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Glyphosat-Zulassung
28.11.2017

Krebserregend oder nicht? Die wichtigsten Fragen zu Glyphosat

Die EU-Mitgliedsstaaten verlängern die Zulassung für Glyphosat.
Foto: Armin Weigel (dpa)

Die Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat um weitere fünf Jahre sorgt für massiven Streit. Aber was ist Glyphosat überhaupt - und ist es krebserregend? Ein Überblick.

Glyphosat darf weitere fünf Jahre als Pestizid auf unseren Äckern eingesetzt werden. Der Unkrautvernichter gilt zwar als sehr wirksam, preiswert und wird auch weltweit in der Landwirtschaft genutzt. Dennoch führten Gegner und Befürworter den Streit um das Mittel mit großer Schärfe. Bis zuletzt stieß man in Zusammenhang mit Glyphosat allerdings immer wieder auf zwei Reaktionen: eiserne Überzeugung – oder völlige Ratlosigkeit. Selbst in Brüssel waren sich viele nicht sicher, was denn nun richtig und was falsch ist.

Ist Glyphosat wirklich krebserregend? Oder wurde da ein Skandal künstlich herbeigeredet? Die Antworten können höchst unterschiedlich ausfallen – je nachdem, wen man befragt. Ein Überblick.

Was ist Glyphosat?

Glyphosat ist einer der weltweit am meisten eingesetzten Unkrautvernichter. Rund 5000 Tonnen landen jährlich auf deutschen Äckern - 15 Prozent der gesamten Pestizidmenge. 

Wo wird das Pestizid eingesetzt?

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Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums werden Herbizide mit Glyphosat vor allem benutzt, um Unkraut vor oder nach dem Anbau von Feldfrüchten zu bekämpfen. Auch vor der Ernte von Raps oder Getreide kommen sie zum Einsatz.

Ein Landwirt fährt mit einer Herbizid- und Düngerspritze über ein Feld nahe Petersdorf in Brandenburg.
Foto:  Patrick Pleul (dpa)

Wer stellt Glyphosat her?

Entwickelt wurde der Wirkstoff vom US-Konzern Monsanto - den der deutsche Konkurrent Bayer übernehmen will. Das Mittel wird aber auch von mehr als 40 weiteren Herstellern vertrieben.

Wie kommt der Mensch mit Glyphosat in Berührung?

Durch Lebensmittel, Trinkwasser oder die Arbeit in der Landwirtschaft und im heimischen Garten.

Ist Glyphosat krebserregend oder nicht?

Umstritten ist das Mittel wegen des Verdachts, es könnte Krebs erregen und die Umwelt schädigen.

Was ist die Position der EU-Kommission?

Die EU-Kommission wollte ursprünglich eine Verlängerung der Lizenz um zehn Jahre. Dafür bekam sie aber im Kreis der EU-Mitgliedsländer keine Unterstützung. Auch ein neuer Antrag auf Verlängerung um fünf Jahre fiel Anfang November durch. Daraufhin beantragte die Brüsseler Behörde für Montag ein Vermittlungsverfahren und erhielt dort letztlich die Unterstützung von 18 der 28 EU-Länder. Neun Staaten stimmten dagegen, darunter auch die großen Agrarländer Frankreich und Italien.

Wie ist die deutsche Haltung?

Deutschland hatte sich bei vorherigen Abstimmungen immer wieder enthalten, weil Agrarminister Christian Schmidt (CSU) und Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) Chancen und Risiken des Mittels unterschiedlich bewerteten. Am Montag aber stimmte der deutsche Vertreter im Vermittlungsverfahren überraschend zu. Schmidt begründete dies damit, dass die EU-Kommission die Genehmigung sonst auf eigene Kappe ohnehin erteilt hätte. So aber habe man Auflagen durchsetzen können.

Wie geht es jetzt weiter?

Das Europaparlament hatte im Oktober gefordert, die Zulassung nach weiteren fünf Jahren 2022 auslaufen zu lassen. Dies sieht die am Montag getroffene Entscheidung nicht vor. In fünf Jahren muss also erneut über die Zulassung entschieden werden. (AZ, dpa, afp)

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