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Grippewelle 2018 / 2019
17.10.2018

Gesundheitsämter registrieren erste Grippe-Fälle - auch in Bayern

Die Grippewelle 2019 wird wohl Dezember oder Januarrichtig starten. doch erste Grippe-Fälle gibt es schon jetzt.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa)

Die nächste Grippewelle 2019 wird voraussichtlich zum Jahreswechsel beginnen. Doch schon jetzt registrieren die Gesundheitsämter erste Grippe-Fälle - auch in Bayern.

Die jährliche Grippewelle beginnt meistens im Zeitraum Dezember/Januar und dauert dann drei bis vier Monate. Ihren Höhepunkt wird die Grippewelle 2018 / 2019 demnach im kommenden Frühjahr erreichen.

Doch schon jetzt, Mitte Oktober, registrieren die Landesgesundheitsämter erste Fälle von Grippe. So berichtet das bayerische Landesamt für Gesundheit (LGL) aktuell von zwei offiziell bestätigten Influenza-Fällen im Freistaat, nämlich in Mittelfranken und in Oberbayern. In Baden-Württemberg verzeichnete das Landesgesundheitsamt seit dem 1. Oktober bislang drei Fälle. Von Dezember an sei mit einem Anstieg der Zahlen zu rechnen, sagte eine Sprecherin der Behörde.

Wird die Grippewelle 2019 so stark wie die 2018?

Wie stark die nächste Grippewelle wird, ist nur schwer einzuschätzen. Die Stärke der Wellen kann von Jahr zu Jahr erheblich schwanken. Früher wechselten sich starke und schwache Jahre oft ab. In den vergangenen Jahren gab es laut RKI mehrere heftige Wellen hintereinander.

Die vergangene Grippewelle 2018 war nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) die stärkste seit 2001 in Deutschland. "Geschätzte neun Millionen Menschen sind wegen einer Influenza-Erkrankung zum Arzt gegangen", berichtete kürzlich Forscherin Silke Buda vom RKI. "Das waren noch einmal zwei Millionen Menschen mehr als während der starken Grippewellen 2012/13 und 2014/15".

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Die Fallzahlen bei der Grippe unterscheiden sich teilweise von Landkreis zu Landkreis sehr stark. Laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) kann das mit der Bevölkerungsdichte zusammenhängen. In dicht besiedelten Regionen breiten sich Erreger schneller aus als in ländlicheren Gebieten. Die Meldebereitschaft der Ärzte spielt auch eine wichtige Rolle. Wenn in einem Landkreis mehr Ärzte Laboruntersuchungen durchführen, ist die Wahrscheinlichkeit für nachgewiesene Grippefälle dort höher.

 

Wohl mit ein Grund für die starke Verbreitung von Grippe: In Deutschland lassen sich nach Meinung von Experten zu wenige Menschen gegen Grippe impfen. Vor allem Risikogruppen wie Senioren oder medizinisches Personal unterschätzen nach wie vor den Nutzen der Schutzimpfung, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln mitteilte. Einer Umfrage zufolge schätzt nur knapp die Hälfte (47 Prozent) derer, denen eine Grippeimpfung empfohlen wird, diese als wichtig ein.

Lediglich 40 Prozent der Befragten, die zu einer der Risikogruppen gehören, lassen sich nach eigenen Angaben regelmäßig gegen Grippe impfen.

Bei jungen Erwachsenen kann eine Impfung eine Schutzwirkung von bis zu 80 Prozent haben. Ältere Menschen können ihr Risiko im Durchschnitt um rund die Hälfte senken – die Wirksamkeit liegt dann zwischen 40 und 60 Prozent. Eine Impfung gilt als bester Schutz, den es gegen Grippe gibt.  (AZ, bo)

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