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Nahrungsergänzung

19.06.2017

Fitness: Pillen und Pulver können gefährlich sein

Viel hilft nicht immer viel: Nahrungsergänzungsmittel sollten mit Bedacht kombiniert werden. Außerdem sollten sich Sportler auch nicht zu viel von deren Wirkung erhoffen.
Bild: Symbolbild Matthias Hiekel (dpa)

Nahrungsergänzungsmittel gehören für viele Menschen in Deutschland zum Alltag dazu. Gerade bei Sportlern sind Pulver und Pillen mit Vitaminen oder Eiweißen beliebt.

Kapseln, Pulver und Pillen sollen den Körper mit zusätzlichen Vitaminen, Mineralstoffen, Proteinen oder Aminosäuren versorgen. Das ist förderlich für die Gesundheit, glaubt mehr als die Hälfte aller Deutschen, die auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreift. Das hat eine repräsentative Umfrage von forsa im Auftrag der Verbraucherzentralen ergeben. Besonders Sportler denken, dass sie das Extra brauchen, das ihnen die Werbung für Pillen und Pulver verspricht.

Pillen und Pulver für Sportler sind meistens unnötig

Die Verbraucherzentrale Brandenburg warnt nun in einer Pressemitteilung davor, dass Sportler das Angebot von Nahrungsergänzungsmitteln zu ernst nehmen und den Produkten mehr Erfolg und Funktion zusprechen, als nachgewiesen werden kann. Denn nicht immer können diese die körperliche Leistung wirklich steigern. Die Verbraucherzentrale warnt deshalb vor dem Trend, zur Leistungssteigerung zu Pillen und Pulvern zu greifen: "[M]anche Mittel sind unnötig oder gar riskant."

Silke Vollbrecht ist Expertin für Ernährung und Lebensmittel bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. Sie warnt Freizeitsportler davor, zur Leistungssteigerung zu Pulvern und Pillen zu greifen - denn bei ihnen ergebe sich durch den Sport nur ein leicht erhöhter Bedarf an Vitaminen oder Eiweißen. Um diesen auszugleichen, brauche man aber nicht zu Nahrungsergänzungsmitteln zu greifen. Eine ausgewogene Ernährung reicht aus, um den Körper zu stärken. Nur in Ausnahmefällen, etwa bei Leistungssportlern im intensiven Training, seien Pillen und Pulver eine sinnvolle Ergänzung.

Nahrungsergänzung: Gefahr von Überdosierung oder Verunreinigung

Weil Nahrungsergänzungsmittel zu den Lebensmitteln und nicht zu Medikamenten zählen, werden sie nicht auf Nebenwirkungen geprüft. Auch ihre Wirksamkeit wird nicht untersucht. Zudem warnt die Verbraucherzentrale, dass eine langfristige Einnahme hoher Dosen von Pillen und Pulvern für Sportler zu gesundheitlichen Risiken führen können. Eine Marktuntersuchung der Verbraucherzentralen zu Magnesiumpräparaten soll beispielsweise häufige Überdosierungen nachgewiesen haben.

Als besonders gefährlich stuft die Verbraucherzentrale Bestellungen von Nahrungsergänzungsmitteln aus dem Internet ein. Denn gerade bei Produkten für Sportler bestehe die Gefahr, dass die Produkte mit Dopingsubstanzen verunreinigt seien. Deshalb sei es sinnvoll, die Einnahme von Pulvern und Pillen für Sportler mit einem Arzt oder Ernährungsberater abzusprechen. Die Verbraucherzentralen bieten zur Information außerdem das Portal "Klartext Nahrungsergänzung" an. sh

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