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Globale Erwärmung

25.06.2012

Klimawandel lässt Meeresspiegel weiter steigen

Wellen schlagen gegen die Küste des Dorfes Derveni in Griechenland (Archivfoto). Der Meeresspiegel steigt höher als bisher angenommen.
Bild: dpa

Durch den Klimawandel wird der Meeresspiegel wohl weiter steigen. Wie eine neue Studie zeigt, drohen bereits bei mäßiger Erwärmung erhebliche Probleme.

Schuld ist der Klimawandel: Wie eine neue Studie zeigt, muss selbst bei einer auf zwei Grad Celsius  begrenzten globalen Erwärmung weltweit mit einem erheblichen  Meeresspiegel-Anstieg gerechnet werden. Bis zum Jahr 2300 könnte das Meer um 1,5 bis vier Meter steigen. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie eines  deutsch-niederländisch-australischen Forscherteams, wie das  Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am Sonntag  mitteilte.

Klimawandel: Schwere Überflutungen in New York vorhergesagt

Als den wahrscheinlichsten Schätzwert errechneten die Experten  für dieses Klimawandel-Szenario einen Meeresspiegelanstieg von 2,7  Metern. Die Folgen für Küstenstädte und -gebiete wären erheblich,  sagte der bekannte PIK-Forscher und Studien-Mitautor, Stefan  Rahmstorf. "Für New York City zum Beispiel wurde gezeigt, dass ein  Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter die Häufigkeit schwerer Überflutungen von einmal pro Jahrhundert auf einmal alle drei Jahre steigern könnte." Auch niedrig liegende Länder wie Bangladesch wären betroffen.

Nach Angaben der Verfasser handelt es sich bei der Studie, die  nun in der Fachzeitschrift Nature Climate Change veröffentlicht  wurde, um die erste realistische Projektion des klimabedingten  Meeresspiegelanstiegs über einen derart langen Zeitraum von  mehreren Jahrhunderten. Sie stützt sich dabei auf Beobachtungen im vergangenen Jahrtausend und überträgt diese auf Szenarien für die künftige Entwicklung der Treibhausgasemissionen.

Klimawandel lässt Meeresspiegel weiter steigen

Klimawandel lässt Eis an den Polen schmelzen

Wesentlicher Fortschritt gegenüber älteren Studien sei die Einbeziehung der Effekte der abschmelzenden Eismassen etwa an den Polen, erklärte das PIK. Bislang hätten diese nur die wärmebedingte Volumenausdehnung des Meerwassers berücksichtigt. An diesem Punkt  aber sei die Forschung inzwischen weiter. Die neue Untersuchung  biete daher plausible Schätzungen für eine Risiko-Analyse.

Der Meeresspiegelanstieg gilt als eine potenziell besonders verheerende Begleiterscheinung des Klimawandels. Weltweit leben viele hundert Millionen Menschen in niedrigen küstennahen Gebieten. Betroffen wären neben vielen armen Staaten auch wichtige weltwirtschaftliche Zentren, etwa in Asien. Sollten sie unbewohnbar  werden, drohen immense ökonomische Schäden und  Flüchtlingskatastrophen.

Experten zweifeln an Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels

Das von den Forschern als Bezugspunkt gewählte Zwei-Grad-Ziel ist die Grenze, auf die die internationale Staatengemeinschaft den Temperaturanstieg möglichst begrenzen will. In dieser Größenordnung  gelten die Folgen noch als halbwegs beherrschbar. Experten bezweifeln angesichts der weiter schleppenden Klimaschutz-Fortschritte allerdings zunehmend, dass das Ziel eingehalten werden kann.

Bei einer stärkeren Temperaturerhöhung um drei Grad würde der  Meeresspiegel entsprechend stärker steigen, errechneten die Forscher laut PIK. Dann wären es voraussichtlich zwei bis fünf  Meter, als bester Schätzwert gelte dann ein Wert von 3,5. Andersherum würde der Anstieg des Meeres bei einer Begrenzung der Temperatursteigerung auf unter 1,5 Grad auch deutlich niedriger ausfallen.

Hauptautor der Untersuchung ist der niederländische  Klimaforscher Michiel Schaeffer, ebenfalls beteiligt war der australische Wissenschaftler Bill Hare. Beide arbeiten bei der in  Berlin angesiedelten nicht-kommerziellen Organisation "Climate Analytics", die Klima-Analysen erstellt und mit dem PIK kooperiert. afp

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