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Ansteckungs-Gefahr

14.01.2018

Keuchhusten-Fälle in Bayern nehmen zu - Ministerin empfiehlt Impfung

Keuchhusten breitet sich in Deutschland aus.
Bild: Angelika Warmuth, dpa (Symbolbild)

Für Säuglinge und Kinder ist der hochansteckende Keuchhusten besonders gefährlich. Die Zahl der Fälle in Bayern ist stark gestiegen. Gesundheitsministerin Huml ruft zur Impfung auf.

Immer mehr Fälle von Keuchhusten in Bayern: Die Zahl ist seit dem Jahr 2013 um etwa 29 Prozent angestiegen. 3409 Mal wurde die Erkrankung im vergangenen Jahr festgestellt, wie eine Sprecherin des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Vier Jahre zuvor waren es lediglich 2638 Fälle.

Der Trend gehe nach oben - auch in anderen Bundesländern, betonte die Sprecherin. Zum einen begünstigten Impflücken in der Bevölkerung die Ansteckungen. Andererseits werde Keuchhusten zunehmend besser erfasst. Eine bundesweite Meldepflicht gibt es erst seit dem Frühjahr 2013. Langzeitbeobachtungen liegen deshalb erst in einigen Jahren vor. Auch in Bayern werden Keuchhusten-Fälle vom LGL erst seit 2013 erfasst.

Keuchhusten: Ministerin Huml ruft zur Impfung auf

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sagte: "Keuchhusten ist hochansteckend. Nur eine Impfung bietet wirksamen Schutz - für sich und für andere Menschen." Gerade für Säuglinge sei es wichtig, dass sie nicht durch ihr Umfeld angesteckt würden. "Denn sie sind am meisten von schweren Krankheitsverläufen betroffen." Patienten leiden wochenlang unter zum Teil heftigen Hustenanfällen. Die häufigste Komplikation ist eine Lungenentzündung.

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Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Keuchhusten-Impfung. Die Grundimmunisierung der Säuglinge und Kleinkinder sollte demnach unmittelbar nach Vollendung des zweiten Lebensmonats begonnen und fortgeführt werden. Mit fünf bis sechs Jahren erfolgt eine Auffrischung der Impfung, eine weitere Dosis dann zwischen neun und 17 Jahren.

Die Keuchhusten-Symptome

Der Patient bemerkt von der Erkrankung zunächst nichts. Erst nach der Inkubationszeit von drei bis zwölf Tagen sind erste Symptome zu spüren. Die ersten Anzeichen für Keuchhusten sind dann wie bei einem normalen Infekt. Über etwa drei Wochen entwickelt sich dann ein immer stärker werdender Husten. In den nächsten drei Wochen leiden die Patienten unter oft kurzen, heftigen Hustenattacken und manchmal auch unter Luftnot. Dann klingt die Krankheit ab, die Attacken lassen nach.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen verläuft Pertussis, wie Keuchhusten in der Fachsprache heißt, oftmals als lang dauernder Husten ohne die typischen Hustenanfälle, so das RKI. Bei Säuglingen finde man häufig kein ganz charakteristisches Bild, hier erkenne man den Keuchhusten nicht selten an Atemstillständen. Säuglinge hätten zudem das höchste Risiko, schwerwiegende Komplikationen zu erleiden. dpa/lby/AZ

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