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Adipositas

07.07.2017

Killerzellen sollen für Diabetes verantwortlich sein

Fettleibigkeit, auch Adipositas genannt, belastet die Gesundheit auf vielfache Weise. Forscher haben nun herausgefunden, warum Übergewicht das Risiko für Diabetes Typ 2 erhöht.
Bild: Franziska Kraufman/dpa Symbolbild

Bei Adipositas handelt es sich um krankhafte Fettleibigkeit. Dabei wird das Immunsystem auch chronisch aktiviert, was dem Körper zu schaffen macht. Das soll auch Diabetes zur Folge haben.

Das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, ist bei Menschen mit Übergewicht erhöht. Woran das liegt, haben Wissenschaftler der Uniklinik Köln und des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung um Prof. Dr. Jens C. Brüning nun herausgefunden. Die Forscher hatten die Reaktion des Immunsystems auf Fettleibigkeit untersucht. Offenbar gibt es eine Untergruppe von "Killerzellen" unter den Immunzellen übergewichtiger Patienten, die das Risiko für Typ-2 Diabetes erhöht.

Adipositas: Natürliche Killer im Immunsystem lösen Diabetes aus

In der entsprechenden Mitteilung der Uniklinik Köln wird von den sogenannten Natürlichen Killer (NK)-Zellen des Immunsystems gesprochen. Diese Zellen sollen eigentlich bösartige oder virusbefallene Zellen bekämpfen. Die Forscher fanden jedoch heraus, dass bei übergewichtigen Mäusen in einer Untergruppe der Killerzellen andere Gene aktiv sind als bei normalgewichtigen Mäusen. Diese Zelluntergruppe, die offenbar nur bei Übergewicht vorkommt, ist an der Regulation des Immunsystems beteiligt. Die Forscher gehen davon aus, dass sie die chronische Aktivität verstärken.

Durch genau diese erhöhte chronische Aktivität des Immunsystems bei Übergewicht wird die Insulinresistenz im Körper erhöht. Eine erhöhte Insulinresistenz ist auch die Vorstufe von Typ-2 Diabetes, auch Altersdiabetes genannt. Auch in den Blutproben von Menschen konnte dieser Unterschied von schlanken Menschen und solchen mit Übergewicht festgestellt werden. Adipöse Probanden besaßen Killerzellen mit einem ähnlichen Genexpressionsprofil wie in fettleibigen Mäusen.

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Zusammenhang zwischen Übergewicht und Diabetes durch Killerzellen bei Adipositas-Patienten gefunden

Dr. Sebastian Theurich vom Max-Planck-Institut und der Uniklinik Köln erläutert: "Unterzogen sich unsere Adipositas-Patienten einer radikalen Diät, bei der sie merklich abnahmen, verringerte sich die Anzahl der veränderten Killerzellen und das Risiko für Diabetes. Heißt, die Anzahl dieser speziellen NK-Zelluntergruppe steht in einem Zusammenhang mit Übergewicht und chronischer Inflammation."

In ihrer Studie mit Mäusen stellten die Wissenschaftler auch fest, dass eine genetische Manipulation die Entstehung von Killerzellen bei fettreicher Ernährung verhindern konnte. Dadurch wurde das Risiko für Diabetes bei Übergewicht gesenkt. Die Mäuse nahmen trotz fettreichen Futters nicht weiter zu und entwickelten dadurch keine Insulinresistenz. Um künftig gezielt die auslösenden Gene angreifbar zu machen, wollen die Forscher nun diese Gene finden. Der Studienbericht erschien im Fachblatt "Cell Metabolism". sh

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