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Gesundheit

15.02.2015

Forschung: Hightech soll Demenzkranken im Alltag helfen

Die TU Chemnitz hat ein System entwickelt, das demenzkranken Menschen das eigenständige Leben erleichtern soll und dabei nicht deren Privatsphäre verletzt.
Bild: Hendrik Schmidt (dpa)

Demenzkranke sind im Alltag auf die Hilfe von Angehörigen und Pflegern angewiesen. Moderne Technik soll es ihnen ermöglichen, länger selbstständig zu sein.

Länger in der eigenen Wohnung dank Hightech? Diese Lösung für Demenzkranke will die Technische Universität Chemnitz auf der Cebit in Hannover (16.3. - 20.3.) vorstellen. Ein System auf Basis sogenannter 3-D-Sensoren soll die Patienten in deren Wohnung lokalisieren und auch an bestimmte Dinge erinnern. 

Hilfsmittel für Demenzkranke schickt keine Daten weiter

Nach Angaben der Uni arbeitet es bildlos und kommt ohne Kameras aus. Das sei bei Technik für Demenzkranke bisher der Knackpunkt. Denn: Um eine Wohnung von außen zu überwachen, müssen Bilder von innen an eine Zentrale übermittelt werden. Damit greift man aber in die Privatsphäre ein.

Das Smart-Sensor-Netzwerk aus Chemnitz wird derzeit in einer Laborwohnung der Uni getestet. Die gesammelten Daten müssten dabei die Wohnung nicht verlassen, erklärte Forscherin Julia Richter. Sitzt der Wohnungsinhaber beispielsweise stundenlang vor dem Fernseher oder benutzt am Morgen das Bad nicht, erhalte er ein akustisches Signal. 

Videoübertragung nur auf Wunsch des Patienten

Die Sensoren können aber auch dazu dienen, Pfleger oder Angehörige zu informieren. "Wenn der Patient Bildübertragungen ausdrücklich wünscht, ist das gleichfalls möglich", sagte Richter. Es gehe darum, alle Aktivitäten des täglichen Lebens zu erfassen und zu analysieren: "Der Sensor informiert darüber, ob die Leute ausreichend Wasser trinken, sich bewegen oder ihrer persönlichen Hygiene nachkommen."

Alzheimer Gesellschaft: Technik hilft, menschlicher Kontakt ist aber nötig

Die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft befürwortet die Entwicklung von technischen Assistenzsystemen, die Menschen mit Demenz möglichst lange ein selbstständiges Leben zu Hause ermöglichen. "Allerdings sind beim Einsatz ethische Fragen zu beachten und es ist zu klären, ob die Menschen ein solches Hilfsmittel auch wollen", sagt Geschäftsführerin Sabine Jansen. Solche Systeme könnten sicherlich nicht den menschlichen Kontakt in jeder Hinsicht ersetzen. 

Nach Schätzungen sind derzeit weltweit etwa 44 Millionen Menschen von Demenz betroffen. Die Tendenist steigend. Auch in Deutschland lässt die demografische Entwicklung immer mehr Kranke erwarten, da die Wahrscheinlichkeit einer Demenz mit dem Lebensalter steigt. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft rechnet damit, dass ihre Zahl bis zum Jahr 2050 auf etwa drei Millionen klettert.  dpa

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