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Onkologie

28.01.2015

Immuntherapie statt Chemo: Warum das nicht allen Krebspatienten hilft

Bei Allergien gibt es die Immuntherapie schon, bei Krebs steckt sie noch in der Entwicklungsphase
Bild: Schierenbeck/dpa/tmn

Für viele Mediziner hat die Nachricht einen alten Traum erfüllt: Anstatt einer Chemotherapie kann das körpereigene Immunsystem gegen Krebs eingesetzt werden. Das hilft nicht allen.

Mit dem körpereigenen Immunsystem dem Krebs ein Ende zu bereiten - das ist ein alter Traum der Krebsmedizin. Tatsächlich gibt es inzwischen eine Immuntherapie, die an Stelle einer Chemotherapie genutzt werden kann. Doch leider funktioniert das nicht bei allen Krebspatienten. Manche Tumore erkenne das Immunsystem einfach besser als andere, so das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ).

Der schwarze Hautkrebs beispielsweise sei eine Krebsart, die das Immunsystem gut erkenne. Deshalb werden betroffene Patienten bevorzugt neue Therapien entwickelt. "Diese Therapie, dieses Medikament, hat bestimmte Immunzellen aktiviert, Immunzellen, die in der Lage sind, Tumorzellen zu erkennen und abzutöten", erklärt Dirk Jäger, Direktor für Medizinische Onkologie im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg.

Goldgräberstimmung in der Onkologie dank Immuntherapie

Auch bei Lungenkrebs kann die Immuntherapie teils helfen. Doch bei Dickdarm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs ist die Prognose für Heilung durch das Immunsystem eher schlecht, wie Jäger berichtet. Auf der ganzen Welt wird derzeit geforscht und entwickelt, um eine Alternative zur Chemotherapie zu finden. "Da gibt es eine richtige Goldgräberstimmung, auch in der Arzneimittelindustrie und in der Biotechnologie", sagt DKFZ-Chef Otmar Wiestler.

Wiestler erklärt weiter, warum Mediziner bei der Bekämpfung von Krebs schon lange auf eine Immuntherapie hoffen: "Krebszellen sind ja fremde Zellen im Körper - und eigentlich müsste man glauben, dass unser Abwehrsystem sie erkennt." Erst vor kurzem ist entdeckt worden, dass sich Tumore vor dem Immunsystem verstecken können. Ob die Immuntherapie aber wirklich heilen und längerfristig gute Reaktionen hervorrufen kann, ist noch unklar - denn die Alternative zur Chemotherapie ist noch immer in der Forschungsphase. Manche Patienten reagieren auf die neue Therapieform gar nicht. Warum das so ist, kann bislang aber noch niemand sagen. dpa/sh

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