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Pflanzenöl

18.04.2016

Ist Pflanzenöl oder Butter beim Braten besser für das Herz?

Pflanzenöle sind wohl gar nicht so gesund für das Herz, wie bisher angenommen.
Bild: Andrea Warnecke (dpa)

Kann man Pflanzenöl noch kaufen - oder sollte man es besser entsorgen? Eine Studie stellt jedenfalls die Frage: Ist Kochen mit Pflanzenöl besser fürs Herz als Braten mit Butter?

Ist Pflanzenöl gut für das Herz? Eine Studie von amerikanischen Wissenschaftlern legt nun nahe: Pflanzenöle beim Kochen senken das Risiko für Herzkrankheiten wohl nicht. Dabei galt lange als erwiesen, dass Pflanzenöl beim Braten gesünder sei als Butter.

Laut den Forschern der Universität in North Carolina (UNC) und des National Institute of Health in den USA ist an diesem Ratschlag wohl gar nicht so viel Wahres dran. In einer Analyse von alten Daten, die sie jüngst im British Medical Journal veröffentlichten, sagen sie, dass der Wechsel von Butter auf Pflanzenöle zwar den Cholesterinspiegel senke, aber nicht vor Herzkrankheiten schütze.

Kochen und Braten mit Pflanzenöl - Ist das ungesund?

Butter war in Verruf geraten, weil sie einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren enthält. Stattdessen empfahlen Ernährungsexperten, lieber mit Ölen zu kochen, die etwa Linolsäure oder andere ungesättigte Omega-6-Fettsäuren enthielten - Pflanzenöle. Wie Studien zeigten, konnte durch diese Ernährungsumstellung auch der Cholesterinpegel im Blut gesenkt werden - das Risiko für Herzkrankheiten hingegen nicht.

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Für ihre Studie über Butter und Pflanzenöl werteten die Wissenschaftler alte Daten einer Studie aus Minnesota aus, die Ende der 60er anfang der 70er Jahre durchgeführt wurde. Daran nahmen knapp 9.500 Patienten teil. Eine Testgruppe stellte die Ernährung um und wechselte von Butter zu Pflanzenöl. Die Kontrollgruppe blieb bei der alten Ernährungsweise und aß weiterhin Butter.

In ihrer Neuauswertung stellten die Wissenschaftler nun fest, dass bei den Menschen, die ihre Ernährung umstellten, zwar der Cholesterinspiegel sank, die Rate der Patienten, die einer Herzkrankheit starben, jedoch höher lag als in der Kontrollgruppe. Gerade bei Frauen und Menschen über 65 lag die Todesrate höher. Allerdings ist dieses Ergebnis nicht vergleichbar, weil Datenteile fehlen. Dennoch bleibt fraglich, ob Pflanzenöl beim Kochen besser ist als Butter.

Pflanzenöl statt Butter verwenden?

Die Ergebnisse der Studie zur Pflanzenöl wurden schon einmal Ende der 1980er Jahre veröffentlicht, allerdings nicht vollständig. "Wir glauben, dass unsere Untersuchung zeigt, dass die unvollständige Veröffentlichung der Daten dazu beigetragen hat, dass die Vorzüge einer Ernährungsumstellung überschätzt wurden", sagt Daisy Zamora, Co-Autorin der Studie in einer Pressemitteilung der UNC.

Allerdings sind auch die neuen Ergebnisse der US-Amerikaner mit Vorsicht zu genießen. Denn die Daten aus der Minnesota-Studie waren nicht mehr vollständig erhalten. "Jetzt darauf zu schließen, dass Pflanzenöl schlecht für die Gesundheit ist, wäre viel zu früh", warnt Zamora in der Pressemitteilung. Allerdings gebe es auch andere Hinweise darauf, dass der positive Effekt von Pflanzenölen wohl kleiner ist, als bisher angenommen, so die Ärztin weiter. hhc

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Die Diskussion ist geschlossen.

15.04.2016


Ich lach mich tot. Das ist dann wenigstens nicht auf welche Ernährung auch immer zurückzuführen.

Jetzt traktierte man uns jahrzehntelange mit dem Verpönen von tierischen Fetten, betonte, wie hochbekömmlich und gesundheitsfördernd Öle mit viel ungesättigten Fettsäuren seien und nun das: Alles wieder ganz anders.

Verdächtig ist, dass das aus der Urkostecke zu kommen scheint, die ja für ihre Argumentation gern auf den Steinzeitmenschen und die Naturrvölker zurückgreift, um dann den schlechten gesundheitlichen Zustand weiter Teile der Bevölkerung zu beklagen. Ja tatsächlich waren die Steinzeitmenschen und sind die Naturvölkker alle immer in einer ausgezeichneten gesundheitlichen Verfassung (gewesen) und wurden auf bestem Level sehr sehr alt.

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15.04.2016

Hab ich mich vielleicht geirrt? Bisher dachte ich, die meisten Menschen wüssten, dass ein zu hoher Anteil von Omega-6-Fettsäuren schädlich ist. Und hier machen Forscher einen Test, in dem sie tierisches Fett (in dem ebenfalls Omega 6 reichlich enthalten ist) ersetzen durch ein Pflanzenöl. Dafür nehmen sie ausgerechnet eines, das ebenfalls einen sehr hohen Anteil von Omega-6-Fettsäuren im Verhältnis zu Omega 3 hat, nämlich Maisöl. Und dann stellen sei erstaunt fest, dass dadurch das Risiko von Herzerkrankungen nicht gesenkt wird... Obwohl das doch eigentlich völlig logisch ist. Kommt mir "irgendwie" bescheuert vor. Hm, wer diese Studie wohl in Auftrag gegeben hat? Vielleicht ein Fleischkonzern?

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14.04.2016

Schon wieder jemand der uns was vermiesen will. Einfach ignorieren und zum nächsten Artikel gehen. Mehr kann man dazu wohl nicht sagen.

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14.04.2016

Ich las den Artikel: Kochen mit Pflanzenöl schädigt wohl das Herz!

Alleine diese Formulierung ist unsinnig und wird auch in dem darunter stehenden Artikel nicht begründet. Dass Pflanzenöle allerdings besseren Schutz bieten, als z.B. Butter mit hohem Anteil an gesättigten Fettsäuren, ist zweifellos richtig. Ein erhöhtes Serum- Cholesterin ist allerdings verantwortlich für Plaquebildung (Arteriosklerose), siehe auch: http://gutepillen-schlechtepillen.de/cholesterin-spiegel-behandlung-und-risiken-erhoehter-werte/:

"Gefahren hoher CholesterinspiegelCholesterin kann in die Zellen der Gefäßwand von Arterien eindringen. Im Lauf der Zeit lagert sich darin immer mehr Cholesterin beetartig ab. Es entstehen so genannte Plaques, die plötzlich aufreißen und die Arterie akut verschließen können. Das macht hohe Blutfettwerte, die man ansonsten nicht spürt, so gefährlich. Herzinfarkt, Schlaganfall oder die akute Durchblutungsstörung eines Beines oder Armes können die fatale Folge sein. Der plötzliche Verschluss von Herzkranzarterien kann zum Herztod führen. Häufig sind vom Cholesterinveränderte Gefäßwände mit Narbengewebe und Kalk durchsetzt und dadurch verengt („Adernverkalkung“, Arteriosklerose). Rauchen, Blut­hochdruck und Zuckerkrankheit tragen zu diesem Prozess bei und erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Gefäßkomplikationen."

Was natürlich hinzu kommt ist, dass der Körper selbst Cholesterin bildet. Für Herzkrankeiten sind viele verschiedene Faktoren maßgeblich beteiligt, daher kann man die Studie aus den USA nicht so bestätigen.

Gert W. Knop

Zittau

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