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Artenschutz

14.06.2018

Erfreuliche Nachricht: Es gibt wieder mehr Berggorillas

Im Virunga-Nationalpark im Ost-Kongo sind die vom Aussterben bedrohten Berggorillas beheimatet. Der Tourismus kommt der Gorilla-Populationa aber zu Gute.
Bild: Philipp Laage, dpa

Der Berggorilla war eigentlich so gut wie ausgestorben. Inzwischen leben in den Wäldern Zentralafrikas wieder mehr als 1000 Tiere – ihr Kot hat sie verraten.

Der Nachweis gelang einer Gruppe von Wissenschaftlern auf eine eher unappetitliche Art und Weise: Zwei Jahre lang durchkämmten Forschungsteams den Dschungel im Bereich der Virunga-Vulkane im Grenzgebiet zwischen Ruanda, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo und suchten: Kot. Den Kot der Berggorillas. 2000 Kilometer waren sie in dem 440 Quadratkilometer großen Gebiet unterwegs, immerhin 1100 Mal wurden sie fündig. Das Ergebnis der anschließenden, 18 Monate dauernden DNA-Analyse: Der Bestand des stark gefährdeten Berggorillas hat sich den vergangenen 30 Jahren mehr als verdoppelt.

Ausnahmsweise nutzt der Tourismus einer Tierart

Damit leben inzwischen wieder mehr als 1000 Exemplare dieses nahen Verwandten des Menschen. Und das Interessante ist zudem: Der Berggorilla ist eines der wenigen Beispiele, bei dem der Tourismus einer Tierart ausnahmsweise nutzt.

Es gibt nur zwei Areale auf der Welt, in denen der Berggorilla überhaupt lebt: die Region um die Virunga-Vulkane, in der nach Angaben der Max-Planck-Gesellschaft für evolutionäre Anthropologie mindestens 604 Tiere siedeln. Und der Bwindi-Wald in Uganda mit nachgewiesenermaßen 400 Tieren.

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Der Berggorilla ist eine imposante Erscheinung: Aufrecht stehend wird er bis zu 1,75 Meter groß, allerdings bringt er dann, sofern er ein Männchen ist, gleich bis zu 200 Kilo auf die Waage. Weibchen sind leichter und werden nur halb so schwer. Der Berggorilla lebt in Gruppen mit 9 bis 16 Tieren und ernährt sich in erster Linie durch Blätter. Interessanterweise führen die verschiedene Gruppen keine Kriege um Territorien, sondern siedeln teilweise sogar in gleichen Gebieten und meiden lediglich den Kontakt von Gruppe zu Gruppe.

Im kongolesischen Teil des Parks tobt ein grausamer Krieg

Ganz anders ist es mit den Berggorillas und den Menschen. Köhler holzen ihren Lebensraum ab, den Wald, um Holzkohle zu gewinnen. Und obwohl das Virunga-Gebiet ein Nationalpark ist, werden dort Konzessionen etwa an britische Firmen vergeben, um nach Erdöl zu bohren. Was den Lebensraum der Gorillas noch weiter gefährdet. Im kongolesischen Teil des Parks tobt überdies ein grausamer Krieg, in dem verschiedene Rebellengruppen um Bodenschätze kämpfen. Mehr als 175 Ranger, die auch für den Schutz der Berggorillas verantwortlich sind, wurden in den vergangenen 20 Jahren von Rebellen getötet.

Ruanda will die Einnahmen aus dem Berggorilla-Tourismus bis 2024 verdoppeln

Doch warum hat die Population der bedrohten Art trotz dieser Widrigkeiten wieder zugenommen? Immer mehr Touristen kommen aus reichen Ländern, um die Berggorillas in freier Wildbahn zu beobachten – es gibt sie ja auch in keinem einzigen Zoo zu beobachten. Sie werden somit zu einem Wirtschaftsfaktor, den Uganda und insbesondere Ruanda ausbauen wollen – und deshalb die Tiere verstärkt schützen. Kranke Berggorillas werden auch von Tierärzten versorgt. Ruanda will die Einnahmen aus dem Berggorilla-Tourismus bis 2024 verdoppeln. Ein Glücksfall für den scheuen Dschungelbewohner.

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