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Gesundheit
10.06.2014

Volkskrankheit Alzheimer: Impfung soll Therapie ermöglichen

Alzheimer wird in der Regel erst im Alter bemerkbar. Forscher suchen nach frühen Diagnosemöglichkeiten.
Foto: Patrick Pleul (dpa)

Bislang ist Alzheimer als unheilbare Demenz-Erkrankung bekannt. Doch die Arbeit an einer Therapie läuft auf Hochtouren. Eine Art Impfung könnte bald Linderung und Hilfe ermöglichen.

Bei immer mehr Menschen ist Alzheimer festgestellt worden. Ärzte und Wissenschaftler arbeiten daher an einer Therapie gegen die bisher unheilbare Krankheit. Das Fortschreiten der Krankheit kann noch nicht gestoppt werden, nur die Symptome können bereits mit Medikamenten behandelt werden.

Die große Hoffnung ist laut Münchner Psychiater Timo Grimmer die Immunotherapie. Sie soll ähnlich wie eine Impfung funktionieren: Durch das Zuführen von Antikörpern soll die körpereigene Abwehr stimuliert werden. Das soll eine passive Immunisierung bewirken. So könnten Ablagerungen von Stoffwechselprodukten im Gerhin abgebaut oder wenigstens verhindert werden.

Impfung gegen Alzheimer bleibt Fernziel

Timo Grimmer ist der Leiter der Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Klinik der TU München. Er hofft auf zukünftige Therapien: "Wenn es gut läuft, gibt es in etwa zwei Jahren zugelassene Antikörpertherapien. Dann wird die Medizin sicher auch versuchen, Impfungen zu entwickeln. Das Fernziel ist das auf jeden Fall." Bisher sei Alzheimer aber noch nicht aufzuhalten.

Die Erinnerungslücken, die bis zum kompletten Gedächtnisverlust führen können, entstehen durch Ablagerungen im Gehirn. Dabei handelt es sich um Plaques aus Eiweißstoffen und Amyloid-Peptiden, die Nervenbindungen behindern und zum Absterben von Hirnzellen führen. Doch das Bewusstsein, dass die Krankheit immer mehr Leute betrifft, ist ein erstes gutes Zeichen.

Allgemeine Angst vor Demenz führt zu frühzeitigem Erkennen

Da die Volkskrankheit bei vielen Menschen zur Angst vor der Demenz im Alter führt, kann die Diagnose inzwischen oft sehr früh gestellt werden. So lässt sich der Gedächtnisverlust mit Antidementiva herauszögern. Doch das reicht nicht, um die Krankheit zu bekämpfen. Bis 2050 könnten doppelt so viele Menschen wie heute an Demenz erkrankt sein, laut Prognose der Deutschen Alzheimer Gesellschaft etwa drei Millionen.

Wer von Alzheimer betroffen ist, muss ab einem bestimmten Zeitpunkt rund um die Uhr betreut werden. Bei der aktuellen Lage der Pflege in Deutschland wird das in Zukunft nicht nur aus Personalgründen schwierig. Auch Gelder fehlen. Daher ist es umso dringender, möglichst bald eine Therapie zu entwickeln, um die Gesellschaft und vor allem die Familien der Betroffenen zu entlasten. dpa/sh

Rudi Assauer wird für das öffentliches Bekenntnis seiner Alzheimer-Erkrankung gelobt. Foto: Ingo Wagner dpa
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Prominente, die an Demenz erkrankten
Foto: dpa
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