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HIV-Infektion

13.07.2016

HIV-positiv - Ein (fast) normales Leben ist möglich

Menschen mit HIV-Infektion können in Deutschland heute ein fast normales Leben führen - dank moderner Medizin.
Bild: Rainer Jensen/Archiv/Symbol (dpa)

Wer sich in Deutschland mit HIV infiziert, hat heute eine ähnlich hohe Lebenserwartung wie gesunde Menschen. Moderne Medikamente machen es möglich. Was man im Beruf beachten muss.

Vor 30 Jahren bedeutete ein positiver HIV-Test noch ein fast sicheres Todesurteil. Heute ist das anders. Eine vorbeugende Schutzimpfung gegen HIV gibt es zwar immer noch nicht, auch kein Wunder-Medikament, das das Virus komplett aus dem Körper verdrängen. Dennoch hat sich die Situation von HIV-Positiven in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Medikamente können den Ausbruch von AIDS verhindern, moderne Therapien ermöglichen eine annähernd normale Lebenserwartung trotz HIV-Infektion.

Wichtig ist eine frühzeitige Diagnose und ein rechtzeitiger Therapiebeginn, so Annette Haberl vom Vorstand der Deutschen Aids-Gesellschaft. Über 30 Medikamente gibt es inzwischen, die in der HIV-Therapie eingesetzt werden können. "HIV ist dadurch heute zu einer gut behandelbaren chronischen Erkrankung geworden", sagt Annette Haberl. Patienten könnten dank moderner Therapien ein normales Leben führen.

Arbeiten mit HIV: Kaum Probleme im Berufsleben

Auch das Berufsleben kann trotz HIV meist ganz normal weiter gehen. In vielen Fällen darf man dem Arbeitgeber eine HIV-Infektion verschweigen, sagt Nathalie Oberthür, Arbeitsrechtsanwältin in Köln. Ausnahmen gibt es bei einigen chirurgischen Berufen. Problematisch kann es auch werden, wenn man im Ausland tätig ist. Einige Länder wie Katar oder Jordanien verweigern HIV-Infizierten längere Aufenthalte oder sogar die Einreise. Arbeiten mit HIV: Im Berufsleben kaum Probleme

HIV kann zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. Wer sehr lange erkrankt fehlt, dem kann krankheitsbedingt gekündigt werden. Dafür muss man allerdings über lange Zeit erhebliche Fehlzeiten anhäufen, erläutert Oberthür. "Auch die Zukunftsprognose muss negativ sein." Das heißt: Es ist nicht von einer Besserung auszugehen.

Im normalen Arbeitsalltag besteht laut deutscher AIDS-Hilfe mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" keine Gefahr, Kollegen oder Kunden mit HIV zu infizieren. dpa, AZ

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