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Ursachen

09.01.2017

Herzinfarkt-Risiko durch Kälte: Herzpatienten müssen aufpassen

Die Kälte im Winter kann für Herzpatienten gefährlich sein.
Bild: Maurizio Gambarini (dpa) /Symbolbild

Die Winterkälte kann für Herzpatienten gefährlich werden und sogar zu einem Herzinfarkt führen, warnen Experten. Die "Herzstiftung" gibt Tipps.

Extreme Kälte kann für Herzpatienten gefährlich werden. Wegen der niedrigen Temperaturen der letzten Tage warnen Experten Herzpatienten jetzt vor möglichen Gefahren. Durch die Kälte können die Blutgefäße der Haut und anderer Körperregionen stark verengt werden, schreibt die "Herzstiftung". Dadurch steigt der Blutdruck und das Herz muss mehr Blut gegen einen größeren Widerstand durch die Adern pumpen. Das kann einen hohen Dauerstress für den Herzmuskel und die Gefäßwände bedeuten. Dies kann zu einem gefährlichen Angina-pectoris-Anfall oder Herzinfarkt führen, warnt die Deutsche Herzstiftung.

Tipps für Herzpatienten bei Kälte

Die "Herzstiftung" rät Herzpatienten in der kalten Jahreszeit ihren Puls und den Blutdruck besonders gewissenhaft zu kontrollieren. Auch eine gesunde Ernährung sei hilfreich. Wichtig ist auch, sich so gut wie möglich vor einer Grippe zu schützen. Dazu ist es sinnvoll, sich mehrmals am Tag die Hände zu waschen und sich möglichst wenig ins Gesicht zu fassen. So soll verhindert werden, dass die Erreger in die Nähe der Schleimhäute von Mund, Nase und Augen gelangen. Auch eine Grippeimpfung ist für Herzpatienten grundsätzlich empfehlenswerten, meinen Experten. Das sollte aber zuvor mit dem Hausarzt abgesprochen werden.

Herzpatienten im Winter: Auch psychische Belastung ist gefährlich

Wer ohnehin schon ein krankes Herz hat, sollte sich draußen möglichst nicht anstrengen - und zum Beispiel das Schneeschnippen besser anderen überlassen. Aber auch gesunde Menschen sollten bei Kälte auf ihr Herz achten. Spürt jemand plötzlich Schmerzen, Druck oder ein Brennen im Brustkorb und bekommt schlecht Luft, dürfen diese Warnzeichen nicht als Probleme mit den Bronchien abgetan werden. Stattdessen geht der Betroffene am besten sofort zum Arzt. Fallen die Temperaturen auf unter -10 Grad, ist es auch für gesunde Menschen ratsam, sich körperlich nicht zu sehr anzustrengen.

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Nicht nur die Kälte kann in den Wintermonaten für das Herz gefährlich werden. Auch die psychische Belastung kann schädlich sein, da die graue Zeit auf das Gemüt schlagen kann. Deshalb raten Ärzte Herzpatienten in den Wintermonaten besonders auf ihr seelisches Wohlbefinden zu achten. Freunde oder Sport können zum Beispiel helfen die tristen Tage zu überstehen. AZ/dpa

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