zyklusverlauf ab. Das Gewebe breitet sich mit der Zeit weiter aus und kann zu Zysten, Verwachsungen und Unfruchtbarkeit führen, wie der Gynäkologe Prof. Stefan Renner, der auch Präsident der Europäischen Endometriose Liga ist, erläutert.

Zunächst treten die Schmerzen einer Endometriose nur während der Periode auf, mit der Zeit bleiben sie aber bestehen. Obwohl nach Schätzungen der Organisation gut jede zehnte Frau in Deutschland betroffen ist, tun viele Frauenärzte die Symptome für eine Endometriose ab, sagt Renner. Dabei leiden die Frauen unter sehr starken Unterleibsschmerzen, sodass sie teilweise ihrem Alltag für die Dauer der Regelblutung nicht nachkommen können.

Endometriose mittels Bauchspiegelung erkennen

Doch wie können Frauen zwischen Regelschmerzen und einer Endometriose unterscheiden? Der Gynäkologe Stefan Renner rät dazu, einen Arzt aufzusuchen, wenn man erstmals starke Schmerzen hat, sie sich in Intensität und Dauer verändert haben oder wenn man Schmerzen auch außerhalb der Periode hat. Renner ergänzt: "Wenn die Lebensqualität beeinträchtigt ist, man nur im Bett liegen kann oder so eingeschränkt ist, dass man nicht jeden Monat damit leben kann."

Die Diagnose einer Endometriose wird dann in der Regel per Bauchspiegelung gestellt. Dabei können dann direkt die Endometrioseherde entfernt werden. Bei milden Beschwerden, bei einem Rückfall oder zur Vorbeugung nach einer Operation kommt eine Hormontherapie in Betracht. Doch bis zu einer solchen Diagnose vergehen durchschnittlich acht bis zwölf Jahre, wie das Uniklinikum Münster mitteilt.

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Viele Ärzte wissen die scheinbar diffusen Beschwerdebilder der Patienten nicht richtig zu deuten, sodass die betroffenen Frauen ihre Schmerzen jahrelang als vermeintliches "Frauenleiden" mit sich schleppen. Das macht die Endometriose allerdings nur schlimmer, denn sie metastasiert ähnlich wie Krebs. In manchen Fällen bleibt nur eine Operation als letzter Ausweg - sofern die Endometriose noch nicht chronisch geworden ist. AZ

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